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Ausgeleierte Herzen: Ab wann hinterlassen Trennungen bleibende Schäden?

Keine Generation vor uns hatte mit 30 Jahren schon so viele Trennungen hinter sich wie unsere. Nicht immer bricht uns dabei das Herz - aber ab wann zieht der ewige Neustart ernsthafte Beschädigungen nach sich? Und was können wir dagegen tun?

Trennungsschmerz

Wer eine Trennung als Trauma erfährt, den kann sie "an den Rand der Überlebensmöglichkeit bringen" (Symbolbild)

Man sieht es ja schon auf den ersten Blick.

"Wie geht's?", fragte ich meine Freundin.

"Ach", sagte sie, bemüht beiläufig, Blick angeblich tief versenkt in die Speisekarte, "es ist die gleiche Geschichte wie immer, nur mit einem anderen Namen."

Sie schlug die Karte zu, sah an meinem Kopf vorbei aus dem Fenster. "Ich kann dir exakt nichts Neues erzählen, wir können uns das ganze Gespräch sparen." Ein Lächeln, das ironisch aussehen wollte, es aber nicht schaffte.

Die gleiche Geschichte wie immer. Er hatte sich also getrennt. Oder sie sich. Oder es hatte kurz so ausgesehen, als würde das mit den beiden in eine gute Richtung laufen, bis dann doch noch einer anders abgebogen war. (Und gute Richtung, so einfach sind wir immer noch gestrickt, gute Richtung bedeutet in der Welt meiner Freundinnen und Freunde und meiner eigenen: Zwei sind verliebt ineinander und finden, das wäre doch mal eine tolle Gelegenheit, es mit einer Beziehung zu versuchen).

"Immer wieder Anlauf nehmen / Bis es klappt"

Ich fasste ihre Hand, sie verdrehte die Augen, und dann liefen ihr aber doch Tränen über die Wangen. Mir fiel nichts zu sagen ein, außer "Ach, scheiße" und "Das gibt's doch nicht, das sah doch wirklich gut aus dieses Mal" . Sie behielt recht: Wir hatten dieses Gespräch in wechselnder Rollenbesetzung schon so häufig geführt miteinander, und trotzdem wurde der Text nicht besser.

Zu Hause hörte ich beim Zähneputzen ein Lied der Berliner Sängerin Elif, nicht zufällig, es war mir auf dem Heimweg eingefallen, es passte so schön zur unschönen Situation. Der Refrain: "Immer wieder Anlauf nehmen / Mit vollem Herzen losrennen / Immer ein Stück höher springen / Immer wieder Anlauf nehmen / Bis es klappt / Bis ich's hab".

Im Bett googelte ich Elifs Alter. 25. Also noch einmal sieben Jahre jünger als meine Freundin und ich. Und trotzdem haben wir alle die gleiche Geschichte laufen, seit Jahren. Bis wir 30 sind, liegen laut Studien 3,6 Beziehungen hinter uns (nach meiner Lebenswelt zu urteilen, müssen an der Befragung ein paar Seit-dem-Kindergarten-Langzeitpaare teilgenommen haben, die den Schnitt nach unten gezogen haben). Unsere Großeltern mussten im doppelten Alter, also mit 60, nur auf insgesamt 2,7 Trennungen zurückblicken.

Natürlich wäre es zu theatralisch und irgendwie auch nicht glaubwürdig, nach jedem Anbahnungsversuch und jeder Kurzbeziehung vom ganz großen Kummer zu sprechen. Nicht jedes Mal brechen unsere Herzen. Aber sie werden doch in Mitleidenschaft gezogen. Sie dehnen sich aus, wenn sie sich verknallen, sie spannen sich, wenn sie sich verlieben, und sie schnalzen mit jedem "Also, als Mensch mag ich dich total ..." (egal ob gehört oder selbst ausgesprochen) wieder zusammen. Wieder und wieder. Und dann noch mal.

Nur: Ab wann ungefähr trägt man von diesem ganzen Enttäuschungstheater eigentlich ernsthafte Beschädigungen davon? Sagt die Psyche, das Herz, oder wo auch immer man eine gewisse Intelligenz des Gefühls verortet, nicht irgendwann: So, das war ja eine ganz nette Idee, das mit der Liebe, scheint sich in unserem Fall aber wie mit dem Sozialismus zu verhalten gut gedacht, leider nicht lebenspraktikabel. Irgendwelche neuen Vorschläge?

Die Trennung als Vernichtungsereignis

Da mir das ganze Thema doch sehr drängend erscheint, frage ich am nächsten Tag ein Telefongespräch mit an. Seidler, 66, ist Psychotherapeut und Traumatologe. Er beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Extremerfahrungen auf die Intensität von Liebeskummer.

Trauma, das verbindet man natürlich erst einmal mit Krieg, Unfällen, Entführungen oder Missbrauch. Trennungen auch wenn es viele sind als Traumata zu begreifen, ist das nicht eventuell ein bisschen hysterisch von mir?

Keineswegs, findet Seidler. Ein Trauma sei eine seelische Verletzung, die auf ein Ereignis zurückgeht, dem man sich machtlos ausgesetzt fühlte. "Eine Trennung kann also ein Trauma nach sich ziehen, wenn sie als Vernichtungsereignis wahrgenommen wird. " Objektiv betrachtet sei das Scheitern von Beziehungen und Ehen in unserer Gesellschaft zwar nicht mehr lebensgefährlich - die Versorgung reißt nicht ab, nur weil man verlassen wird, man wird nicht ausgeschlossen aus der Gemeinschaft , "und trotzdem kann eine solche Erfahrung Menschen an den Rand der Überlebensmöglichkeit bringen" , sagt Seidler.

Das bestätigt auch die amerikanische Anthropologin Helen Fisher. Gemeinsam mit der Neurowissenschaftlerin Lucy Brown hatte sie Collegestudenten Bilder von deren Ex-Partnern gezeigt und dabei die Hirnaktivitäten der Studenten aufgezeichnet. Die Forscherinnen bemerkten vor allem an zwei Stellen erhöhte Aktivität: Das Belohnungssystem und die Bereiche, die für die Stressverarbeitung zuständig sind, reagierten heftig auf die Fotos der Verflossenen. Ähnlich verhalten sich diese Hirnbereiche, wenn man Drogen nimmt und anschließend wieder runterkommt. Trennungen setzen im Hirn also die gleichen Abläufe in Gang wie ein harter Kokainentzug.

Viele Menschen, sagt Seidler, entwickeln daraufhin ein traumakompensatorisches Schema: Die letzte Beziehung war eine Katastrophe, sie ist gescheitert, man war am Boden, aber die nächste, die wird besser, und nicht nur das: Die wird, nein, muss alle Wunden heilen. Wenn sie das aber nicht schafft, sondern ebenfalls den Bach runtergeht, fühlen die Betroffenen nicht nur den Schmerz dieses einen Rückschlags, sondern dazu den der vorangegangenen Trennungen. Das Leid summiere sich, und irgendwann, das könne schon sein, sagt Seidler, komme man an seine Grenzen, wieder Hoffnung zu haben für einen neuerlichen Anlauf. Erstens, weil man das Vertrauen verliere, nicht nur in andere Menschen, sondern vor allem in die eigene Urteilskraft. Zweitens, weil man nicht mehr nur eine Beziehung suche, sondern die Generalerlösung vom Scheitern überhaupt.

Ich kriege Beklemmungen allein beim Zuhören. So will man, so darf man nicht werden, und auf so jemanden möchte man auch auf gar keinen Fall treffen. Seidler spricht weiter: Das Schlimmste sei, dass sich dieses Verhalten, sofern man es nicht durchschaue und bearbeite, so weit steigere, dass man jede weitere Liebesbeziehung irgendwann nicht mehr bei Null, sondern schon im Minusbereich starte.

Ich höre Worte wie "Abwärtsspirale" und "Teufelskreis" müssen wir also alle zur Therapie? Soll ich meine Freundin anrufen und die Sängerin aus Berlin und überhaupt wahrscheinlich halb Berlin und ihnen sagen, dass wir keine Chance haben ohne professionelle Hilfe?

Nein, sagt Seidler, der Therapeut, zu meiner Verwunderung. Er vertrete die Ansicht, dass Psychotherapie stets nur eine Krücke sei, eine Hilfe für einen kleinen Zeitraum. "Elend und Leid und Verluste gehören zum Leben", er klingt jetzt ein bisschen genervt, "und für diese Erkenntnis braucht es nicht zwingend professionelle Unterstützung, sondern schlicht Ehrlichkeit sich selbst gegenüber und die Toleranz, sie auszuhalten. " Ob mit Achtsamkeitsübungen, Selbsthilfebüchern oder bloß immer wieder mit der Coldplay-Live-CD von 2012 wir würden ohnehin nie Profis im Verlust. "In der Psychotraumatologie habe ich lange untersucht, ob es zu einer Abstumpfung kommt, ob Soldaten im Krieg oder Opfer von Missbrauch irgendwann weniger fühlen. Aber das Gegenteil ist der Fall. Man wird mit jedem Mal verwundbarer. Der Seele wächst keine Hornhaut, leider."

"Man muss allein zurechtkommen"

Wir legen auf. Ich bin, auch weil es zwischenzeitlich etwas ruppig wurde zwischen Seidler und mir, erleichtert. Der Therapeut findet offenbar, wir sollten alle mal wieder runterkommen von unserer Angst, schwerwiegend beschädigt zu sein. Zum Abschied hat er mir gesagt: "Wenn Sie's ganz schlicht wollen: Man muss allein zurechtkommen auch wenn es zusammen mit jemand anderem natürlich schöner ist."

Und das wiederum ist ein Satz, der mich so ein bisschen nervt seit einiger Zeit. Klar, es sind nicht gerade Heldengeschichten, die wir uns da erzählen. Es ist nicht sexy, mit glasigem Blick vom neuesten Fehlschlag zu berichten. Ebenfalls nicht sexy und schon gar nicht schlau ist aber auch dieses ewige "Sei doch erst mal mit dir selbst glücklich"-Mantra. Man hört es besonders häufig von drei Personengruppen: den Desillusionierten, die jede Idee von einer funktionierenden Beziehung meist aus Notwehr längst aufgegeben haben. Den Liierten, die sich "aber noch sehr genau an die Zeit als Single erinnern" können (Glückwunsch dazu), sie nostalgisch verklären und tolle Tipps geben. Und von Leuten, die gerade zum ersten Mal eine Therapie machen und so begeistert sind von den dortigen Erkenntnissen, dass sie ihr Umfeld ungefragt mitzuheilen gedenken.

Um sicherzugehen, dass wir uns verstehen: Man muss allein klarkommen? Ja, logisch. Man darf den anderen nicht zur Kompensation eines vorangegangenen Dilemmas instrumentalisieren? Natürlich nicht. Man sollte sich auch erfüllt fühlen von seinen Freundschaften, seiner Arbeit, seinen Hobbys? Aber ja doch.

Und ich kann natürlich nur von meinen Freunden und mir sprechen, aber: So weit sind wir schon. Wir alle verfügen über ein erfülltes, manchmal sogar überfülltes Leben. Und doch soll es ja durchaus möglich sein, einen Freundeskreis, Erfolg im Job UND eine Liebesbeziehung zu haben. Wir sagen ja nicht, dass alles andere wertlos ist, nur weil es mit den Männern oder Frauen nicht so richtig läuft. Trotzdem ist da eine Sehnsucht nach etwas, das man allein nun einmal nicht hinbekommt. Denn ich weiß nicht, wie das in den Freundeskreisen der schlauen Ratgeber so ist, aber soweit ich das überblicke, fahren Menschen unseres Alters nicht andauernd mit ihren Eltern in den Urlaub, bauen Häuser oder kaufen Wohnungen selten zusammen mit ihren Kollegen und bekommen nur in Ausnahmefällen Kinder mit ihren besten Freunden. Es gibt eben ein paar Dinge im Leben, die Menschen fast ausschließlich mit ihrem Partner machen, und so zu tun, als seien das irgendwie nebensächliche, bisschen überbewertete Milestones, finde ich überheblich.

Wer mit 30 Jahren (Elif ja schon mit 25) langsam gelangweilt ist von Dating, Affären und halb garen Bindungsversuchen, einfach weil er das jetzt jahrelang immer wieder gemacht hat, entwickelt meiner Meinung nach einen ganz natürlichen Anspruch auf Weiterentwicklung. Liebe zu sich selbst ist zwar der Ausgangspunkt, klar, aber eben auch nur das. Danach muss schon noch etwas kommen, und zwar ein anderer.

Mit 40: "Ein bis drei Kinder, Haus am Stadtrand"

Ich bin in einer ganz guten Stimmung, um mit Stefanie Stahl zu sprechen. Sie ist Autorin des Bestsellers "Jeder ist beziehungsfähig", stellt jedoch zu Beginn des Gesprächs klar, dass "beziehungsfähig" nicht bedeute, dass wir alle keine Bindungsprobleme hätten. Im Gegenteil, etwa 40 bis 50 Prozent würden auf die eine oder andere Weise damit kämpfen, trotzdem stehe es nicht schlecht für die Generation der 20- bis 35-Jährigen. Erstens, weil es Lösungsstrategien gebe. Zweitens, weil die jungen Menschen generell sehr bindungswillig seien.

Das ergab auch die große NEON-Umfrage im Sommer vergangenen Jahres. Gefragt, wo sie sich im Alter von 40 Jahren gern sehen würden, antwortete knapp die Hälfte der 1000 Teilnehmer: "Mit ein bis drei Kindern in einem Haus am Stadtrand" . Vergleichsweise wildere Optionen wie "Gut verdienender Single in einer Stadtwohnung" oder "Globetrotter in einer Hütte am Strand" fanden nur 9 Prozent erstrebenswert.

Am Willen scheitert es also meistens nicht. Statistisch gesehen ist derjenige, in den wir uns verlieben, mit hoher Wahrscheinlich auch an einer Beziehung interessiert. Und wo hakt es dann? Stahl erklärt, dass meine Freunde und ich und die Menschen, auf die wir bislang getroffen sind, vielleicht gar kein Problem mit unserem Bindungssystem haben, sondern vielmehr mit unserem Autonomiesystem. Der Unterschied geht ungefähr so: Lernen wir jemanden kennen, den wir interessant finden, aktiviert sich unser Bindungssystem. Wir sehnen uns nach Sicherheit. Haben wir Glück und unser Gegenüber empfindet genauso, beruhigt sich das Bindungssystem wieder, die ganze Angelegenheit verliert an Spannung.

Viele Menschen kommen damit klar. Viele aber auch nicht. Bei ihnen wacht an diesem Punkt das Autonomiesystem auf, das Angst vor einer Art feindlichen Übernahme durch den anderen hat. Man merkt das nicht unbedingt bewusst, Stahl nennt diesen Vorgang den "plötzlichen Gefühlstod": Auf einmal sieht man nur noch Fehler am anderen, findet ihn weniger attraktiv, manchmal sogar abstoßend.

"Dabei ist diese Angst vor Vereinnahmung reine Projektion" , sagt Stahl. "Die Betroffenen haben die tief verwurzelte Überzeugung, alle Erwartungen des Partners erfüllen zu müssen, um von ihm geliebt zu werden. Sie haben als Kinder nicht gelernt, dass sie eine Beziehung mitgestalten können, statt nur stillzuhalten und sie über sich ergehen lassen zu müssen. Deshalb empfinden sie den Partner, sobald er ihnen sicher ist, als eine Art Bedrohung."

Dass der, in den man gerade noch verliebt war, einfach nur doch nicht der Mensch ist, mit dem man sein Leben verbringen will, ist der Psychologin als Trennungsoption aber natürlich auch geläufig. "Man kann relativ leicht herausfinden, ob man bloß an den Falschen geraten ist oder ein grundsätzliches Bindungsproblem hat: Kommt einem das ganze Spiel bekannt vor? Ist das eventuell schon häufiger vorgekommen: Erst war man total begeistert, dann schlagartig ernüchtert? Oder war man immer nur mit Menschen zusammen, die flüchteten, sobald es ernst wurde? Oder verliert man in Beziehungen jedes Mal völlig das Gefühl für sich selbst?"

Entdecke man ein Muster, sagt Stahl, habe das Scheitern vermutlich nicht viel mit dem jeweiligen Gegenüber zu tun und werde sich also immer und immer wiederholen es sei denn, man mache es sich endlich bewusst und steuere gegen, auch mit therapeutischer Hilfe.

Rein statistisch wie Lottospielen - nur umgekehrt

Nach dem Telefonat lese ich noch ein paar Ratgeberbücher quer, schaue mir aktuelle Studien an, spreche mit Freunden und Kollegen. Mit Beziehungen, scheint es mir plötzlich, verhält es sich rein statistisch gesehen wie mit dem Lottospielen - nur umgekehrt. Auch wenn das Gefühl etwas anderes behauptet: Eigentlich stehen unsere Chancen hervorragend. Klar, wir brauchen im Schnitt ein paar Anläufe mehr als die Generationen vor uns. Und auch wenn wir es mit der Liebe leichter haben, weil wir frei entscheiden können, wen wir wollen, haben wir es mit den Bindungen schwerer, weil uns keine Abhängigkeiten mehr aneinanderketten. Aber: Wir wollen es. Wir wünschen, dass es klappt. Und jeder Diätcoach oder Motivationsguru würde mir da wohl beipflichten: Der gute Wille ist schon die halbe Miete.

Der Trick ist jetzt, das Leiern der Herzen nicht überzuinterpretieren. Sondern es positiv zu sehen: Passt da halt später mal mehr rein. Natürlich schmerzen die vielen kleinen Rückschläge. Aber am Ende werden wir auf eine Positivbilanz schauen: Wir werden häufiger verliebt gewesen sein. Wir werden mehr Menschen geliebt haben in unserem Leben. Wir werden Chancen gegeben haben und mit unseren Gefühlen freigiebig umgegangen sein.

Natürlich zahlen wir dafür einen Preis. Von uns wird das Kunststück verlangt, in gewisser Weise naiv zu bleiben. In allen Lebensbereichen evolutioniert sich der Mensch im Laufe seines Lebens: Herdplatten sind heiß, Wespen stechen, Glastüren sind gefährlich, aha, aha, aha, weiß man irgendwann, kann man zur Sicherheit noch ein paar Mal ausprobieren, und dann aber: abhaken als Erfahrung, die Handlungen nach sich zieht. In der Liebe ist es genau andersherum, da sind wir darauf angewiesen, nicht schlau zu werden.

Klar, wir müssen lernen, Warnzeichen zu erkennen, wie Stahl und Seidler sie beschrieben haben. Wir müssen auf diese Stimme in uns vertrauen, die, wenn wir ehrlich sind, schon ziemlich früh ziemlich genau weiß, woran wir beim anderen sind. Wir müssen uns und unsere Antriebe immer wieder hinterfragen. Lernen, was wir uns selbst wert sind, ohne einen anderen.

Aber vor allem, wirklich vor allem anderen, müssen wir uns klarmachen, dass das sehr wohl Heldengeschichten sind, die wir uns da immer wieder gegenseitig erzählen. Weil wir, trotz allem, mutig bleiben. Für uns. Aber auch für diesen anderen Menschen, der da irgendwann kommen wird, leicht genervt und ein bisschen desillusioniert, und mit einem Herzen, das auch nicht mehr ganz unversehrt ist.

Wir werden voreinander stehen, uns unsere Geschichten erzählen, wir werden lachen und dann wieder Anlauf nehmen. Ganz so, als gäbe es keine Glastüren.