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Viraler Post: Chefin hat eine goldene Regel für Bewerber – und stößt damit auf viel Kritik

Jessica Liebman hat in ihrer Karriere bereits hunderte Bewerber beurteilt – und hat hierfür eine Faustregel: Wer nach dem Bewerbungsgespräch keine Dankesnachricht schreibt, kommt nicht weiter. Dafür hagelt es Kritik.

Redaktionsleiterin will Danksagung nach Bewerbungsgespräch

Die goldene Regel, die eine Redaktionsleiterin verriet, stößt auf sehr viel Kritik (Symbolbild)

Unsplash

Der Bewerbungsprozess kann langwierig, schmerzhaft und wahnsinnig anstrengend sein – sowohl für Bewerber, als auch für Personaler. Hat man die gleichen Erwartungen? Werden Anforderungen erfüllt? Können sich Firma und Bewerber in Sachen Konditionen einig werden?

Eine Frau, die seit zehn Jahren für die Einstellung neuer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei einem großen Konzern zuständig ist, verriet nun ihre goldene Regel bei der Auswahl neuer Mitarbeiter – und stieß damit auf sehr viel Kritik und Unverständnis.

Jessica Liebman ist seit zehn Jahren Redaktionsleiterin bei "Inside Inc.", zu deren Portfolio unter anderem "Insider" und "Business Insider" gehören. In einem Artikel, der auf der Online-Seite des "Business Insider" veröffentlicht wurde, verriet sie, dass sie in ihrer Karriere bereits hunderte Mitarbeiter interviewt und eingestellt habe und dabei eine wichtige Regel für sich selbst etabliert habe: "Wenn jemand nach dem Bewerbungsgespräch keine Dankesnachricht schickt, sollte man diese Person nicht einstellen."

Eine Dankesnachricht nach dem Bewerbungsgespräch gehört für Jessica Liebman zum guten Ton

Diese Faustregel erklärt sie folgendermaßen: Einerseits zeige eine "Dankes-E-Mail", dass die Person den Job wirklich wolle – "beziehungsweise, ein Fehlen dieser Nachricht zeigt, dass die Person den Job vermutlich nicht will." Die wenigen Male, die sie einen Bewerber oder eine Bewerberin ausgewählt hätten, der oder die keine solche Nachricht geschickt hatte, seien sie geghosted worden, oder hätten schlussendlich eine Absage bekommen. "Und ein paar Mal wurde unser Angebot angenommen, aber die Person zog noch vor dem ersten Arbeitstag ihre Zusage zurück oder arbeitete nur ein paar Monate bei uns."

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Außerdem sei ein Bewerbungsgespräch nicht unbedingt eine gute Reflektion des Arbeitsethos eines Bewerbers: "Während eine Dankes-E-Mail nicht garantieren kann, dass jemand eine gute Personalentscheidung sein wird, gibt sie einem doch ein wenig mehr Information: Der Kandidat ist eifrig, organisiert und wohlgesittet genug, um die Nachricht zu schreiben." Außerdem zeige sie, dass ein Kandidat einfallsreich genug sei, um im Zweifel eine E-Mail-Adresse herauszufinden, die der Personaler ihm oder ihr nie gegeben hat. "Bei 'Insider Inc.' wollen wir gute Leute einstellen. Und die Dankes-E-Mail ist ein Hinweis, dass jemand zu diesen Leuten gehört."

Auf Twitter hagelt es Kritik für Liebman

Sowohl Liebman selbst als auch das Social-Media-Team von "Business Insider" teilten den Artikel auf Twitter, wo er sich rasend schnell verbreitete – und auf viel Kritik stieß. So schrieb ein User ironisch: "Entschuldigung, aber ich gebe keinen Artikeln ein Like, außer der Autor dankt mir am Ende fürs Lesen. Wenn sie das nicht tun, wollen sie vermutlich eh nicht, dass ich ihren Artikel lese und gehören nicht zu den guten Leuten."

Ein anderer User schreibt: "Das sendet ja ein tolles Signal an alle, die mit Kommunikation zu kämpfen haben. Isolation, Depression, Angst, Autismus. Es gibt Millionen von Menschen, die vielleicht wirklich ihr Bestes geben, bei denen es aber nicht zum Habitus gehört, eine weitere Nachricht zu schicken."

Und wieder eine andere Userin fragt: "Könnt ihr euch vorstellen, für jemanden zu arbeiten, der solche willkürlichen Entscheidungen nicht nur fällt, sondern das dann auch noch zelebriert?" Und fügt hinzu: "Bewerbungsgespräche sind eine zweiseitige Angelegenheit. Ich finde in dem Moment genau so sehr heraus, ob ich für jemanden arbeiten möchte, wie die andere Person herausfindet, ob sie möchte, dass ich für sie arbeite. Das vergessen viele Leute gerne."

Und auch Karriere-Influencerin "Ask A Manager" schreibt, sie könne Liebman nicht weniger zustimmen: "Das ist diskriminierend für Kandidaten mit Bildungshintergrund, in dem einem diese Art von Jobsuche-Training nicht gegeben wurde. Das hat nichts mit Können und Potenzial in diesem Job zu tun. Ich mag Dankesmails, aber sie zur Voraussetzung zu machen, ist eine fürchterliche Idee."

Liebman verteidigt ihre Bewerbungs-Regel

Jessica Liebman reagierte auf die Kritik mit einem weiteren Artikel, in dem sie versucht, die Intention hinter ihrer sehr harten Aussage zu erklären. Sie sei überrascht gewesen, auf so viel Gegenwind zu stoßen, schreibt Liebman, und wolle ein paar Dinge klarstellen: "Die Dankes-E-Mail-Strategie ist eine FAUSTregel, keine offizielle Regel oder Richtlinie." Außerdem hätten Menschen ihre Anforderungen als altmodisch beschrieben: "Zur Zeit schicken circa 95 Prozent aller Bewerber bei Insider Inc. eine E-Mail nach ihrem Bewerbungsgespräch – unaufgefordert. Das lässt vermuten, dass die meisten Menschen, die ich treffe, sie immer noch relevant finden."

Eine Dankesmail sei ja in dem Sinne kein Dankeschön für das Gespräch, sondern eine letzte Möglichkeit, sich selbst zu verkaufen und Interesse zu bekunden. Sie sei absolut der Meinung, dass ein Bewerbungsgespräch für beide Seiten gleichermaßen Bewerbung sei: "Die Mail ist ein sehr klares Zeichen in unsere Richtung, dass das Interesse noch besteht, bevor wir unser finales Zeichen schicken: das Angebot." 

Quellen: Business Insider 1 / Business Insider 2

Eine junge Frau sitzt lächelnd am Computer und hält sich mit der linken Hand einen Kugelschreiber an den Mund
jgs
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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(