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Interventionistische Linke: Mit dieser Aktion gedenken Aktivisten der NSU-Opfer

Das Urteil im NSU-Prozess ist gefallen: lebenslange Haft für Beate Zschäpe. Um den Opfern und ihren Angehörigen Respekt zu erweisen, hat eine Aktivistengruppe rund 200 Straßenschilder in Deutschland mit ihren Namen überklebt.

NSU-Opfer auf Straßenschildern: Aus Kaiserstraße wird "S.-Tasköpru-Str."

Einen Tag vor dem Urteil im NSU-Prozess haben linke Aktivisten am Dienstag in mehr als 20 Städten rund 200 Straßen mit den Namen der Opfer des Terrornetzwerks versehen. Hier wird das Straßenschild der Kaiserstraße mit "S.-Taşköprü-Str." überklebt. 

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wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Ihren Namen kennt ganz Deutschland, die ganze Welt. An die Namen der zehn Opfer des Nationalsozialistischen Untergrunds aber erinnert sich kaum jemand: Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık, Halit Yozgat, Michèle Kiesewetter.

Aus Platz der Republik wird "Habil-Kılıç-Platz"

Am Dienstag, einen Tag vor dem Urteil im NSU-Prozess haben linksextremistische Aktivisten am Dienstag nach eigenen Angaben in mehr als 20 Städten rund 200 Straßen mit den Namen der Opfer des Terrornetzwerks versehen. Für die Umbenennungen seien vor allem Straßen ausgesucht worden, die NS-belastete Namen trügen und die längst hätten umbenannt werden müssen, teilte die Interventionistische Linke mit. Das Bundesamt für Verfassungsschutz führt die Organisation als linksextremistisch. Nach Angaben der Verfassungsschützer will sie eine Verbindung schaffen zwischen militanten Gruppierungen und nichtgewaltorientierten Linksextremisten.

NSU-Opfer auf Straßenschildern: Aus dem Platz der Republik wird der "Habil-Kilic-Platz"

Aus dem Platz der Republik vor dem Reichstag wird der "Habil-Kılıç-Platz"

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Mit der Aktion wolle man "das Ausmaß rassistischer Gewalt sichtbar machen und den Opfern des NSU und ihren Angehörigen Respekt erweisen", erklärte die Interventionistische Linke. Zudem äußerte sie Kritik an den Behörden und an der Bundesanwaltschaft. Diese habe die Aufklärung des verhindert und staatliche Beteiligung vertuscht.

Urteil im NSU-Prozess gegen Zschäpe

An diesem Mittwoch hat das Münchner Oberlandesgericht das Urteil gegen Beate Zschäpe im NSU-Prozess verkündet. Zschäpe war nach Überzeugung der eines von drei Mitgliedern des Nationalsozialistischen Untergrunds. Sie wurde als Mittäterin schuldig gesprochen. Zu den Taten gehören zehn Morde. Neun der Opfer waren Gewerbetreibende türkischer und griechischer Herkunft. Die Motive sollen Fremdenhass und Hass auf den Staat gewesen sein.

Mit bislang 437 Verhandlungstagen und einer Dauer von mehr als fünf Jahren war der NSU-Prozess ein Mammutprozess. Trotzdem blieben viele Fragen offen, etwa, ob zum Nationalsozialistischen  noch weitere Menschen gehörten. Die Aktion der Aktivistengruppe kann vielleicht wenigstens einen kleinen Teil dazu beitragen, dass die Namen der Opfer des NSU nicht in Vergessenheit geraten.

def/DPA