USA finanzieren mehr HIV-Prophylaxe-Injektionen in armen Ländern

Verabreichung von Lenacapavir im Februar in Kenia
Verabreichung von Lenacapavir im Februar in Kenia
© AFP
Die US-Regierung will im Kampf gegen Aids mehr Menschen den Zugang zu einer vor einer HIV-Übertragung schützenden Spritze ermöglichen. Der schützende Wirkstoff Lenacapavir soll in armen Ländern einer Million Menschen zusätzlich verabreicht werden, wie der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GFATM) als Kooperationspartner der US-Regierung am Dienstag (Ortszeit) mitteilte. Damit werde das US-Außenministerium bis zum Jahr 2028 insgesamt drei Millionen dieser schützenden Injektionen mitfinanzieren.

Mit der Ausweitung des Programms können die Lenacapavir-Lieferungen, die bislang an neun afrikanische Staaten gingen, auf zwölf weitere Länder ausgeweitet werden. Dazu gehören laut GFATM Haiti, die Dominikanische Republik, Fiji, Indonesien, Thailand, Marokko und Ruanda.

Zum Schutz vor einer HIV-Infektion muss Lenacapavir zweimal pro Jahr verabreicht werden. Das Mittel verringert das Risiko einer HIV-Übertragung nachweislich um mehr als 99,9 Prozent und wirkt damit praktisch wie eine Impfung gegen Aids.

Preiswertere Generika-Versionen von Lenacapavir kommen voraussichtlich kommendes Jahr auf den Markt. Die Jahresdosis soll dann in mehr als hundert Ländern für 40 Dollar (34 Euro) zu haben sein. Dazu haben die Internationale Fazilität zum Kauf von Medikamenten (Unitaid) und die Gates-Stiftung Vereinbarungen mit indischen Pharma-Unternehmen getroffen.

Medikamente zur Vorbeugung von HIV-Infektionen werden bereits seit mehr als einem Jahrzehnt eingesetzt. Als Tabletten, die täglich eingenommen werden müssen, hatten diese Mittel aber eine begrenzte Wirkung.

Die US-Regierung hat ihre Entwicklungshilfe unter Präsident Donald Trump drastisch zurückgefahren. Vergangenes Jahr sagte sie jedoch zu, das Programm zur Verteilung von Lenacapavir in armen Ländern finanziell zu unterstützen.

AFP