Es seien nun "rund 2200 neue Beschäftige auf den Stellwerken im Einsatz - rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr", erklärte der Chef der für das Schienennetz zuständigen Bahntochter DB Infrago, Philipp Nagl. Das Unternehmen habe "Neueinstellungen forciert sowie Ausbildung und Qualifizierung verstärkt". Die DB Infrago strenge sich an, "die in einzelnen Regionen teilweise noch vorhandenen Lücken bei der Stellwerksbesetzung vollständig zu schließen", teilte der Konzern weiter mit.
"Es muss uns auch zukünftig gelingen, Fachkräfte zu gewinnen und dauerhaft zu binden, sagte Nagel dem "Tagesspiegel" (Dienstagsausgabe). "Parallel müssen wir die Leit- und Sicherungstechnik wesentlich schneller erneuern." Moderne Stellwerke senken laut DB langfristig den Personalbedarf, weil die verantwortlichen Beschäftigten "in der Regel größere Stellwerksbereiche bedienen" können.
Nach Bahn-Angaben arbeiten in Deutschland rund 13.000 "Zugverkehrssteuer:innen", die auf den Stellwerken und in Betriebszentralen Signale und Weichen stellen und etwa Züge bei Störungen über Umleitungsstrecken lotsen. Fehlendes Personal in den Stellwerken und Betriebszentralen hatte in den vergangenen Jahren immer wieder zu Verspätungen und Zugausfällen geführt. Die zuständige Regulierungsbehörde, die Bundesnetzagentur, hatte deswegen Zwangsgelder gegen die DB Infrago verhängt.
Auch die Bundesnetzagentur sieht nun einen Aufwärtstrend. "Die Fortschritte bei der Stellwerksbesetzung sind erfreulich", sagte ein Sprecher dem "Tagesspiegel". Die Maßnahmen zeigten insofern Wirkung. "Wir haben zuletzt wegen der ersichtlich positiven Tendenz auch von der erneuten Androhung von Zwangsgeldern abgesehen", sagte der Sprecher.