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Gast

Anti-Korona-Maßnahmen überzogen?

Seit Anfang Juli ist die Zahl der Corona-Toten geringer als die Zahl der Toten im Straßenverkehr und etwa 1/4 der Zahl der Selbstmorde.. (das war im April und Mai anders.)
Sollten wir weiter die Bekämpfung von Corona allem anderen unterordnen? ist die Corona-Gefahr inzwischen nicht eine der vielen Gefahren, mit denen wir zu tun haben?
Frage Nummer 3000203376

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Antworten (12)
Schnauz
Nein. Im Gegensatz zu Autounfällen ist das Virus ansteckend, und die Todesfälle können jederzeit exponentiell ansteigen, wenn man es laufen lässt. Das sollte aber inzwischen allgemeint bekannt sein, somit ist die Frage einfach nur saublöd.
ingSND
Das ist ein altbekanntes Paradoxon:
- es droht erntshafte Gefahr
- unangenehme Gegenmaßnahmen werden ergriffen
- die unangenehmen Gegenmaßnahmen verhindern, dass der Ernstfall eintritt
- anschließend kommen die Klugscheißer und konstatieren, dass die Gefahr ja wohl doch nicht so groß war

Wir ordnen nicht "alles" der Bekämpfung unter. Es gibt keinen Lockdown, wir haben Sport mit Zuschauern, Theater, Kino, Urlaub, alles ist in bestimmten Grenzen möglich. Das bischen, was an Maßnahmen noch übrig bleibt, das wirst Du hoffentlich auch noch schaffen.
Musca
Ich habe Angst. Nicht vor Corona, nicht vorm Straßenverkehr, auch nicht vor Selbstmorden.
Ich habe Angst vor Stimmungsmache. Zitat Gast : "Sollten wir weiter die Bekämpfung von Corona allem anderen unterordnen? ". Zitat Ende. Wer bitte macht das ? Wer ist Wir ? Ein einfacher Blick in die täglichen Nachrichten reicht aus, um dieser Behauptung zu widersprechen.
Das hält mich persönlich nicht davon ab, gewisse Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten. Ich trage Maske und vermeide Menschenansammlungen.
neilo
Seit dem 01.01.1976 gibt es die Anschnallpflicht. Davor gab es ca. 20.000 Todesfälle jährlich im Straßenverkehr. Durch die Gurtpflicht hat sich die Todesrate drastisch reduziert.
Ich kann mich nicht erinnern, dass es eine Aufschrei gegen die Anschnallpflicht gab. ... aber gegen dieses bischen Stoff um den Mund ....
Skorti
Neilo, du wirst vergessslich. Nun ja der Wiederstand war damals nicht so organisiert. Er war nicht so gewaltbereit. Er war nicht vernetzt. Der Grund dafür liegt m.M. nach aber eher in dem Fehlen des Internets damals. Es war damals nicht so einfach, andere aufzuhetzen, zu belü... äh .... fehlzuinformieren. Leute mit Verfolgungswahn konnten andere nicht so gut über die "Unterdrückung" informieren etc.
Aber den Aufschrei gab es. Leute, die gegen die Anschnallpflicht aufbegehrten, liessen dies halt nach dem 3. Bußgeld sein, da es keine Unterstützung und Bestärkung von aussen gab. Aber es gab damals zum Beispiel T-Shirts mit aufgedruckten schwarzen diagonalen Streifen zu kaufen, so dass im Vorbeifahren der Eindruck eines angelegten Gurtes entstand. Es wurden fadenscheinige mögliche Gründe gesucht, warum die Gurtpflicht schädlich sein könnte. Damals keine Bescheinigung über COPD, aber Untersuchungen, und ich glaub auch Atteste, für Großbusige, der Gurt lief ja nur über eine der Brüste, und Dickbäuchige, der Gurt schneidet ja unter dem Bauch ein.
Ja auch damals gab es Proteste geben die Einschränkung der persönlichen Freiheit. (Kommt einem alles wieder so bekannt vor.)
neilo
@skorti: Wahrscheinlich hast Du Recht. Ich für meinen Teil kann mich jedenfalls nicht an Proteste erinnern. Für mich war das Anschnallen schon vorher selbstverständlich, wenn ich ein Auto gestiegen bin. (1976 hatte ich allerdings altersbedingt noch keinen Führerschein.)
Gab es bei Einführung der Helmpflicht auch Gegenwind der Biker?
Musca
''Gab es bei Einführung der Helmpflicht auch Gegenwind der Biker?''
Ja, die gab es definitiv, je geringer der IQ desto höher. In gewissen Kreisen war Hubraum wichtiger als Hirnmasse. Wozu also einen Helm tragen. Daran hat sich bis heute nichts geändert.
Skorti
Naja organisierte Proteste gab es nicht. Es fehlten halt die asozialen Netzwerke, so konnten sich die Hansels nicht zu gemeinsamen Protesten versammeln.
Ob es gegen die Helmpflicht ähnliche Proteste gab, weiß ich nicht, in meinem Bekanntenkreis gab es keine Biker. Mein erstes Mofa gab es erst 1978, da hatte sich die Helmpflicht auch schon richtig eingebürgert.
Aber zur Gurtpflicht:
Wiki: "Die nicht sanktionsbewehrte Gurtpflicht auf Vordersitzen in der Bundesrepublik Deutschland ab 1. Januar 1976 traf auf den großen Widerstand vieler Autofahrer."
Wiki: In der Schweiz gab es deswegen Widerstand und ein Referendum (841.901 Ja gegen 791.208 Nein-Stimmen) war knapp.
MSN.com: "Ein Sprung zurück in die Geschichte: Für die meisten Menschen in Deutschland dürfte es heute selbstverständlich sein, sich im Auto anzuschnallen. Doch das war nicht immer so. Noch Anfang der 1970er Jahre legten sich nur zehn Prozent der Deutschen einen Gurt an. Gegen die 1976 eingeführte Gurtpflicht, bei deren Verstoß zunächst kein Bußgeld erhoben wurde, gab es erheblichen Widerstand.
"Die Anschnallpflicht wurde damals von vielen sehr negativ gesehen", sagt Hans-Peter Erb, heute Professor für Sozialpsychologie an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg, im Gespräch mit Business Insider. Obwohl er noch sehr jung war, kann er sich gut an die Zeit erinnern. "Das Auto war damals ein Freiheitssymbol, das vorher lange unerreichbar war", sagt Erb. "Und dann wird diese Freiheit plötzlich eingeschränkt."
Zeitungen sprachen vom "Gurtzwang", der "Spiegel" fragte, ob der Staat die "Auto-Bürger zum Überleben zwingen" darf."
Es gibt heute noch Seiten im Netz, die geben Tipps zur Gurtbefreiung." (Wem kommt es bekannt vor?)
"Unter bestimmten Voraussetzungen, kannst du eine Gurtbefreiung beantragen. Damit befreist du dich von der Pflicht zum Anlegen eines Sicherheitsgurtes oder zum Tragen eines Schutzhelmes. Du kannst das Anlegen eines Sicherheitsgurtes oder das Tragen eines Schutzhelmes vermeiden wenn dir dies aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist."
Gurtzwang, die Freiheit zu Sterben … es klingelt so in den Ohren.
dschinn
Die Helmpflicht hat damals vieles geändert und für viele den Spaß kaputt gemacht.
Zumal damals nur diese Vollintegralteile erlaubt waren.
Das war eine Taucherglocke mit schlechter Rundumsicht und beschlagenem Visier bei schlecht Wetter.
Mit heutigen Teilen nicht zu vergleichen.

Sicher notwendig und so gesehen voll korrekt, aber es war eben nicht mehr das was es vorher war.
Cheru
Die Helmpflicht ist übrigens nicht (mehr) absolut: Alternativ kann man sich anschnallen.

§21a (2) StVO: Wer Krafträder oder offene drei- oder mehrrädrige Kraftfahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von über 20 km/h führt sowie auf oder in ihnen mitfährt, muss während der Fahrt einen geeigneten Schutzhelm tragen. Dies gilt nicht, wenn vorgeschriebene Sicherheitsgurte angelegt sind.

Das zugehörige Zweirad (BMW C1) wird allerdings längst nicht mehr hergestellt.
netter_fahrer
Die Zahl von 21.332 Verkehrstoten 1970 (Ettlingen in BaWü hatte da so viele Einwohner) wird noch drastischer, wenn man bedenkt, dass wir damals (West-DE) nur ein gutes Drittel des heutigen Fahrzeugbestandes hatten (20 zu 57 Mio., Gesamt-DE). Die Gurtpflicht, Tempo 100 auf Landstraßen ab 1976, Helmpflicht auf Zweirädern, sicherere Fahrzeugkonstruktionen, Kindersitze, Kopfstützen, später ABS, ESP und nicht zuletzt ein deutlich verbessertes Rettungssystem haben dazu beigetragen, dass wir 2019 noch 3.046 Verkehrstote hatten. Die meisten davon (60%) auf Landstraßen, 28% innerorts und nur 12% auf Autobahnen, die immerhin 31% der gesamten Verkehrsleistung aufnehmen. (Wiki, ADAC).
Diese Zahlen mit Corona-Toten zu vergleichen ist allerdings komplett Vollquatsch. Wohl nur Intelligenzallergiker würden jetzt fordern, Gurt- und Helmpflicht auszusetzen, weil ja seit vielen Jahren die Zahl der Unfalltoten stetig sinkt. Mit Corona-Schutzmaßnahmen ist das nicht anders.
mantrid
Wenn man nur die bisherigen Todesfälle nimmt, wären die Maßnahmen tatsächlich unverhältnismäßig. Die Gefahr ist jedoch die mögliche exponetielle Ausbreitung des Virus. Das kann man mit einem Teich vergleichen, auf dem Seerosen wachsen, deren Anzahl sich täglich verdoppelt, wenn man nichts unternimmt. Selbst ein paar Tage, bevor der Teich völlig zugewachsen ist, sieht es noch ganz harmlos aus. Wenn man gar nichts unternimmt setzt eine Herdenimmunität ein, wenn ca. 2/3 der Bevölkerung infiziert sind. In Deutschland sterben ca. 3,5% der Infizierten. Das macht rechnerisch etwas über 1,9 Mio. Todesfälle. Und genau diese Zahl macht es leider notwendig, Maßnahmen zu ergreifen, bis ein Impfstoff in ausreichender Menge zur Verfügung steht.