HOME

Neuauflage für Mafia-Epos: Vorgeschichte zur legendären Serie: "Die Sopranos" kommen ins Kino

"Die Sopranos" gelten als Mutter des goldenen Serienzeitalters, oder: als Pate dieser Ära. Jetzt lässt Schöpfer David Chase mit der Nachricht aufhorchen, dass er seine Mafia-Familie auch auf die große Leinwand bringen wird.

Die Sopranos: James Gandolfini und Edie Falco als Tony und Carmela Soprano

Legendäres Serienpaar: James Gandolfini und Edie Falco als Tony und Carmela in "Die Sopranos"

Picture Alliance

"Die Sopranos" haben alles verändert. Die Serie über eine Mafia-Familie in New Jersey revolutionierte in ihrer Laufzeit von 1999 bis 2007 das Serienfernsehen und lotete dessen Grenzen neu aus. Zusammen mit "Sex and the City" machte sie den bis dahin reichlich trashigen Kabelkanal HBO zum heißesten TV-Sender der Welt.

Jetzt schickt sich der Schöpfer der Serie, David Chase, offenbar an, sein Epos auch auf die große Leinwand zu bringen: Über zehn Jahre nach dem legendär-umstrittenen Serienfinale vermeldet der "Hollywood Reporter", dass ein Prequel fürs Kino in Arbeit sei.

"Die Sopranos": Kino-Version spielt in den 60ern

Chase habe das Skript zum Film mit dem langjährigen "Sopranos"-Drehbuchautoren Lawrence Konner geschrieben und soll auch als Produzent fungieren. In "The Many Saints of Newark" ("Die vielen Heiligen von Newark") soll die Vorgeschichte zur Serie erzählt werden - angesiedelt in den 60er Jahren, als in der New Yorker Vorstadt schwere Unruhen zwischen der italienischstämmigen und afro-amerikanischen Bevölkerung ausbrachen.

Mit diesem Setting umgehen die Macher die Problematik, dass James Gandolfini nicht mehr zur Verfügung steht: Der Darsteller der ikonischen Hauptfigur Tony Soprano, Familienoberhaupt und Boss des Clans, war im Jahr 2013 während einer Italien-Reise in Rom verstorben.

Vorbild für viele Serienklassiker

Adaptionen großer TV-Shows für die Kinoleinwand sind naturgemäß sensible Projekte, allerdings können Fans der "Sopranos" den Film mit berechtigter Vorfreude erwarten: Die Eigenwilligkeit des David Chase gilt als mindestens so ausgeprägt wie seine Genialität und er steht nicht im Verdacht, dass er mit einem uninspirierten Werk sein gewaltiges Erbe beschädigen würde.

"Die Sopranos" gelten vielen Fans und Kritikern als Mutter des goldenen Serienzeitalters, oder treffender formuliert: als Pate dieser Ära. Die Show erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 21 Emmys und fünf Golden Globe Awards. Serienklassiker wie "The Wire", "Mad Men" und "Breaking Bad" orientierten sich an ihrem Vorbild - das heißt, sie legten ebenso großen Wert auf ausgeklügelte Plots, detaillierte Charakterzeichnung, überragende Schauspieler und ein stellenweise gemächliches Erzähltempo. Wer weiß: Sollte "The Many Saints of Newark" funktionieren, folgen vielleicht schon bald weitere Neuauflagen legendärer Serien fürs Kino.

Finale Staffel: "House of Cards" – Das ist der erste Trailer ohne Kevin Spacey