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An welchen seriösen Kriterien stellt man fast, ob es ein normaler Regenschauer ist oder ein Klimawandel-Regenschauer?

Kann das jeder beurteilen oder braucht man dafür einen Lehrgang oder sogar ein Studium?
Frage Nummer 3000265263

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Antworten (26)
ingSND
ein Regenschauer ist immer einfach nur "Wetter", das hat nur am Rande mit "Klima" zu tun.
wokk
Du solltest den Durchmesser der Regentropfen messen. Ausserdem den Säuregehalt feststellen!
Matthew
Klima ist der "statistische Durchschnitt" von Wetter über (mindestens) die letzten 30 Jahre.
Ein Regenschauer ist Wetter. Ein einzelnes Starkregen-Ereignis ist ebenfalls Wetter. Weil über ein einzelnes Ereignis kann man keinen Durchschnitt bilden.
Aber wenn Starkregen-Ereignisse, die zu Überschwemmungen führen, die früher ungefähr einmal in 100 Jahren stattgefunden haben, mittlerweile ungefähr im 10-Jahres-Rückmus statt finden, dann hat sich das Klima verändert.
Außerdem sind eine Reihe von physikalischen Zusammenhängen gut untersucht. Deshalb kann man sie ziemlich sicher (und viel besser als Wetter) voraus sagen, z.B.
  • das Klima-Gase (Wasserdampf, CO2, Methan usw.) die Abstrahlung von Wärme in den Weltraum behindern und deshalb die mittlere Temperatur der Erdatmosphäre steigt, wenn diese Gase zunehmen. Genau genommen sind Klima-Gase die Gase, deren Moleküle zu Biegeschwingungen fähig sind. Das heißt, es müssen Moleküle mit mindestens 3 Atomen sein. Stickstoff, Sauerstoff und Argon, gehören also nicht dazu.
  • Dass höhere Temperaturen zu mehr Verdunstung führt. (Was wiederum die Erwärmung verstärkt)
  • Das bei mehr Verdunstung, das Wasser irgendwo wieder runter kommen muss, also es (irgendwo anders) mehr und stärker regnen muss.
  • Dass höhere Temperaturen bedeuten, dass mehr Energie in der Atmosphäre ist. Und dass deshalb Wetter-Phänomene, bei denen eine Menge Energie im Spiel ist, stärker und häufiger werden müssen (also z.B. Gewitter und Wirbelstürme)

Man kann dann zwar nicht genau vorher sagen, wann und wo es ein Gewitter gibt, oder einen Wirbelsturm, aber aber das sie mehr und häufiger werden, dass ist die völlig logische Folge von mehr Energie in der Atmosphäre.

Und so gibt es eine Menge weiterer Zusammenhänge, bei denen man zwar nicht im Einzelnen vorher sagen kann, wann und wo es passiert, bei denen sich die Tendenzen aber sehr zuverlässig vorher sagen lassen.

Um die Zusammenhänge beim Klima zu verstehen, braucht man vertiefte Kenntnisse, hauptsächlich in Physik. Und natürlich in Mathematik. Gute Kenntnisse in Chemie sind ebenfalls von Vorteil. Das muss nicht zwingend ein Studium sein, aber "ein Lehrgang" dürfte dafür etwas wenig sein. Ein Studium in Meteorologie, Physik oder in einem Ingenieurfach ist schon hilfreich, um sich die physikalischen und mathematischen Kenntnisse anzueignen.
Am tiefsten taucht man natürlich in die Materie ein, mit Meteorologie.

Ing hat mit seinem Beitrag oben also völlig recht. Manchmal ist er nur ein wenig kurz angebunden.
rayer
Seriös ist an der ganzen Klimaforschung gar nichts.
Ich bezweifle nicht, dass wir eine menschgemachte Erderwärmung haben. Allerdings bezweifle ich stark, dass es seriöse Aussagen über die Häufigkeit und die Wucht der Schäden bei extremen Wetterereignisse gibt.
Weshalb ich daran zweifle:
Die Informationsgeschwindigkeit rund um den Erdball war noch nie so gut und schnell wie heute. Bedeutet, wir bekommen einfach mehr mit.
Vor 200 Jahren war der Globus deutlich dünner besiedelt und die Menschen lebten nicht in Städten wie die Ameisen aufeinander. Taifun, Starkregen, Überschwemmung oder was es sonst noch gab, traf eine weit geringere Anzahl an Menschen.
Die Versiegelung der Erde war ein Tausendstel der Heutigen.
Die Flüsse waren noch nicht begradigt und es gab ausgedehnte Auen.
Monokulturen bei Wald und Landwirtschaft waren ein Fremdwort.
Wir greifen nicht nur mit unserem CO2 und sonstigen Treibhausgasen in die Umwelt ein, wir lassen der Natur auch keinen Raum mit dem Schaden Mensch fertig zu werden.
Matthew
@rayer Seit wann hängt historische Forschung davon ab, wie schnell Informationen über das Internet vermittelt werden?
Noch nie an alten Kirchen und Rathäusern gewesen, an denen historische Flutpegel mit Datum in den Türstock eingeritzt waren? Darüber hinaus gibt es alte Stadt-Chroniken und Kirchenbücher, die sorgfältig geführt wurden.
Das geht natürlich nicht per Suchmaschine vom heimischen Arbeitszimmer aus, da muss man schon mal seinen Hintern bewegen.
Nicht alles wurde so quantifiziert, wie man das heute macht, aber zumindest über Pegelstände hat man, dort wo Flüsse schiffbar waren, recht präzise Buch geführt.

Davon abgesehen sind die physikalischen Zusammenhänge einigermaßen verstanden. Auch wenn in Details natürlich noch vieles zu erforschen ist.
rayer
Da hast Du mich aber deutlich falsch verstanden. Ich habe nicht bezweifelt, dass es die Wetterextreme auch in der Vergangenheit gab. Was ich bezweifle, dass sich seriös Aussagen treffen lassen, was die Häufigkeit und Schadensfolgen betrifft. Weiter hatte die Natur deutlich mehr Raum, um die Folgen von Überschwemmungen und Stürmen abzufedern.
Es wird nichts helfen, mit der E-Kiste durch die Gegend zu düsen, die Hänge der Flusstäler weiter abzuholzen, mit Monokulturen zu bepflanzen und die Böden zu versiegeln.
Skorti
Es sagt ja keiner, lass uns alle E-Auto fahren und es wird alles gut. Es werden darum auch Flüsse renaturiert, man versucht geplante Überschwemmungsgebiete zu schaffen, um Raum für Hochwasser schaffen, man versucht, wenn auf in zu geringem Umfang, die Bodenversiegelung zu vermeiden. Es wird aufgeforstet, Monokulturen werden vermieden etc. Ohne auf E-Autos umzusteigen und weiteren CO2-Ausstoss zu verringern, kann man sich das aber auch sparen.
Über die Häufigkeit und die Schadenshöhen gibt es natürlich Zahlen. Man frage die Versicherungen. Es werden immer wieder mal Rekordausgaben für einzelne Jahre bekannt gegeben. Wenn man etwas Geld ausgeben will, was ich jetzt nicht wollte, biete DeStatis dazu ein PDF zum Download an.
rayer
Ich empfehle mal Bilder aus den 50-60er Jahren vom Ahrtal zu googeln. Das Überschwemmungsgebiet ist hausgemacht. Vor 70 Jahren waren die Hänge noch überwiegend bewaldet, heute sieht man da endlose Rebenreihen.
Bei der E-Mobilität habe ich auch meine eigene Meinung.
Wo kommt der Strom her? Aus der Steckdose?
Es wird mich nicht überraschen, wenn im Jahr 2030 die Kohle und Kernkraftwerke weiterlaufen müssen, da sonst der Bedarf nicht gedeckt werden kann. Vermute mal, es werden sogar neue AKW gebaut.
Wer ehrlich rechnet, was am Ende am Antrieb des E-Autos noch ankommt, wenn der Strom mehrfach transformiert und in eine Batterie gesteckt wurde, der kippt den Sprit oder das Gas direkt in den Tank. Das rechnet sich nicht. Entweder Wind und Solar ohne Ende und jeder hat seine Solaranlage auf dem Dach oder wir stehen in 10 Jahren genau da, wo wir heute stehen.
rayer
Btw. Wenn jeder eine E-Mühle fährt, müssen wir unsere Stromerzeugung mindestens verfünffachen. Wo kommt die Energie her?
ingSND
Denk über Zähler und Nenner noch mal in Ruhe nach. Ein Fünftel - nicht das Fünffache
Zitat von der EnBw-Website: "Auch andere Studien zeichnen ein optimistisches Bild vom deutschen Stromnetz. Experten rechnen vor, dass, selbst wenn alle heute angemeldeten Autos auf Elektroantrieb umstellen würden, insgesamt nur etwa 15 bis 20 Prozent des aktuell erzeugten Stroms benötigt werden würden."
Zitat Bundesumweltministerium: "Es gibt bei weitem ausreichend erneuerbare Energien, um die gesamte deutsche Pkw-Flotte zu elektrifizieren. Allein der EE-Ausbau in Deutschland der vergangenen fünf Jahre wäre dazu ausreichend. Elektromobilität ist zudem die bei weitem energieeffizienteste Form für eine Energiewende, Sektorkopplung und Treibhausgasminderung im Verkehr."

Was nichts daran ändert, dass das Ganze dann und nur dann sinnvoll ist, wenn der Strom vollständig aus erneuerbaren Energien kommt, da stimme ich voll und ganz zu.
Skorti
Soch ...
durchschnittlicher "Verbrauch" eines E-Autos 15 kw/h je 100 km
Anzahl Pkw in Deutschland unter 50.000.000
durchschnittliche Jahresleistung 20.000 je Jahr ->
50.000.000 km * 20.000 = 1.000.000.000.000 km * 15 kw/h / 100 km = 150.000.000.000 kw/h
Jährliche Stromproduktion 500.000.000.000 also müsste man die Stromproduktion nur um 30% steigern. Selbst wenn der Durchschnittsverbrauch zu optimistisch geschätzt wurde, ist nicht einmal ein Verdoppeln nötig.
Abgesehen, das der Stromverbrauch der Raffinerien (weitgehend) wegfallen würde. Es würde schon ausreichen wenn der Lachet seine Windradabstands-Verordnung zurücknimmt.
rayer
Ihr habt ja recht. Man sollte die Nachrichten nicht aus dem Gedächtnis zitieren. In dem Artikel hieß es, die Windkraftanlagen müssten verfünffacht werden, wenn der komplette Energiebedarf inklusive E-Mobilität der nächsten 20 Jahre daraus gespeist würden.
Wie auch immer, mich macht die Verzögerungspraktik der Politik genauso stutzig wie Skorti. Das gilt für alle Bundesländer, selbst für das grün regierte Baden-Württemberg.
Deho
Da derzeit 47% der Energie aus regenerativen Quellen gewonnen wird, müsste noch die Kapazität für die restlichen 53% gewonnen werden, und da sind die zusätzlichen 20% für die E-Autos noch nicht einmal drin. Aber das ist gar kein Problem.
dschinn
>die Verzögerungspraktik der Politik

Weil die Jungs in Politikerzeit ticken.
Von Wahlperiode zu Wahlperiode.
Und Entscheidungen soweit nach hinten drücken wie geht.
Skorti
Nun, das geschieht ja nicht von heute auf morgen. Mehrere große Automobilhersteller haben schon angekündigt ab 2030 (ich meine einer schon ab 2025) keine Verbrenner mehr zu produzieren. Gehen wir von einer durchschnittlichen Nutzungszeit von 10-15 Jahren aus, dauert es zumindest noch ca. 25 Jahre bis kaum Verbrenner mehr fahren. Wenn die EU den Ausstieg bis 2035 festschreibt sind es sogar ca. 30 Jahre. In der Zeit wird sich bei den regenerativen Energien noch einiges tun.
Der Anteil von E-Autos wird wahrscheinlich so langsam verlaufen, dass der Ausbau von Solarstrom und Windenergie mithalten kann.
Skorti
Ich mag ja einen Rechenfehler machen, aber wahrscheinlich sparen wir sogar Strom.
Laut einer Anfrage aus dem Jahr 2009 der US-Energiebehörde kostet die Produktion einer Gallone rund 1585 kw/h (pro Liter gerundet 6 kw/h)
Bleibe ich bei der Annahme von 1.000.000.000.000 gefahrenen Km in Deutschland und rechne mal mit einem Durchschnittsverbrauch von 6 Liter je 100 km, dann ergibt sich:
1.000.000.000.000 / 100 * 6 = 60.000.000.000 Liter * 6 kw/h = 360.000.000.000 kw/h. Mehr als das doppelte des Bedarfs durch E-Autos.
Selbst wenn die Zahl aus dem Jahr 2009 viel zu hochgegriffen sein sollte und sich ggf. Verbesserungen ergeben haben, selbst wenn die Distribution schon eingerechnet ist, sollte sich keine Mehrbelastung ergeben.
Ich kann mir kaum vorstellen, dass wir tatsächlich 70% unseres Stromes für Raffinerien verbrauchen. Tatsächlich stellen Raffinerien in Deutschland jedoch 101 Millionen Tonnen Raffinerieerzeugnisse im Jahr her (Aussage BP). Das ist natürlich nicht alles Kraftstoff, aber irgendwer muss den ja produzieren. Irgendwo muss sich ein Gedankenfehler verstecken. Gebt mir Bescheid.
Deho
Ich weiß nicht, wo der Rechenfehler liegt, aber es liegt nicht selbstverständlich auf der Hand, dass man weniger Strom verbraucht, wenn man mehr benötigt. Wenn man dagegen bedenkt, dass die Energiedichte von Kraftsoff 40-mal größer als die von Batterien ist mit (mit Rekuperation immerhin noch 13-fach), muss es irgendwo einen Rechenfehler geben.
rayer
Wenn wir nach rund 25 Jahren 47% erneuerbare Energien geschafft haben, sieht es schlecht aus, bis 2035. Seit 2 Jahren bremst die Politik mit allen Mitteln, das lässt mich Böses ahnen.
Skorti
@Deho
Ich hab gerade noch eine andere Zahl aus Deutschland gefunden, Demnach kostet 1 Liter Benzin nur 1,5 - 1.8 kw/h.
Wie heißt das so schön ... "Die Wahrheit liegt in den Mitte"?
Bei 1,5 - 1,8 kw/h fällt nur ein Viertel bis ein Drittel von meiner Berechnung an. Aber der Mehrbedarf für E-Autos verringert sich dennoch um 40 - 50 Milliarden kw/h und somit auf 20% der derzeitigen Energieproduktion.
Skorti
@rayer
Das ist Politik, von Leuten, und dazu rechne ich Politiker fast aller Parteien, die morgens "Die EU-Klimapolitik als zu forsch" bezeichnen und abends sagen "Es bräuchte höheres Tempo beim Klimaschutz." Politiker, die aufschreien, wenn gefordert wird, bis 2030 keine Verbrenner mehr zuzulassen, andererseits wissen, dass sie ihre eigenen Klimaziele anders gar nicht erreichen können. Politiker, die den CO2-Ausstoss durch eine Energieabgabe reduzieren wollen, dann aber aus Angst vor Stimmverlusten die Pendlerpauschale erhöhen möchten.
Deho
Finden kann man viel, bewerten muss man selbst.

"Typische Mittelklasse E-Autos wie etwa Nissan Leaf, Ioniq oder Tesla Model 3 verbrauchen etwa 13kWh auf 100 km. Der Energiegehalt von einem Liter Diesel beträgt etwa 10kWh, Benzin etwas weniger (ca. 8,4kWh). Das entspricht also einem Verbrauch von 1,3 Liter Diesel.
Umgekehrt verbrauchen Mittelklasse Diesel etwa 5 Liter, Benziner etwa 6 Liter, was rund 50 kWh entspricht. Beim Energieverbrauch besteht also ein Verhältnis von 1 : 3,8 zuungunsten der Verbrenner.
Das Verhältnis hängt noch stark von der Art der gefahrenen Strecke und der Verkehrsdichte ab. Im reinen Autobahnbetrieb ist das E-Fahrzeug 3 mal besser (also dreimal geringerer Energieverbrauch), bei einer Mischung von Überland/Stadt ist das E-Fahrzeug um den Faktor 4 besser, im Stadtverkehr 5 mal besser und bei Stau oder stockender Verkehr um 10 mal besser."
rayer
Bitte nicht schon wieder diese Rechnungen.
Bis der Strom des Tesla auf die Straße kommt, wurde er bei konventioneller Energiegewinnung mit Verlusten aus dem Energieträger erzeugt, viermal transformiert, gleichgerichtet, in eine Batterie gepackt und daraus wieder entnommen. Überall entstehen Verluste. Man kann das nicht 1:1 vergleichen.
Deho
Hier ging es nicht um Rechnungen, sondern um den Beleg, dass man für jede Meinung eine Referenz findet.
Skorti
Yepp. Es entstehen Verluste. Im Schnitt in Mitteleuropa etwa 6 % der Netzleistung. Inklusive Transformation und Übertragung.
Wenn man nun mehr Strom von den Windkraftanlagen in Norddeutschland nach Bayern übertragen muss, steigt der Prozentsatz ggf. ein wenig (1% je 100 km), aber Windenergie ist ja nicht die einzige Quelle. Die Wirkungsgrade von Solarzellen wurden in den letzten Jahren enorm gesteigert und die Forschung geht weiter. Vor Ort produzierter Solarstrom muss dann keine 800 km übertragen werden.
rayer
Yepp. Und bei der Erzeugung sind die Kraftwerke mit ihren Wirkungsgraden in etwa da, wo auch ein Verbrennermotor liegt. Bis zur Umstellung auf rein erneuerbare Energie bleibe ich dabei, schütt den Sprit in den Tank und damit ist gut.
Skorti
Machet ruhig. Die nächsten Jahre kannst du das ja auch noch.
Aber zu sagen, weil der Strom zu ca. 55% aus Kraftwerken mit CO2 Ausstoß kommt, erzeuge ich den das CO2 lieber selber ist schwach. Zumal die Produktion von Benzin auch ungefähr 30 - 35 % derselben Strommenge mit derselben Mischung benötigt.
Aber ich mach es ja auch, der nächste Gebrauchte wird auch wieder ein Benziner und wenn in 10 Jahren die Infrastruktur besser aussieht, dann kommt der Stromer.