"Nur so werden die Großkonzerne dazu gezwungen, diese Praktiken endlich zu ändern", fügte Reichinnek hinzu. Es sei zwar ein gutes Zeichen, dass die Klägerin in den USA erfolgreich war - "doch es kann nicht sein, dass jede Person selbst um ihre Gesundheit kämpfen muss". Die Linken-Politikerin sieht deshalb "den Staat in der Verantwortung, diese Konzerne endlich an die Kette zu nehmen".
Ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche lehnt Reichinnek aber weiterhin ab: Dieses würde "absolut nichts an diesen destruktiven Geschäftspraktiken" der Plattformen ändern. "Die Debatte lenkt nur davon ab, dass die mediale Macht von Überreichen schwerwiegende negative Folgen für uns alle hat."
Ein Gericht in Los Angeles hatte am Mittwoch Instagram und Youtube zur Zahlung von insgesamt sechs Millionen Dollar (rund 5,2 Millionen Euro) verurteilt. Eine heute 20-jährige Klägerin warf den Unternehmen in einem Zivilverfahren vor, sie als Minderjährige abhängig gemacht und ihr dadurch schwere psychische Schäden zugefügt zu haben. Beide Unternehmen wollen das Urteil nach eigenen Angaben anfechten.