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Rügen: Restaurant sperrt Kinder aus, wirbt sogar damit – und gibt den Eltern die Schuld an diesem Schritt

Ein Restaurant auf der Insel Rügen hat genug von lärmenden Kindern. Ab 17 Uhr sind Kinder unter 14 Jahren dort nicht mehr erwünscht. Das sorgt für Diskussionen.

Ein Kind isst im Restaurant - Restaurant auf Rügen sperrt Kinder aus

Kinder unter 14 Jahren müssen im Restaurant "Omas Küche und Quartier" auf der Insel Rügen am Abend draußen bleiben

Getty Images

Sie geben viel zurück, manchmal aber können auch einfach nur anstrengend sein. Die Kleinen lärmen, toben herum, können einfach nicht stillsitzen und machen mitunter sogar Sachen kaputt. Deshalb sind Kinder nicht nur für Eltern, sondern auch für viele Restaurants eine Herausforderung: Die Lokale versuchen familienfreundlich zu sein, gleichzeitig aber auch den anderen Gästen einen entspannten Besuch zu bieten.

Die meisten Restaurants probieren sich an einem Mittelweg. Anders das Lokal "Omas Küche und Quartier" in Binz auf der Insel . Dort sind Kinder unter 14 Jahren nach 17 Uhr nicht mehr zugelassen.

Erwachsenenfreundliches Restaurant auf Rügen

"Die Erziehung vieler Kinder lässt einfach zu wünschen übrig, so dass sich andere Gäste permanent gestört fühlen", begründet Inhaber Rudolf Markl im "Nordkurier" die Entscheidung. Das "Quartier" wirbt sogar auf seiner Website mit dem Kinderverbot. Vor dem Lokal steht ein Aufsteller mit der Aufschrift "Adult-only restaurant". "Jetzt sind wir das erste erwachsenenfreundliche Restaurant der Insel", sagt Markl.

Auf der Internetpräsenz werden Eltern und Großeltern darum gebeten, "darauf zu achten, dass die lieben Kleinen sich auch entsprechend benehmen, artig mit ihrem Arsch am Tisch sitzen bleiben, nicht alles angrabbeln und weder andere Gäste noch Kellner nerven". Das Lokal sei ein und kein Abenteuerspielplatz. Ab 17 Uhr gehört der Laden dann komplett den Erwachsenen.

Protest im Internet – aber auch Lob

Ein Restaurant, das Kinder systematisch aussperrt – das löst im Internet viel Kritik aus. Auf der eigenen Facebook-Seite hagelt es böse Kommentare und schlechte Bewertungen: "Wenigstens weiß ich, wo ich nicht hingehe", schreibt zum Beispiel ein User. Doch Lokalbetreiber Markl bekommt auch Unterstützung. Endlich finde man mal Ruhe und Erholung, freuen sich Besucher. 

"Ich weiß, dass unsere Gäste diesen Schritt befürworten", sagt Markl. Die Kritiker kümmern ihn wenig, ihm sind einige negative Kommentare im Internet lieber als verärgerte Gäste. Markl legt Wert darauf, dass er und seine Mitarbeiter durchaus versucht hätten, Familien mit Kindern in den Restaurantbetrieb zu integrieren. Doch weder Kinderspeisekarten noch Hinweisschilder hätten gefruchtet.

"Das Problem sind nicht die Kinder, sondern die Eltern", behauptet Markl. "Die Freiheit der Kinder hört da auf, wo die Freiheit der anderen Gäste beschnitten wird."

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epp
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