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Sexismus in Großbritannien: Ärger für Theresa May - weil sie Lederhosen trägt

Die Luxus-Anzüge von David Cameron interessierten niemanden, doch über die Outfits von Premierministerin Theresa May wird diskutiert: In Großbritannien hat sich ein absurder Skandal um ein Paar Designer-Lederhosen entsponnen.


Für welche privaten Luxusgüter ein Staatsoberhaupt sein schwer verdientes Geld ausgibt, sollte kein Thema sein - eigentlich. Denn in Großbritannien hat sich eine Diskussion über die Designer-Hose von Premierministerin Theresa May entbrannt. Die 60-Jährige ließ sich für ein Magazin-Interview zuhause in der Downingstreet Nummer 10 ablichten und setzte sich dafür in einer Lederhose von Amanda Wakeley aufs Sofa. Kostenpunkt für das braun-farbene Designerteil: 995 Pfund - etwa 1200 Euro. Genau das passte einigen Kritikern nicht.

So sagte die Tory-Politikerin Nicky Morgan öffentlich, dass innerhalb der Partei über die teuren Hosen gesprochen worden sei. "Ich habe keine Lederhosen - ich glaube, ich habe noch nie so viel für etwas ausgegeben, außer für mein Hochzeitskleid", wird die ehemalige Bildungsministerin in den britischen Medien zitiert. May zeige dadurch, dass sie nicht volksnah sei. Morgan war erst im Juli aus ihrem Posten entlassen worden, kritisiert seither regelmäßig die Arbeit der Premierministerin. Und steht nun selbst unter Beschuss, denn Parteikollegen verurteilten den persönlichen Angriff.

Auch Boris Johnson scherzt über die Hosen von Theresa May

"Das war absolut inakzeptabel", sagte der Tory-Abgeordnete Nicholas Soames im "Evening Standard" und die Politikerin Nadine Dorries warf den Kritikern in der "Daily Mail" Sexismus vor - denn über die extrem teuren Anzüge von David Cameron sei nie gesprochen worden. May hingegen wurde schon vor Amtsantritt für ihre Vorliebe für ausgefallene Schuhe in der Presse auseinander genommen.

Nun zog die Premierministerin die Konsequenzen aus der Diskussion und lud Morgan offenbar von einem Treffen in der Downing Street wieder aus, bei dem es um den Brexit gehen sollte. Fragen danach, ob sie für die Designer-Hose vielleicht einen Rabatt bekommen habe, ließ sie von ihrem Büro abbügeln. Prompt war in den britischen Schlagzeilen vom "Trouser-Gate" die Rede.

Die Luxus-Hose ist schon ausverkauft

Und das scheint kein Ende zu nehmen: Bei der offiziellen Weihnachtsfeier für die Botschafter in London scherzte am Dienstag Außenminister Boris Johnson über den absurden Skandal. Großbritannien sei so kosmopolitisch, dass die Premierministerin sogar bayerische Lederhosen trage, sagte er.

Nur eine kann sich über den Wirbel freuen: die britische Designerin Amanda Wakeley. Denn Mays Luxus-Hose ist mittlerweile ausverkauft.

sst