HOME
Meinung

Greta Thunberg, "DariaDaria" und Co.: Hört endlich auf, Weltverbesserer wegen ihrer Unperfektheit zu bashen!

Menschen (und besonders Influencer), die versuchen, die Welt ein bisschen besser zu machen, werden beim kleinsten "Fehler" von einem Shitstorm überrollt. Das muss aufhören, findet unsere Autorin.

Shitstorms gegen nachhaltige Influencer

Shitstorms lauern für Influencer und Weltverbesserer mittlerweile hinter jeder Ecke

Influencer haben einen schlechten Ruf – dabei können sie die Welt auch zum Guten beeinflussen. Viele nutzen mittlerweile ihre Berühmtheit in den sozialen Netzwerken dafür, ihren Followern Themen wie Nachhaltigkeit, aber auch Feminismus oder Anti-Rassismus näherzubringen. Klar, sie sind durch ihre schiere Reichweite Vorbilder – aber eben auch nur Menschen. Trotzdem rauscht bei jedem kleinsten "Fehler" ein Shitstorm an, wie er absurder nicht sein könnte. Wer zum Beispiel als Umweltschützer nicht zu 100 Prozent nachhaltig lebt, wird gebashed. Dabei ist das Quatsch.

Auch Influencer sind nicht perfekt

Wenn eine Frau wie Madeleine Daria Alizadeh (besser bekannt als "DariaDaria"), die auf Instagram über nachhaltiges Leben informiert, eine Süßkartoffel im Ofen zubereitet, dann ist das kein (!) Skandal. Natürlich ist es nicht sehr nachhaltig, den Ofen wegen einer so kleinen Portion anzustellen, aber niemand ist perfekt – und vor allem sollte Perfektion nicht der Anspruch sein, um etwas kritisieren zu dürfen. Diese Frau macht wahrscheinlich mehr für die Umwelt als alle Hater, die sofort aufschreien und mit dem Finger auf sie zeigen. Trotzdem bekam sie für ihr harmloses Süßkartoffel-Rezept Gegenwind.

View this post on Instagram

Sweet potato for breakfast? Weird, right? That was my reaction when I heard this suggestion from @lisamuellersen on Friday’s workshop. Today I tried it out and DAYUM this is unreal. So warming, nurturing, amazingly flavored. Check todays story or food highlights for the recipe which goes: ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ 🧡 Poke holes with a fork into a small sweet potato and put it in the oven at 190°C (takes around 45-60 min to get soft) 🧡 When the potato is close to ready, heat up some coconut oil (or substitute) in a pan and add any chopped fruit you fancy (I used apples and bananas but any season fruit would work, I think apricots would be amazing) ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ 🧡 Add loads of cinnamon or any other spice you like (nutmeg, kardamom, etc.)to the sautéed fruit. Also add other toppings such as finely chopped dates, nuts, raisins (the sky is the limit!) 🧡 Add a tiny bit of oat (or other plant based) milk to the pan for creaminess 🧡 Take sweet potato out of the oven, cut open, add fruit mix from pan and top it off with nut butter (I used peanut butter) and more cinnamon. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ This is just a suggestion with ingredients I had at hand, you can really go creative on the toppings. This does take a while so more for weekends but I encourage you to try, even if it seems weird at first! #breakfast #vegan #plantbased #easyrecipes #veganrecipes

A post shared by Madeleine Daria Alizadeh (@dariadaria) on

Auch die junge Klimaaktivistin Greta Thunberg wird immer wieder im Netz für ihr Engagement wie auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos angegriffen. Der Tenor: "Sie ist nur ein dummes Kind, das von ihren Eltern gezwungen wird." Dabei schafft es die Schülerin, was vielen Politikern nicht gelingt: mit ihren Auftritten sehr viele Menschen zu erreichen und für das Thema Umweltschutz zu sensibilisieren. "Ich will nicht, dass ihr voller Hoffnung seid. Ich will, dass ihr in Panik geratet, dass ihr die Angst spürt, die ich jeden Tag spüre," sagt Greta zum Beispiel - und macht mit solch prägnanten Sätzen den Klimawandel emotional erlebbar. Statt Respekt dafür hagelte es auf Instagram Kritik, weil sie ihr mitgebrachtes Essen auf dem Weg nach Davos (sie ist 65 Stunden mit dem Zug gefahren statt zu fliegen!) in einer Plastikverpackung transportiert hat. Leute – ist das euer Ernst? Wegen einer Tüte Toastbrot und einer Schale Salat wird ihr ganzes Engagement infrage gestellt?! 

View this post on Instagram

Lunch in Denmark.

A post shared by Greta Thunberg (@gretathunberg) on

Mir scheint es, dass Menschen, die sich für etwas engagieren, immer kritischer beäugt werden als solche, die gar nichts machen. Oft wirkt es, als würde nur darauf gewartet, dass man etwas falsch macht. Das ist vielleicht auch der Grund, warum sich viele Promis und Personen in der Öffentlichkeit weigern, überhaupt zu irgendetwas Stellung zu beziehen. Wer einmal den Stempel "Öko" auf der Stirn kleben hat, der darf für den Rest seines Lebens nie wieder etwas Unökologisches tun, scheint es.

Widmet euch lieber den Ignoranten, Rassisten und Anti-Feministen

Jeder, der sein Verhalten reflektiert und versucht, es Mitmenschen oder der Umwelt zuliebe zu verändern, ist tausendmal besser, als jeder, der gar nichts tut. Und ich spreche hier nicht von Menschen, die nicht das Privileg haben, nur noch im Biomarkt einkaufen zu gehen oder Primark zu boykottieren, sondern von denen, die sagen: "Ist mir alles scheißegal."

Liebe Internet-Trolle, Hater und Besserwisser: Spart euch eure Shitstorms gegen Leute, die einfach nur versuchen, die Welt ein bisschen besser zu machen. Konstruktive Kritik ist vollkommen okay, aber meint ihr nicht, dass eine "DariaDaria" auch selbst weiß, dass ihr Leben nie vollkommen nachhaltig sein kann? Mein Vorschlag: Verwendet eure Zeit und Energie lieber darauf, Ignoranten, Anti-Feministen und Rassisten das Leben schwer zu machen. Und fragt euch manchmal: Muss ich meine Meinung dazu jetzt wirklich kundtun? Nur weil man es kann, sollte man nicht alles kommentieren – außer mit Liebe natürlich!

DariaDaria: Influencerin über soziale Netzwerke: "Die Ignoranz wichtigen Themen gegenüber kotzt mich an"
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.