"Ich entschuldige mich bei allen, die durch meinen Fehler in diese Sache hineingezogen wurden", sagte Gates bei der Mitarbeiterversammlung. Er hatte zu Treffen mit Epstein auch Führungskräfte der Gates-Stiftung mitgenommen. Die Mitarbeiterversammlung fand bereits am Dienstag statt, eine Aufzeichnung wurde am Mittwoch vom "Wall Street Journal" veröffentlicht.
In unlängst vom US-Justizministerium veröffentlichten neuen Epstein-Dokumenten war unter anderem Gates' Name aufgetaucht. Sie enthielten unter anderem den Entwurf einer E-Mail, in dem Epstein von angeblichen Affären Gates' spricht. Seine Beziehung zu dem Milliardär habe von "der Hilfe für Bill, Medikamente zu besorgen, um die Folgen von Sex mit russischen Mädchen zu bewältigen, bis hin zur Ermöglichung seiner unerlaubten Rendezvous mit verheirateten Frauen" gereicht, schreibt Epstein darin.
Nachdem Gates die Angaben aus dem Mail-Entwurf zunächst zurückgewiesen hatte, räumte der 70-Jährige nun Affären mit zwei Frauen ein. "Ich hatte Affären. Eine mit einer russischen Bridge-Spielerin, die ich bei Bridge-Turnieren kennengelernt habe, und eine mit einer russischen Atomphysikerin, die ich im Rahmen meiner Geschäftstätigkeit kennengelernt habe." Der Microsoft-Gründer bestritt jedoch jegliche Beteiligung an den Verbrechen von Epstein: "Ich habe nichts Illegales getan. Ich habe nichts Illegales gesehen."
Epstein stand unter Verdacht, mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen sexuell missbraucht und teils an Prominente vermittelt zu haben. Er wurde 2008 erstmals verurteilt, weil er eine Minderjährige zur Prostitution angestiftet hatte. Wegen eines umstrittenen Deals mit der Staatsanwaltschaft erhielt er damals aber nur eine 18-monatige Haftstrafe.
Einen Monat, nachdem Epstein 2019 unter anderem wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen worden war, wurde er tot in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden. Nach offiziellen Angaben beging er Suizid.