Gast

Elektro Auto

Vielleicht kann man das Thema einmal ansprechen
Frage Nummer 3000275196

Antworten (52)
netter_fahrer
Das ist eine gute Idee. Dass die Autoindustrie, die Politik, die Gesellschaft da noch nicht drauf gekommen ist...!
Skorti
Ich habe dazu auch eine Superidee, man könnte den Kauf von E-Autos mit einer Prämie belohnen.
Deho
Wird nie funktionieren.
dschinn
Seit über 140 Jahren fahren solche Teile nun bei uns "rum".
Aber es wird immer noch ein Aufheben drum gemacht, wie bei der ersten Mondlandung.
(Und die ist erst etwas über 50 Jahre her)

Wird langsam mal Zeit, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen, oder?
micle
Ich weiß nicht wo Gast sich informiert und seine Informationen bezieht aber das Thema Elektromobilität ist schon seit längerem in allen Medien präsent. Neu ist diese Technik keineswegs, bereits vor ca. 100 Jahren machten Elektrofahrzeuge ca. 40% des gesamten Verkehrsaufkommes der Stadt New York aus. Wenn die Fahrzeuge passend zum (täglichen) Fahrprofil gewählt werden, haben diese durchaus ihre Daseinsberechtgung, ob als Hybrid oder als vollelektrischens Fahrzeug, natürlich nur wenn der benötigte Strom regenerativ erzeugt wird.
Bei den Wärmepumpen für die Beheizung und die Warmwasserbereitung ist das ähnlich, wenn es passt, was meist leider meist nur im Neubau der Fall ist.

Die Haltung unserer Regierung bei der Mobilität und der Wärmenergie fast ausschliesslich auf Strom als Energieträger zu setzen birgt das Risiko, das regenerative Energie bei steigendem Bedarf bei weitem nicht in ausreichender Menge zur Verfügung steht, zu volantil produziert wird und weder die Infrastruktur für die Stromtrassen durch die Republik noch für die letzte Meile in den Straßen und Gehwegen der Kommunen vorhanden sind oder für die benötigte Leitung ausgelegt sind.

Die Energiewende ist erforderlich, sicher schon überfällig aber statt von fossilien Brennstoffen und von nicht lieferwilligen Staaten werden wir werden wir beim momentanen Kurs der Bundesregierung vom Strom abhängig sein, da politsch keine anderen Energieträger gewünscht sind. Bei guten Bedingungen wird dieser im Überfluß erzeugt und in Nachberländer verschleudert um das Netz stabil zu halten, gegen Abend oder bei Windstille kaufen wir in den gleichen Ländern den dann benötigten Strom wieder teuer ein.
ingSND
In einem hast Du völlig Recht: es werden viel zu wenig Windräder gebaut. Sechzehn Jahre massivste Verhinderungspolitik lassen sich halt nicht von heute auf morgen aus der Welt schaffen. Und noch immer gibt es - gerade auch in grünen Kreisen - zu viele, die ein Windrad vor der eigenen Tür mit dem vorgeschobenen Hinweis auf Bussarde oder Fledermäuse versuchen zu verhindern.
Ich gehe aber tatsächlich davon aus, dass sich hier bald etwas bewegt. Strom aus regenerativen Energien lässt sich für weniger als zehn Cent/kWh erzeugen, bei fossilen Brennstoffen liegen wir derzeit bei vierzig (ok, ist mein Einkaufspreis, nicht der Erzeugerpreis, aber das Prinzip wird klar). Es lohnt sich betriebswirtschaftlich, also wird es gemacht.
Übrigens ist die Elektromobilität dabei kein ernsthaftes Thema. Ein kompletter E-Auto-Bestand erhöht den aktuellen Stromverbrauch um ca. 10%, das kriegt man gewuppt. Mehr "Sorgen" bereiten mir in der Hinsicht die Wärmepumpen - Heizung über Strom ist noch mal eine andere Hausnummer ...
Deho
Wäre es sehr vermessen, nach einer glaubwürdigen Quelle für den Mehrverbrauch von 10% für die Elektromobilität zu fragen?
rayer
Das würde mich auch interessieren. Die Zahl 10% hab ich schon x-mal gehört, allein mir fehlt der Glaube. Sagen wir mal 40 Millionen Pkw und alle als Stromer. Wie geht das?
Wir haben rund 40 Millionen Haushalte, die benötigen im Durchschnitt ca. 9kW pro Tag, es ist wohl nicht übertrieben, dass eine E-Mühle mit 9kW pro Tag nicht zu betreiben ist. Man geht von 15kW/100km aus.
Die privaten Haushalte verbrauchen 25% der gesamten Stromerzeugung in Deutschland da fehlt mir doch etwas die Fantasie.
Skorti
Nun ich gehe davon aus, dass Ing dafür eine Quelle haben wird. Ich habe dafür eine Schätzung.

Für die Produktion von Benzin geht soviel Strom darauf, dass man dafür 50 - 80 Prozent der geleisteten Kilometer mit E-Autos erzielen können soll. Diese Zahlen findet man mit etwas Suche im Netz. Selbst wenn man den unteren Wert der Angabe nimmt, braucht man also nur 50% mehr Strom für E-Autos, als für Verbrenner.
Dazu kommt der Stromverbrauch für die Verteilung, keine Tankwagen mehr, die den Strom verteilen müssen etc., keine Tankstellen mehr, die mit Strom betrieben werden müssen etc. Der Verbrauch würde also sinken.
Dazu kommt der Verbrauch von Schmierstoffen, der geringere Energie Bedarf bei der Motoren Produktion etc.

Aber wenn wir nur davon ausgehen, der Strombedarf für die Elektromobilität ist doppelt so hoch, wie der Stromverbrauch für die Verbrenner, wieviel der in Deutschland produzierten Strommenge geht denn für das Benzin drauf? 20%, 25%, so um den Dreh?
Dann müssen wir nur 10% - 12,5% mehr Strom produzieren als bisher.
ingSND
z.B. vom Verkehrsministerium: (setzt ein www. vor die Kombination) bmuv.de/themen/luft-laerm-mobilitaet/verkehr/elektromobilitaet/strombedarf-und-netze.
Dort wird davon gesprochen, dass alle 45 Mio Autos zusammen als E-Fahrzeuge etwa 100 TWh/a benötigen. Das wäre dann ein Sechstel des Gesamtverbrauchs, also gut 15%.
Diese oder eine ähnliche Zahl findet man auf verschiedenen Seiten. Ist etwas mehr als die genannten 10%, geht aber auch von 100% E-Autos aus, was nicht so ganz realistisch ist. Immerhin, die Größenordnung passt.
ingSND
Ach ja: die durchschnittliche Fahrleistung eines PKW in D liegt bei ca. 40km am Tag. Bei 15kW/100km lässt sich das ganz locker mit weit weniger als 9kW am Tag betreiben. 0,4x15 = 6
Wenn also 9kW 20-25% entsprechen, dann sind 6kW etwa 15% - Du hättest also auch schon selber drauf kommen können, ganz ohne Phantasie.
Skorti
Vielleicht noch der Hinweis, dass das Verkehrsministerium von der FDP "gehalten" wird, bis dahin 12 Jahre am Stück durch die CSU. "Ideologische" Beeinflussung durch grünes Gedankengut (Ih, Bah!) kann also ausgeschlossen werden.
micle
Den Strombedarf für die Elektromobilität kann man regenerativ produzieren, das Problem sehe ich, wie bei der Wärmepumpe, in der Infrastruktur der Netzbetreiber, hauptsächlich für die Versorgung der Bestandsgebäude mit vielen Wohnungen.

Beim Einfamilienwohnhaus leistet die Wärmepumpe im Neubau gut 5 kW, im Bestand möglicherweise bis zu 10 kW, jeweils thermisch.
Bei einer mittleren Jahresarbeitszahl von 2-3, die im Neubau sicher überschritten werden wird, ergibt das einen zusätzlichern Strombedarf von max 3-4 kW. Das schafft der vorhandene Hausanschluss, für die Erhöhung der Leistung für die Wallbox, in der Regel 11-22 kW, wird es meist auch noch ausreichen.

Anders ist die Situation für Wohngebäude mit mehreren Wohnungen, die die Mehrzahl des Bestandes bilden.
Bei 10-12 Wohnungen liegt der Leistungsbedarf für Wohnungen, Aufzüge und Gemeinschaftanlagen bei etwa 50 kW, 3 x 80 A.
Mit der vom Gesetzgeber für Wohngebäude ab 3 oder 4 Wohnungen geforderten Vorbereitung zur Elektromobilität und dem gestzlichen Anspruch der Mieter / Eigentümer auf die Montage einer Ladeeinrichtung an ihrem Stellplatz verdoppelt sich die Anschlussleistung, künftig 3 x 150 A / 100 kW.
Wenn dazu noch der Bedarf für eine Wärmepumpe kommt, bei 700-800 m² zu beheizender Fläche 35-40 kW, Arbeitszzahl mangels Fußbodenheizung etwa 1,8 erhöht sich die Leistung für den Hausanschluss durch die Energiewende und die gesetzlichen Vorgaben von 50 auf insgesamt 120 kW.
Das vorhandene Niederspannungsnetz in den bestehenden Quartieren kann diesen zusätzlichen Bedarf in den meisten Kommunen nicht decken.
rayer
Ich hatte die Fantasie nicht, da in dem gleichen Artikel stand, die Herstellerangabe mit 15kW/100km sei sportlich da es auf die Fahrweise mit oder ohne Klimaanlage, Heizung und das Alter der Mühle/Batterie ankommt. Man müsse eher von 18-20kW ausgehen.
Das Gleiche gilt für die Jahreskilometerleistung. Das schwankt je nach Quelle zwischen 11 und 18 000 km/Jahr.
Weiter hatte ich die Fantasie nicht, mir da einen besonders großen Kopf zu machen, wenn etwas Unsinniges angepriesen werden soll als das Ei des Kolumbus, dann sind die Zahlen eh mit Vorsicht zu genießen. Mein Bauch hat gesagt, 9kW pro Haushalt, 9kW pro E-Mühle sind je 25% der Jahresstromproduktion. Auf 10 komme ich nur mit der rosafarbenen E-Autobrille.
Deho
Der Anteil der erneuerbaren Energien im Stromsektor fiel von 45,2 Prozent (2020) auf 41,1 Prozent (2021) des Bruttostromverbrauchs. Insgesamt wurden im Jahr 2021 etwa 233,6 Mrd. kWh Strom aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt. Dies waren etwa 17 Mrd. kWh weniger als im Vorjahr (-7 Prozent). Quelle: Umweltbundesamt

Na, das macht doch Mut. Venceremos!

P.S. an ingSND: Der Hinweis an www hat mich in Nostalgie versetzt. Mein Brauser macht das auch ohne.
Skorti
Beim Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamthaushalt, muss man aber auch bedenken, dass dieser oft nicht daran liegt, das nicht mehr Öko-Strom produziert werden kann, sondern daran, dass Windkraftanlagen zum Beispiel schneller "aus dem Wind" gedreht werden können, wenn zu viel Strom vorliegt. Das geht schneller als ein Kohlekraftwerk runterzufahren.
Es kann aber auch daran gelegen haben, dass durch den trockenen Sommer weniger Strom durch Wasserkraftwerke produziert wurde. Die Zahlen allein sagen da auch nicht viel aus.

Ich stelle mir auch gerade Wissing mit Rosa-Brille vor. Passt noch weniger als eine grüne Brille.
Deho
Mir sagen die Zahlen, dass der Ausbau der regenerativen Energien stockt, obwohl er doch mit Hochdruck vorangetrieben werden müsste, wenn man die Ziele erreichen will. Ob es da nun zu viel oder zu wenig Wind, zu wenig Sonne oder zu wenig Wasser gibt, sollte in einem belastbaren Konzept eigentlich eingepreist sein.
ingSND
Sorry, bin NRW-geschädigt, hier war das extrem. Genau wie in Bayern.
Aber du hast Recht, auf Bundesebene haben die Sozen bei dem Müll mitgemacht.
Deho
Tut die neue Regierung genug?
ingSND
Was ist schon genug? - Nein, noch wird sie von der FDP ausgebremst. Aber wenigstens ist es mehr als bisher.
Deho
Dazu aus dem Wahlprogramm der FDP 2021:
Wir Freie Demokraten wollen erneuerbare Energien vollständig in den Wettbewerb überführen und die Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) beenden.

Das ist ausbremsen? Schauen wir mal auf die Seite der Bundesregierung. Unter EEG-Novelle steht: EEG über den Strompreis beenden.

Der MDR schreibt: "Das erste Halbjahr 2022 ließ noch keine große Aufbruchstimmung erkennen, was den Ausbau von Windkraftanlagen angeht. Der Bauboom von 2015 bis 2018 ist vorbei. Seitdem geht es nur schleppend voran. All das wusste man natürlich auch schon, als das "Osterpaket" ausgearbeitet wurde bzw. war all das ein Grund für das Paket."

Eine Blockade seitens der FDP kann ich nirgendwo erkennen.
ingSND
Wen zum Teufel hat jemals das Wahlprogramm interessiert? Man wehrt sich gegen Abstandsregelungen, gegen Vorrang, gegen verpflichtende Quoten für erneuerbare Energien. Unter dem Mäntelchen des freien Wettbewerbes wird bei erneuerbaren Energien der volle Kostensatz einbezogen während bei der Atomenergie alles außen vor gelassen wird, was mit Endlagerung oder mit den Folgen für Flüsse und Grundwasser zu tun hat. Wenn Du bei der Klientelpartei keine Klientelpolitik erkennen kannst, dann lohnt sich die weitere Diskussion nicht.
Schönes Wochenende in Deiner persönlichen Blase.
Deho
Wow, gut gebrüllt, Löwe. Aber es sind doch die Grünen, die aus Naturschutzgründen gegen jedes Windrad klagen.
ingSND
Wann immer wo immer was immer in D neu gebaut oder umgestaltet wird - es gibt immer eine Bürgerinitiative, die dagegen klagt.
Das ist leider so und das ist im Falle der Energiewende ein Problem, das eine Demokratie mit sich bringt..
Der Zielkonflikt mit der Biodiversität besteht und die Politik muss irgendwann Prioritäten setzen. Das ist tatsächlich noch nicht gelungen.
Skorti
Sicher gibt es einige Grüne, die gegen neue Windkraftanlagen klagen, wobei ich das als schizo... äh widersprüchlich finde, aber es sind die Länder, vorrangig Bayern und NRW unter Laschet, die durch hohe Abstandsregeln den Bau von Windkraftanlagen nahezu unmöglich machen.
Deho
Und in den anderen Ländern?
ingSND
Was ist an "die Länder, besonders zwei davon" für Dich so schwer verständlich?
Deho
Die Schwierigkeit besteht darin, dass Neufünfland ziemlich zugespargelt ist. Da kann man wohl kaum von "den Ländern" sprechen. Nicht immer nur alles aus der NRW-Perspektive betrachten.
Musca
@Deho: das vorwiegend Grüne sich gegen Windkrafträder entscheiden ist eine populistische Behauptung. Durch nichts belegbar.
Ich bin völlig anderer Meinung. Der brave Bürger, bisher fernab von AKW´s , Kohlekraftwerken wohnend, stets brav CDU oder FDP wählend,
sieht auf einmal seine Welt zusammenbrechen, weil entweder in weiter Ferne sich Windkrafträder drehen, oder eine Solaranlage auf einer
Brachfläche entstanden ist. Auf der können immer noch Schafe weiden, tun sie auch.
Zumindest in meiner Gemeinde, in meinem Umfeld sind es die Konservativen, welche sich vehement und mit merkwürdigen Argumenten gegen die Nutzung von regenerativen Energieträgern aussprechen.
Deho
Musca, ich weiß nicht, ob Dein Browser eine Suchmaschine hat hat, Falls doch, gib mal "Grüne gegen Windkraft" ein.
Musca
@micle: tatsächlich wurde die Wärmepumpe in einigen Medien als Sparmodell angepriesen. Bei sehr gut gedämmten Gebäuden, verbunden mit einer Flächenheizung (FB-Heizung) keine schlechte Idee, ansonsten wäre es bei mäßig gedämmten, ohne FB_Heizung ausgestattenen Gebäuden eine finanzielle Katastrophe . Seit Ende 70/Anfang 80 bestand schon die Technologie der Kraft-Wärme-Kopplung.
Irgenwann wurde diese Technologie immerhin von kommunalen Betreibern genutzt, z.B. um Fernwärme zu erzeugen. Das heißt : Wasser wird auf 80 Grad erhitzt. kommt bei mir mit 60 Grad an, damit ich es mit kaltem Wasser auf 35 Grad zum Duschen abkühle.
Das ist alles nicht sehr sinnvoll. Warum nicht in jedem Mehrfamilienhaus , in jedem Wohnblock, in jedem Hochhaus ein Blockkraftheizwerk ?
Wir hätten Millionen von kleinen, dezentralen Stromproduzenten. PS. ich rede bewusst nicht vom Einfamilienhaus.
rayer
Auf die Frage: "Warum nicht in jedem Mehrfamilienhaus, in jedem Wohnblock, in jedem Hochhaus ein Blockheizkraftwerk"?
Kommt immer die gleiche Antwort: "Politisch nicht gewollt."
Da sind die Energielobby und unsere Politiker schwer dagegen.
rayer
Da muss man wohl einen FDP-Browser haben, um da viel Blockade der Grünen zu finden.
Bei mir kommen nur Bedenken der grünen Artenschützer, die im Dialog allerdings ausgeräumt werden konnten. Vielleicht brauch ja mein Browser ein Update?
micle
@Musca: Kraftwärmekopplung mit BHKWs ist politisch nicht mehr gewollt, da Gas (und Öl) verbrannt werden um Abwärme zu erzeugen.
Ich bin mir daher sicher, dass das BHKW auf Gas und Ölbasis bei der nächsten Novellierung des Nachweises GEG oder EnEV schlechter bewertet werden wird, als das zur Zeit noch der Fall ist und das System dadurch nicht mehr so gut einsetzbar wird.

@rayer: Der Gesetzgeber regelt in einem bei jedem Neubau und bei größeren Umbauten gesetzlich erforderlichen Nachweisverfahren durch ein Bonus-/Malusssystem, hauptsächlich abhängig vom "Primäreinergefaktor" und somit vom Betriebsstoff der Heizungsanlage, zu welchem Ergebnis der Nachweis führt. Strom, der für Wärmepumpen erforderlich ist, wurde dabei in den letzten Jahren deutlich besser bewertet als zuvor, fossile Brennstoffe schlecht. Das beeinflußt die Wahl des Heizsystems erheblich und befeuert die Verbreitung der Wärmepumpen.
rayer
Da Musca von den 70er und 80er Jahren redet und ich eigentlich auch, kann man das schön nachlesen, wenn man möchte. Die Technik der Blockheizung mit Kraftwärmekopplung wurde von Anfang an wenig bis überhaupt nicht genutzt. Da gab es einige Artikel, wo klar benannt wurde, dass es nicht im Interesse der Energiemultis ist, die vielen kleinen privaten Stromerzeuger zu haben. Energie ist ein Milliardengeschäft, da lässt keiner die Privaten rein. Versuch mal eine kleine Windturbine auf deinem Grundstück oder Dach zu installieren. Ich rede da von Anlagen nicht viel größer als ein Kinderwindrad. Die Hürden sind gewaltig.
micle
Die Technik wird etwa sein 20 Jahren auch im Wohnungsbau genutzt, das ist der Zeitpunkt zu dem der Gesetzgeber die Qualität und den Primärenergiebedarf der Heizungsanlage in die Bewertung des Nachweises aufnimmt. Davor bestand schlicht und einfach kein Bedarf, da es ausreichte, die Wärmedämmung des Gebäudes nachzuweisen.

Es kommt dazu, dass die Anlagen im Vergleich zu einem Ölkessel oder einer Gastherme deutlich teuerer sind (Faktor 3-4) und die für ein Einfamilienwohnhaus typischen Größen erst seit einigen Jahren auf dem Markt sind. Die das gängigste Modell von Senertec, den Dachs typische Leistung von 15 kW (thermisch) und 5,5 kW(elektrisch) ist für Wohngebäude mit wenig Wärmebedarf (unter 10-12 Wohnungen) einfach zu groß, das Gerät kommt dann nicht auf die für für einen sinnvollen Betrieb erforderliche Laufzeit von mindestens 5.000 Betriebsstunden im Jahr. Da die Geräte mit den bekannten fossilen Brennstoffen arbeiten, liegt der Vorteil einzig und alleine darin, dass dezentral Strom erzeugt wird. Dieser wird als Abfallprodukt der Wärmegewinnung etwas günstiger produziert, als auf dem Markt erhältlich. Mit steigenden Preisen für fossile Brennstoffe wird die Produktion natürlich teuerer.

Problematisch für die Eigentümergemeinschaften, dass jeder Miteigentümer (Wohnunbgsbesitzer) dann automatisch zum Energieliefreranten wird, was steuerlich nicht ganz einfach darstellbar ist.

Windturbinen sind bei uns in Badenwürttemberg bis 10 m Nabenhöhe verfahrensfrei, es sind nicht die bürokratischen Höhen die diese verhindern sondern die Sorge wegen der Schallemmissionen.
rayer
Einmal versuche ich es noch. Für alle Jüngeren, es gab auch mal eine Zeit, wo nicht nach Fördertöpfen, Zwangsumlagen und Steuervorteilen Heizanlagen installiert wurden. Ich rede von 1970-1989. Damals hatte man mit Fördergeldern, EEG Umlage und Sonstigem nichts zu tun. Es ging darum, Wirkungsgrade zu verbessern oder Alternativen zur reinen Öl oder Gasheizung zu finden. Die Technik wurde, wie auch die Autogasgeschichte wenig bis gar nicht genutzt und regelrecht torpediert. Vergleichbar mit heute und den Mindestabständen bei Windkraft.
PezzeyRaus
"Autogasgeschichte wenig bis gar nicht genutzt und regelrecht torpediert"

echt? Davon habe ich in den letzten 35 Jahren, in denen ich LPG fahre, garnix gemerkt.
Skorti
Solang war meine LPG Erfahrung nicht, aber da erst Ende diesen Jahres die Steuervorteile von LPG auslaufen werden, kann ich von bisheriger Torpedierung auch nichts sehen. Ab 01.01. lohnt sich dann aber das Umrüsten eher nicht mehr.
rayer
Du wohnst ja auch Nähe NL. Da rechnet sich das ziemlich schnell und das seit 50 Jahren. Im Rest der Republik ist die Welt eine andere.
PezzeyRaus
Skorti, am 1.1.23 wird der Steuersatz von jetzt 19, 65 Cent/Liter auf (dann endgültig) 22,09 Cent/Liter erhöht. Die Kosten für den Einbau hat man nach 30.000 km locker wieder raus (wenn man solch ein schnittiges italienisches Protzauto fährt wie ich).

rayer, in NL ist LPG schon seit ein paar Jahren genau so teuer und teurer als in D. Die Zeit, als ich LPG für 17 Cent/Liter (und zwar Guldencent) getankt habe, sind schon sooooo lange vorbei.
rayer
Man darf also nicht davon sprechen, dass Autogas regelrecht torpediert wurde, wenn es das Ganze beim Nachbarn für 17 Guldencent pro Liter gab? Zur erneuten Wiederholung, ich sprach von den 70-80er Jahren das sind nach Adam Ries? Grob geschätzt mal mehr als die 35 Jahre von Pezzey.
PezzeyRaus
In Deutschland wurde nichts torpediert, vielmehr wollten die Autofahrer kein Autogas haben, weil der Motor dann 5-10% weniger leistet und dann kann man ja nicht mit 230 km/h über die Bahn brettern. Das lässt sich der Deutsche Michel nicht bieten, freie Fahrt für freie Bürger!
Ich fahre übrigens seit 1987 Autogas, macht 35 Jahre nach Carl Friedrich Gauß, war also schon in deinen 80er Jahren mit Autogas unterwegs. :-p Autogas in Deutschland kostete damals etwa 50 Pfennig/Liter, wenn ich mich recht erinnere. ich habe mich immer über diese Unkosten geärgert, wenn ich mal in Deutschland (Karlsruhe, genau auf halbem Weg zwischen meinem Zuhause und dem Trentino) tanken musste.
In meinem aktuellen Mobil wird übrigens auch der Champagnerkühler mit LPG betrieben. Man muss nur das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden wissen.
PezzeyRaus
Ach und: Ich wohne nicht in der Nähe NL, sondern in der Nähe D!
Skorti
Mal ne kurze Zwischenfrage, egal ob wir es nun schaffen in den nächsten 25 Jahren genug Öko-Strom zu produzieren um allen PKW-Verkehr mit E-Autos durchzuführen, was macht eigentlich Väterchen Staat, wenn die Rund 41 Milliarden im Staatssäckel fehlen?
Im Vergleich zu der Mineralölsteuer sind die Steuern auf Strom ja ein Witz, da kommen auf die 41 Milliarden weniger Verbrauchssteuern auch noch 6 Milliarden weniger MWSt zu.
rayer
Kurze Zwischenantwort, das kW gibt es dann für 1€ oder 2€. Seit wann hat der Staat ein Problem damit, die Steuern so zu heben und erfindungsreich zu benennen, dass eher ein mehr als weniger rumkommt? Nachdem wir schon für Regenwasser und CO2 zur Kasse gebeten werden, Umweltabgabe entrichten, wird sich doch was finden lassen. Man könnte zum Beispiel den Sauerstoffverbrauch des Einzelnen noch besteuern.
Ich bin mir ziemlich sicher am Ende stehen die doppelten Einahmen auf der Habenseite von Papa Staat.
rayer
Ich wollte mit Adam Ries nur ausdrücken, dass meine Erinnerung etwas weiter zurückreicht als Deine läppischen 35 Jahre. Und wenn man etwas statt zu begünstigen oder zu fördern hoch besteuert, nenne ich es torpedieren. Der deutsche Michel und die Automobilindustrie hätten sich schon für Autogas entschieden, wenn es deutlich günstiger als Benzin gewesen wäre. Die Aussage ist übrigens nicht haltbar, dass sich keine 230km/h erreichen lassen mit Gas, es braucht nur etwas mehr an Treibstoff als mit Benzin oder Diesel.
Skorti
Was ist für dich denn etwas günstiger als Benzin? LPG hat seit Jahrzehnten immer weniger als die Hälfte des Benzinpreises gekostet, ob das Billigste nun Normal oder E10 war. Es kann sein, dass der Unterschied in anderen Ländern größer war, aber ich finde, der Unterschied war schon gewaltig.
Die Industrie hat aber so gut wie nie Serienmodelle mit LPG angeboten, das wird an der mangelnden Nachfrage gelegen haben, wobei die mangelnde Nachfrage evtl. am Exoten-Image oder am mangelnden Angebot gelegen hat. Dadurch musste man immer das Serienmodell nachrüsten, was so teuer war, dass man schon eine sehr gute KM-Leistung oder Laufzeit brauchte.
rayer
Ich schrieb "deutlich" günstiger. Du musst den Umbau finanzieren, den Verlust des Kofferraumvolumens und alle paar Jahre muss die Gasanlage abgenommen werden. Pezzey kann ja mal die Kosten auflisten und wie lange man da fahren muss, um diese Kosten wieder reinzukriegen.
Vor 40 Jahren gab es auch noch nicht die Unterflurlösung für den Gastank.
Hätte man das Autogas gewollt, wäre die flächendeckende Tankstellenversorgung (1970-80) vorangetrieben worden und die Automobilindustrie hätte ein Gasauto mit vernünftig integriertem Tank ohne Benzintank angeboten. Es wird ja immer nur das Gas als Zusatzumbau angeboten. Warum nicht nur Gas? Politisch nicht gewollt!
Skorti
Das entscheidet doch nicht die Politik. Die Automobilhersteller haben hier keinen Markt gesehen und darum keine Modelle angeboten. Da es keine Modelle gab und das Nachrüsten teuer ist, gab es weniger LPG Fahrzeuge und nicht genug Nachfrage für ein dichteres Gas-Tankstellen-Netz.
Es herrscht die Marktwirtschaft, da hat keine Politik gesessen und gesagt, wir wollen das nicht. Wenn Esso feststellen würde, bei Tankstelle xxx, die einzige mit LPG-Tank im Umkreis von 100 km, müssen wir 3 mal die Woche den Tank auffüllen, dann würden sie bestimmt mindestens eine weitere Tankstelle in dem Bereich mit LPG nachrüsten.
Von Chevrolet, formaly known as Dawoo, gab es früher mehrere Modelle mit Gasanlage (auch nicht reiner Gasbetrieb), aber die haben das auch zurückgeschraubt.
rayer
Gut, vielleicht hatte ich mich zu knapp ausgedrückt. Wenn der Gasantrieb politisch gewollt gewesen wäre, dann hätte man die auf den Kraftstoff entfallende Steuer niedrig halten bzw. auch Fördergelder wie heute für den E-Antrieb bereitstellen können. Daraus wäre der Bedarf entstanden. Die Automobilhersteller hätten die Technik gebaut und die Ölmultis die Tankstellen. Natürlich kann man auch den Gaul von hinten aufzäumen. Erst kaufen alle die teueren Gasantriebe, dann bauen die Multis blitzschnell die Tankstellen und die Automobilhersteller stellen die Produktion der Diesel und Benzinmotoren ein. Hast Du Dich jemals gefragt, warum es einen Zuschuss für den E-Antrieb gibt?
Das hat bis zum heutigen Tag bei Gasantrieb gefehlt.
Entscheidet das der Hersteller, Käufer, Ölmulti oder doch eher die Politik?
Sockensuppe
Ich denke Rayer hat schon recht, auch das E-Auto hatte lange Zeit ein Schattendaseien geführt, bis es von der Politik vernünftig gefördert wurde. E-Autos gibt es ja schon seit mehr als 100 Jahren.