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Wirbelsturm "Sandy" sorgt an US-Ostküste für Chaos

Mit heftigen Regenfällen und Überschwemmungen hat der schwere Wirbelsturm "Sandy" an der Ostküste der USA für Chaos gesorgt.

Mit heftigen Regenfällen und Überschwemmungen hat der schwere Wirbelsturm "Sandy" an der Ostküste der USA für Chaos gesorgt. Der Sturm traf am Montagabend (Ortszeit) mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern im Süden des Bundesstaates New Jersey auf Land und setzte die Metropole New York teilweise unter Wasser. Mindestens 13 Menschen kamen ums Leben, Millionen Haushalte waren ohne Strom.

Der Sturm traf dem Nationalen Hurrikanzentrum zufolge gegen 20 Uhr (01.00 Uhr MEZ) nahe Atlantic City auf die Küste. Die Behörde hatte "Sandy" kurz vorher von einem Hurrikan zu einem Post-Tropensturm herabgestuft, weil sich die Winde etwas abgeschwächt und das Unwetter nach der Vereinigung mit einer Kaltfront seine tropischen Merkmale verloren hatte. Die maximalen Windgeschwindigkeiten lagen aber weiter bei Hurrikanstärke.

Die meisten der Opfer wurden durch umstürzende Bäume getötet, hieß es in US-Medien und seitens der Behörden. Mindestens fünf Menschen starben im Zusammenhang mit "Sandy" im Bundesstaat New York. In New Jersey kamen zwei Menschen ums Leben, als ein Baum auf ihr Fahrzeug stürzte; in Pennsylvania starben ebenfalls zwei Menschen. In Maryland und West Virginia wurden zwei Frauen bei Autounfällen getötet. Auch in der kanadischen Metropole Toronto starb nach Polizeiangaben eine Frau durch herumfliegende Gegenstände.

Vor der Küste von North Carolina sank infolge des Sturms ein Segelschiff. Während 14 der 16 Besatzungsmitglieder des Dreimasters "HMS Bounty" lebend geborgen werden konnten, kam für eine Frau jede Hilfe zu spät. Der Kapitän wurde weiterhin vermisst. Bei seinem Zug durch die Karibik hatte "Sandy" bereits 67 Menschen getötet.

Die Millionenstadt New York wurde von einer mehr als vier Meter hohen Flutwelle getroffen, Tunnel und U-Bahn-Schächte wurden überschwemmt. Im Finanzdistrikt im südlichen Manhattan trieb "Sandy" Meerwasser die Straßen hoch. Die weltberühmte Skyline war wegen eines Stromausfalls zwischenzeitlich weitgehend schwarz. Der Sturm knickte auch einen Baukran an einem fast fertiggestellten Wolkenkratzer nahe des Central Park um. Polizisten sperrten die Straßen ab, während der Kran 90 Stockwerke über ihren Köpfen baumelte.

Der durch den Sturm betroffene Küstenstreifen von Maine bis nach South Carolina ist mehr als 1100 Kilometer lang. Hunderttausende Menschen waren angewiesen worden, sich in Sicherheit zu bringen. Umstürzende Bäume legten in zahlreichen Bundesstaaten und in der Hauptstadt Washington Stromleitungen lahm. US-Medien zufolge waren in der Nacht zum Dienstag rund sechs Millionen Haushalte ohne Elektrizität.

Aus Teilen von West Virginia, Maryland und North Carolina wurden heftige Schneefälle gemeldet. Im Atomkraftwerk Oyster Creek im Bundesstaat New Jersey löste ein steigender Wasserpegel einen Alarm aus. Eine Gefahr für die Sicherheit habe in dem abgeschalteten Meiler aber nicht bestanden, teilte die US-Atomaufsichtsbehörde NRC mit.

Die Regierungsbehörden in Washington sollen heute wegen des Unwetters den zweiten Tag in Folge geschlossen bleiben. Auch der Handel an der Wall Street in New York wurde erneut abgesagt. Der öffentliche Nahverkehr kam im Nordosten der USA praktisch zum Erliegen, außerdem wurden fast 15.000 Flüge gestrichen.

AFP / AFP

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