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Meinung

Fazit vor dem Finale: Sie hat die Show verstanden: Darum ist Gerda die ideale Bachelorette

In der aktuellen Staffel von "Die Bachelorette" machen sich die Männer reihenweise aus dem Staub. Das spricht aber nicht gegen die aktuelle Rosenbraut. Im Gegenteil: Keine vor ihr hat das Game so gut gespielt wie Gerda Lewis.

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Eigentlich ist es erstaunlich, dass für Gerda Lewis so kurz vor dem Finale überhaupt noch Männer übrig sind. Denn bereits vier Kandidaten haben in dieser Staffel freiwillig den Kampf um die Bachelorette aufgegeben, was die "Bild"-Zeitung unreflektiert einen "traurigen Rekord" nennt.

Dabei spricht diese Quote gar nicht zwangsläufig gegen Gerda, im Gegenteil: Die Männer sind einfach völlig überfordert davon, wie gewitzt sie das Spiel der Show spielt. Und mit ihren Rückziehern wollen sie deshalb ein bisschen Restwürde wahren und verbergen, dass sie diese Frau tatsächlich interessant finden – wir haben diese seltsame Männerlogik an anderer Stelle bereits erklärt.

Bachelorette Gerda

Sie nimmt alles mit, was geht: Bachelorette Gerda Lewis spielt die Show richtig

Gerda Lewis: Letzte Entscheidung vertagt

Was dazu führt, dass Gerda auch ihre letzte Entscheidung womöglich abgenommen wird: Vor dem Staffelfinale ist unklar, ob Tim die vorletzte Rose überhaupt annimmt. Viel deutet darauf hin, dass er verzichtet – anders wäre der jämmerliche Cliffhanger nicht zu verstehen. Außerdem ist uns ohnehin seit Wochen klar, dass Keno bei Gerda die besten Karten hat.

Womit ihm der Neid der Konkurrenz auch rückblickend sicher sein dürfte, denn Gerda Lewis hat den Männern dieser Staffel reihenweise den Kopf verdreht. Aber nicht nur deswegen legen wir uns fest, dass sie eine ideale Bachelorette abgegeben hat. Denn:

Sie feiert den Luxus

Gerda hat in keiner Sekunde einen Hehl daraus gemacht, dass sie es schon ziemlich geil findet, was RTL so alles an Action und Bling-Bling für sie und die Kandidaten auffährt – ob Wellness auf den Seychellen, ein bisschen Boot fahren auf dem griechischen Meer oder Dinner hoch über der atemberaubenden Kulisse  von Athen: Gerdas Augen leuchteten stets grell, und sie hat ganz ohne falsche Scham nur zu gerne alles mitgenommen, was ging. Klar, bei der Show geht es in erster Linie darum, äh, ach ja, genau: die Liebe zu finden. Natürlich. Aber, mal ehrlich, gegen die spektakulären Rahmenbedingungen würde sich doch auch keiner von uns wehren.

Sie knutscht sich durch

Apropos "die Liebe finden": Zwischendurch macht Gerda immer wieder relativ glaubwürdig deutlich, dass sie hier durchaus ernsthaft auf der Suche nach einem passenden Typen für sie ist – Kameras hin oder her. Dafür müssen die potenziellen Kandidaten natürlich auf Herz und Nieren und sonstige Fähigkeiten geprüft werden. Entsprechend viel Körperkontakt hat sie im Verlauf der Staffel gesucht, was wir deutlich ehrlicher finden als das Verhalten vieler Vorgängerinnen, die den Männern eher den Eindruck vermittelten, mit dem ersten Kuss bis nach der Hochzeit warten zu wollen.

Sie ist ehrlich

Apropos "ehrlich": Zu den Highlights der Staffel, die über weite Strecken bestenfalls solides Trash-TV-Entertainment ablieferte, gehörten in den frühen Folgen die Einzelgespräche mit jenen Kandidaten, die im Buhlen um die Gunst von Gerda längst abgeschlagen ins Hintertreffen geraten waren: Ihre gelangweilten Blicke gerieten der blondierten Bachelorette so unverhohlen, dass es dem Zuschauer große Fernsehunterhaltung bot.

Aber ebenso wie sie diese Ablehnung nicht verbergen konnte, hatte sie auch keine Scheu, anderen Männern ihr Interesse zu signalisieren. Mancher Mann, der ohnehin keine Chance bei ihr hatte, beschwerte sich immer wieder, dass er nicht wisse, woran er bei ihr sei. Dabei hat selten eine Bachelorette den Herren so klar gemacht wie Gerda, mit wem sie Spaß haben wollte – und mit wem eben nicht.

Sie ist witzig

Apropos "Spaß": Ihre latente Verpeiltheit verzückte nicht nur Marco in der Dreamdate-Folge, sondern auch so manchen Kandidaten vor ihm, und die Selbstironie, mit der sie sich diese Schwäche zur Stärke machte, ergänzte sich gut mit dem einen oder anderen schlüpfrigen Spruch, den sie vor versammelter Mannchschaft schon mal vom Stapel ließ. Das kam natürlich gut an bei "ihren Jungs". Dass sie nicht wirkt wie eine Frau, die in der nächsten Minute Shakespeare zitiert? Geschenkt. Denn diesen Eindruck machten die meisten Männer dieser Staffel ebenfalls nicht. Aber so gar nicht.

Fazit:

Gerda Lewis mögen die Männer reihenweise weggelaufen sein. Aber erst recht in den späteren Folgen, als sie die lustigen Quoten-Kauze wie Oggy und Konsorten konsequent aussortiert hatte, trug sie diese Staffel mit ihrem persönlichen Unterhaltungswert mehr oder weniger alleine.

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