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Spitzen-Treffen zu EU-Jugendarbeitslosigkeit in Berlin

Fünf Tage nach dem EU-Gipfel in Brüssel haben in Berlin neue Beratungen über den Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit begonnen.

Fünf Tage nach dem EU-Gipfel in Brüssel haben in Berlin neue Beratungen über den Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit begonnen. Zum Auftakt kam Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) gegen Mittag mit ihren EU-Kollegen und den Leitern der Arbeitsverwaltungen der EU-Mitgliedstaaten zusammen. Später will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den EU-Spitzen sowie mehreren Staats- und Regierungschefs, unter ihnen Frankreichs Präsident Hollande, im Bundeskanzleramt beraten.

Ziel des Treffens ist ein Austausch über die erfolgreichsten Maßnahmen der Mitgliedstaaten im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit. Der EU-Gipfel hatte in der vergangenen Woche den Weg für die Auszahlung von sechs Milliarden Euro Nothilfe für diesen Zweck geebnet.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) forderte die EU zu größeren Anstrengungen im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit auf. Die zugesagten EU-Mittel in Höhe von sechs Milliarden Euro seien "ein lächerlicher Betrag", sagte der DGB-Vorsitzende Michael Sommer der "Passauer Neuen Presse". "Das ist, als würde man einen Gartenschlauch auf glühende Lava richten." Sommer forderte daher einen "Marshall-Plan mit massiven Investitionen", um dem Problem begegnen zu können.

Es sei eine Folge der "verfehlten Krisen- und Sparpolitik", dass derzeit in der EU 5,6 Millionen junge Menschen bis 24 Jahre arbeitslos seien, kritisierte Sommer. Die Aufnahme arbeitssuchender junger Menschen aus den Krisenstaaten in Deutschland ist dabei aus Sommers Sicht keine Lösung: "Der deutsche Arbeitsmarkt sucht zwar Fachkräfte - aber er kann nicht 5,6 Millionen Jugendliche aus ganz Europa aufnehmen."

AFP / AFP