VG-Wort Pixel

Heftige Kämpfe in Syrien halten an


Vor einer Abstimmung der UN-Vollversammlung über eine neue Syrien-Resolution gehen die Kämpfe in dem Land mit unverminderter Heftigkeit weiter.

Vor einer Abstimmung der UN-Vollversammlung über eine neue Syrien-Resolution gehen die Kämpfe in dem Land mit unverminderter Heftigkeit weiter. Die syrische Armee beschoss erneut von Rebellen gehaltene Stadtteile in Damaskus und Aleppo, wie Aktivisten berichten. Die Schuldzuweisungen nach dem Rücktritt des Syrien-Sondergesandten Kofi Annan halten an.

Kämpfe gab es in Damaskus nach Angaben der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte unter anderem um das Viertel Tadamun. Vom Morgen an war dort Artilleriebeschuss zu hören. Tadamun liegt nahe des palästinensischen Flüchtlingslagers in Jarmuk, wo laut der Beobachtungsstelle am Donnerstag bei Mörserbeschuss mindestens 21 Zivilisten getötet wurden. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR bestätigte den Tod von 20 Menschen und berief sich auf das UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge. Unklar ist, wer für den Beschuss des Lagers verantwortlich war.

Auch in der nordsyrischen Wirtschaftsmetropole Aleppo halten die Kämpfe an. Die Armee beschoss dort das Stadtviertel Salaheddin, eine Hochburg der Rebellen. Das UNHCR beklagte, wegen der Blockade durch die Armee sei es unmöglich, Hilfsgüter in die Stadt zu bringen.

Nach Angaben der Beobachtungsstelle war der Donnerstag mit mindestens 179 Toten einer der blutigsten Tage in Syrien seit Beginn der Revolte im März 2011. Bei einem Angriff der Armee auf ein Viertel der zentralsyrischen Stadt Hama habe es zudem "dutzende" Tote gegeben. Eine genaue Opferzahl gab die Beobachtungsstelle am Freitag nicht an, die Stadt sei von der Außenwelt abgeschottet. Die oppositionellen Örtlichen Koordinierungskomitees sprachen von einem "Massaker" mit rund 50 Toten.

Nachdem die USA am Donnerstag Russland und China für Annans Scheitern bei seiner Syrien-Mission verantwortlich gemacht hatten, gab der Iran dem Westen und insbesondere Washington die Schuld. Der Westen habe keinen Erfolg der Mission Annans gewollt und dem Sondergesandten immer neue Hindernisse in den Weg gelegt, sagte der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi nach Angaben der Nachrichtenagentur Irna.

Die UN-Vetomächte Russland und China hatten dreimal Resolutionen des UN-Sicherheitsrats zur Verurteilung der syrischen Führung und der Androhung von Sanktionen blockiert. China äußerte nun "Bedauern" über Annans Rücktritt. Das russische Außenministerium erklärte, es müsse "dringend" ein Nachfolger gefunden werden.

Der Rücktritt Annans dürfte auch Eingang in eine Resolution finden, über welche die UN-Vollversammlung heute abstimmen will. In dem von einer Gruppe arabischer Staaten eingebrachten Entwurf wird von Damaskus ein Ende des Beschusses von Städten mit schweren Waffen gefordert. Verlangt wird auch ein politischer Wechsel in Syrien, nicht aber direkt ein Abgang von Staatschef Baschar al-Assad. Zudem werden Russland und China wegen ihrer Vetos verurteilt.

Die Resolutionen der Vollversammlung können nicht durch ein Veto blockiert werden. Sie haben allerdings lediglich symbolische Bedeutung, da sie - anders als Resolutionen des UN-Sicherheitsrates - völkerrechtlich nicht bindend sind.

Angesichts des Scheiterns aller diplomatischen Bemühungen in dem Konflikt kündigte der britische Außenminister William Hague weitere materielle Hilfe für die Rebellen an, vor allem im Kommunikationsbereich.

AFP AFP

Mehr zum Thema


Das könnte sie auch interessieren


Wissenscommunity


Newsticker