Pistorius äußerte sich nach einer Gesprächsrunde in seinem Ministerium, an der neben deutschen und ukrainischen Regierungsmitgliedern auch Vertreter der deutschen Wirtschaft und des Finanzsektors teilnahmen. Deutschland habe großes Interesse an einigen Entwicklungen der ukrainischen Rüstungsindustrie, etwa Abfangdrohnen und Präzisionsraketen mit größerer Reichweite, sagte der Minister.
Durch den ukrainischen Abwehrkampf gegen Russland würden Technologien "unmittelbar unter realen Bedingungen getestet und können quasi in ganz kurzen Entwicklungszyklen weiterentwickelt und perfektioniert werden - und das Ganze oft im Rhythmus von nur wenigen Wochen", sagte Pistorius. "So erreicht die Ukraine eine beeindruckende Innovationskraft und Geschwindigkeit."
"Wir sehen, dass die Ukraine Innovationstreiber geworden ist, beispielsweise in der Drohnenabwehr", sagte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD), der an dem Treffen teilnahm. Deutschland wolle Joint Ventures stärken, um selbst von den Innovationen der Ukraine zu profitieren.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) kündigte nach den Beratungen an, eine Kontaktstelle für deutsche Unternehmen einzurichten, die mit der Ukraine zusammenarbeiten wollen. Die Ukraine "deckt mittlerweile große Teile ihrer militärischen Bedarfe selbst und stärkt mit ihrer technologischen Leistungsfähigkeit nicht nur sich selbst, sondern auch die Sicherheit in Europa und damit auch unsere", sagte sie.