Nach dem Tod der beiden Inder werde geprüft, wie deren Leichen von der Bergflanke geholt werden könnten, sagte Karki. Zuvor waren in dieser Saison bereits drei Nepalesen am Mount Everest ums Leben gekommen, zudem starben zwei Bergsteiger aus den USA und Tschechien am ebenfalls im Himalaya gelegenen Mount Makalu.
Der nepalesische Bergsteiger Kami Rita Sherpa, der vor wenigen Tagen seinen Everest-Rekord ausgebaut und das Dach der Welt zum 32. Mal bestiegen hatte, kehrte am Freitag in die Hauptstadt Kathmandu zurück. "Die Expedition dieses Mal fühlte sich ziemlich überfüllt an", schilderte der als "Everest Man" bekannte 56-Jährige. Fotos hatten zuvor Bergsteiger gezeigt, die in langen Schlangen darauf warteten, an Fixseilen in eisige Höhen hinaufzuklettern.
"Die Regierung sollte das regulieren", sagte Kami Rita Sherpa AFP. "Sie sollten nur qualifizierte Bergsteiger zulassen, und es sollte eine Begrenzung geben." Allein am Donnerstag hatte nach Angaben der nepalesischen Regierung eine Rekordzahl von 275 Bergsteigern den 8849 Meter hohen Gipfel des Mount Everest erreicht.
Am Freitag erreichte unterdessen der Brite Kenton Cool zum 20. Mal den Gipfel des höchsten Berges der Welt. Der 52-Jährige baute damit seinen Rekord für die meisten Everest-Besteigungen eines nicht-nepalesischen Bergsteigers aus.
Der Bergführer Cool hatte den Mount Everest im Jahr 2004 das erste Mal bezwungen und seither nahezu jedes Jahr zahlende Kunden auf den Gipfel geführt. Nachdem er sich 1996 bei einem Kletterunglück beide Fersenbeine gebrochen hatte, war ihm gesagt worden, er würde nie wieder ohne Hilfe gehen können - diese Voraussagung strafte er Lügen.
Bereits am Mittwoch erreichte der Australier Oliver Foran nach einer 50 Tage dauernden "Vom Meer zum Gipfel"-Rekordtour die Spitze des Mount Everest, wie sein Expeditionsteam am Freitag berichtete. Der 27-Jährige war Anfang April von Indien aus per Fahrrad zum höchsten Berg der Welt aufgebrochen. Den bisherigen Rekord für die schnellste "Vom Meer zum Gipfel"-Tour unterbot er um 17 Tage.
Der Bergsteiger-Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle für Nepal. Es gibt aber immer wieder auch Kritik an einem zu großen Ansturm auf den Mount Everest. Für diese Saison hat das Land am Himalaya eine Rekordzahl von 492 Genehmigungen für das Erklimmen des höchsten Berges der Erde erteilt.