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Juni-Ausgabe: Nido #6/2017

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Das Cover der Juni-Ausgabe von Nido

Liebe Leserinnen und Leser,

sind Sie verheiratet? Ja? Warum? Romantik, steuerliche Vorteile, super Party? Ich bin nicht verheiratet, spreche aber von "meiner Frau", wenn ich meine Frau meine. In meinem Empfinden ist sie nicht meine Freundin. Das würde ihr nicht gerecht werden, das wäre zu wenig, das hat für mich den faden Beigeschmack von Auswechselbarkeit. Meine Frau wird aber nicht ausgewechselt. Sie ist die Frau, mit der ich alt werde. So zumindest mein Plan und ich bilde mir ein, ihrer ebenfalls.

Auch die Politikerinnen Franziska Brantner (Grüne) und Dorothee Bär (CSU) machen sich ab Seite 80 Gedanken über verschiedene Formen des Zusammenlebens und den Sinn und Unsinn der Ehe. Einige ihrer Aussagen haben mich sogar bestätigt. Wieso sollte ich heiraten? Etwa um eine mögliche Trennung noch schwieriger zu gestalten, die dann ja immer gleich eine Scheidung wäre? Wer nicht von Anfang an bereit ist, für die Liebe bis zu ihrem eventuell bitteren Ende zu kämpfen, der wird es auch mit Ring am Finger nicht sein. Um sich vor der ganzen Welt zum anderen zu bekennen? Das tue ich jeden Tag. Oder um einen furchtbaren Nachnamen loszuwerden? Ich finde meinen ganz okay.

Und doch werde ich eines Tages um die Hand meiner Frau anhalten, irgendwann wenn wir vielleicht alt sind, wenn wir immer noch Vertraute sind, wahrscheinlich vertrauter als je zuvor. Aus Dankbarkeit für alles gemeinsam Erlebte, um uns als Paar zu würdigen. Diese Heirat wäre die Krönung eines langen Paarlaufs.

Nur unsere Silberhochzeit würden wir auf diese Weise wohl nicht mehr erleben.

Und jetzt: Viel Spaß mit der Nido!

Die neue Ausgabe ist ab Freitag, 19. Mai, im Handel. 

Juni-Ausgabe: Nido #06 - die Heftthemen im Überblick


Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?