HOME

Intim mal (wo)anders: Sex in langen Beziehungen: Birte, Tom und ihre Porno-Persiflage eines Heimatfilms

Mit Kindern bleibt der Sex auf der Strecke? Das muss nicht sein. Fünf Paare haben ihn wiederentdeckt. Was sie verbindet: Es geschah nicht im Bett - sondern im Auto, Hotel oder unter freiem Himmel. Teil fünf der Serie.

Julia Meyer-Hermann

Füße gucken unter einer Decke auf einer Rasenfläche hervor

Spontan-Sex am Wegesrand: Wandertouren mit möglichst wenig Verkehr gesucht

Der Urlaub war eine totale Enttäuschung. Denn Tom, 44, und Birte, 43, hatten sich fest vorgenommen, ihr Liebesleben zu reanimieren – gar nicht so leicht, wenn man ständig zwei Jungs und die Oma um sich hat. Doch dann fanden die beiden Juristen einen anderen Weg

Tom*: Beim ersten Mal kippte Birte mit blankem Po in ein . Ich hatte sie beim Sex im Stehen wohl irgendwie abrupt losgelassen, und sie stand kippelig auf dem steilen Untergrund des Berghangs.

Birte: Das war wie die Porno-Persiflage eines Heimatfilms. Ich lag auf dem Boden, Tom stand mit runtergelassener Hose und abflauender Erektion über mir und versuchte, mir aufzuhelfen. Was auch deshalb schwierig war, weil wir beide so heftig lachen mussten. Später, als wir die Stacheln des Gebüschs mit einer Pinzette aus meinem Hintern klamüserten, habe ich dann ganz schön geflucht.

Tom: Trotzdem haben wir das bei unserer nächsten Wanderung gleich noch mal probiert. Da waren wir besser vorbereitet und hatten eine Picknickdecke dabei.

Die Schwiegermutter kommt mit in den Urlaub - Juhu!

Birte: Wir waren bis zu diesem Bergurlaub überhaupt keine Freunde von Outdoor-Sex. Aber es gab einfach keine andere Möglichkeit, miteinander zu schlafen.

Tom: Als Birte und ich diesen Familienurlaub planten, standen zwei Punkte ganz oben auf unserer Prioritätenliste: Sport und Sex. Denn beides kommt in unserem Alltag zwischen Arbeit und zwei Söhnen im Alter von drei und fünf Jahren fast immer zu kurz.

Birte: Eine Schwiegermutter als Begleitung ist da nicht zwingend hilfreich, aber als Toms Mutter vorgeschlagen hat mitzukommen, um ab und an die zu hüten, waren wir trotzdem begeistert. Wir würden richtige Bergtouren machen können! Und Ruth ist eine Frau, die sich nicht einmischt und selbst viel Ruhe für sich braucht.

Tom: Wir hatten also eine Unterkunft gebucht, die so groß war, dass wir uns separieren konnten. Ein Haus mit großem Garten und einem Wohnzimmer mit einem tollen Panoramafenster.

Sex im Schlafzimmer war unmöglich

Birte: Leider stellte sich genau dieses Superwohnzimmer als echter Lustkiller heraus. Unser Schlafzimmer grenzte an, und wenn wir abends ins Bett gingen, saß Ruth noch stundenlang dort, guckte auf die Landschaft oder las. Ich konnte sie durch die Tür quasi atmen hören!

Tom: Irgendwann war Birte bei einer Wanderung richtig traurig und hat gesagt, wie sehr sie sich nach mir sehnt. Das hat mich so berührt, dass ich Birte einfach vom Bergpfad ins Dickicht gezogen habe.

Birte: Ich habe mich auch nur kurz gefragt, ob wir gestört oder beobachtet werden könnten. Aber die Gegend war viel zu einsam.

Tom: Die nächsten Touren haben wir dann gezielt unter dem Aspekt ausgesucht: Wo ist wohl wenig los? Manchmal war kein einsames Plätzchen zu finden. Aber einmal hatten wir eine ganze Alm für uns allein, da haben wir direkt vor dem Heustadl in der Mittagssonne miteinander geschlafen.

Birte: Wir hatten in diesem Urlaub nicht nur viel mehr Sex als sonst. Wir haben uns auch irgendwie wild und jung gefühlt, weil unser Liebesleben mal nicht nach Schema F verlief.

*Alle Namen von der Redaktion geändert

Themen in diesem Artikel