Die Bilanz biete ein "gemischtes Bild", resümierte der Minister. Im Energiesektor gingen die Emissionen im Jahresvergleich zurück, in den Sektoren Verkehr und Gebäude stiegen sie hingegen an.
Für das Jahr 2030 und vor allem für die Zeit danach sind die Klimaziele laut Schneider nur durch zusätzliche Anstrengungen erreichbar. Dazu solle ein neues Klimaschutzprogramm beitragen, das am 25. März im Kabinett beschlossen werde.
Bis 2030 will die Bundesregierung den Ausstoß an Treibhausgasen um 65 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 verringern. Dieses Ziel sei "noch zu erreichen", sagte Dirk Messner, der Präsident des Umweltbundesamts (UBA). "Das geht, aber wir müssen uns anstrengen."
In Deutschland wurden laut Klimabilanz 2025 insgesamt 649 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente ausgestoßen. Die Emissionen sanken um 0,9 Millionen Tonnen oder 0,1 Prozent im Vergleich zu 2024. Der Rückgang fiel damit noch geringer aus als nach vorläufigen Zahlen vom Januar angenommen. Das Jahresziel für 2025 von 661,6 Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten wurde aber noch erreicht.
Der Rückgang wurde vor allem durch eine Emissionsminderung um allein 0,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente im Energiesektor erzielt, was das Uba vor allem auf die erneut gestiegene Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien zurückführt.
In den Sektoren Verkehr und Gebäude stiegen die Emissionen im Vergleich zum Vorjahr an. Im Bereich Industrie gab es zwar einen leichten Rückgang, was aber laut Bericht "mit der aktuell schwachen Konjunktur" zusammenhängt. Positiv wurde vermerkt, dass Wälder wieder etwas mehr CO2 aufnahmen als abgaben.
Um das Emissionsziel für 2030 zu erreichen, müssten die Emissionen ab 2026 pro Jahr "im Schnitt um 42 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente sinken", heißt es in dem Bericht - also um mehr als das Vierzigfache des im vergangenen Jahr erreichten Rückgangs.
"Besonders dringend" sei eine Reduzierung der Emissionen in den Bereichen Verkehr und Gebäude, um den teuren Ankauf von Emissionszertifikaten aus anderen EU-Mitgliedstaaten oder milliardenschwere Strafzahlungen möglichst zu vermeiden.
Positiv wertete Schneider "eine gestiegene Akzeptanz für Klimaschutztechnologien" wie Elektroautos und Wärmepumpen. "Und es gibt so viele neu genehmigte Windkraft-Projekte wie nie zuvor. Das macht Hoffnung, dass die Fortschritte in den nächsten Jahren wieder größer werden."
"Die Emissions- und Projektionsdaten zeigen, dass sich der Klimaschutz sektorübergreifend leicht verlangsamt", warnte UBA-Präsident Messner. "Wir wissen, was zu tun ist, um die nationalen Klimaziele noch zu erreichen, und die Weichen dafür können Ende März mit dem Klimaschutzprogramm der Bundesregierung gestellt werden", fügte er hinzu.
Zentral bleibe "eine erfolgreiche Energiewende mit einem weiterhin starken Ausbau der erneuerbaren Energien, den dafür erforderlichen Speicher- und Netzinfrastrukturen und der Elektrifizierung im Verkehr und Gebäude sowie ein gezielter Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft", sagte Messner.
Die Umweltorganisation Greenpeace wertete die neuen Zahlen als "gellenden Weckruf": Das Tempo beim Klimaschutz müsse "massiv steigen". Greenpeace warf der CDU-geführten Bundesregierung vor, zu stark auf fossile Energien zu setzen. Die Deutsche Umwelthilfe warf der Bundesregierung eine "Klimablockadepolitik" und einen "Kniefall vor den Profitinteressen der fossilen Automobilindustrie" vor.
Die Grünen warnten davor, dass Deutschland die Klimaziele "krachend verfehlen" werde. "Die neuen Klimazahlen sind ein letztes Warnsignal an die Bundesregierung, dass sie eine radikale Kehrtwende in der Klimaschutzpolitik vornehmen muss", sagte Grünen-Fraktionsvize Julia Verlinden den RND-Zeitungen.
Insgesamt lagen die deutschen Treibhausgasemissionen 2025 um 48 Prozent unter dem Stand des Referenzjahrs 1990. Bis 2030 ist eine Minderung um 65 Prozent erforderlich und bis 2040 um 88 Prozent. Bis 2045 muss nach den Vorgaben des Klimaschutzgesetzes Treibhausgasneutralität erreicht sein.