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Noch Fragen?

Frage Nummer 3000094638 Gast

Elektronisches Gerät mit gleicher Spannung, aber höherer Stromstärke - geht das?

mein E.Bike hat einen Akku (Nickel-Cadmium-Akkupack) der 36V/5Ah liefert. Nun will ich umstellen auf einen Lithium-Akku mit 36V/10Ah, also mehr Power. Kann der Neodym-Magnet-Radnabenmotor und die elektronische Regelung mit der höheren Stromstärke umgehen oder brennt das durch, obwohl die Spannung gleich bleibt?
Vielen Dank für eine gute Antwort.
Gruß, Karl Heinz
Antworten (40)
wokk
Du solltest den Verkäufer des E-Bikes fragen!
Rentier_BV
Hallo Gast

Der Strom wird von den Verbrauchern (Steuerung, Motor) in dem Maße abgerufen, wie es nötig ist.

Während du vorher z.B. 180W zur Verfügung hattest, sind es jetzt 360.
Dein Motor nimmt aber nach wie vor z.B. 60W unter bestimmten Bedingungen.
Das bedeutet, du kannst nicht schneller, aber länger damit fahren.
Die Kapazität von Akkus wird übrigens in Ah (Ampere Stunden) angegeben.
Daraus ergibt sich bei gleichbleibendem Stromfluss eine Verlängerung der Zeit.
wokk
@ Rentier_BV,
die Sache ist nicht ganz so einfach;
Du hast zwar im Prinzip recht, es muss allerdings trotz allem sichergestellt sein, dass die Verdrahtung nicht plötzlich abraucht!
solitude32
Lieber Wokk, aus welchem Grund sollte denn bei der geschilderten Situation die Verdrahtung Schaden nehmen?
rayer
Seh ich da den begossenen Staberder am Horizont?
solitude32
So scheint es mir. Da I = U /R immer noch gilt, sehe ich keine Probleme.
Rentier_BV
Auch nicht, wenn der Staberder überwässert wird?

Oder worum geht es hier nochmal?
Cordelier
Off topic

Solitude ich komm nächste Woche Freitag, sicher.

Ich freu mich drauf ;-)))
solitude32
Mir kommt's gleich.
wokk
Nun, wenn 5 Ampère fliessen, kann man die Verdrahtung darauf auslegen.
Wenn der Motor im Kurzschluss ist und dann plötzlich 10 Ampère unterwegs sind, kann der Draht sehr schnell ohne Isolierung dastehen. Deswegen -> den Verkäufer fragen!
solitude32
Ah ja. Und was bitte, hat die Kapazität des Akkus mit dem Kurzschlussstrom zu schaffen?
wokk
Na wenn der Motor kurz geschlossen ist fliessen dann diese 10 Ampères!
rayer
Ich hab es kommen sehen.
Rentier_BV
Wokk,
in aller Freundschaft; ich glaube doch, du hast einen Kurzschluss und bist heißgelaufen.

Mach dich doch nochmal richtig schlau zu dem Thema, wenn du dabei die Knoten- und die Maschenregel findest, bist du ganz dicht dran.

Und ein Kurzschluss bei einem Pedelec Nabenmotor dürfte ungefähr so häufig sein, wie mein kastrierter Bobo nochmal Vater wird.

Sollte das dennoch vorkommen,der Schluss, hast du sicher andere Probleme als die Festigkeit der Verdrahtung.
solitude32
Als Laie halte ich mich ab jetzt da raus.
solitude32
Heute um 20:15 h läuft im WDR ein knallharter Thriller mit dem Titel "Das Gesetz des Mr. Ohm". Ist auch in Buchform erschienen.
Rentier_BV
Solitude

Sei doch nicht gleich eingeschnappt...

So ein Strom hat es doch auch nicht leicht!
Cordelier
rayer, sehend seien die Sehenden und nicht die Blinden unter den Sehenden.
solitude32
Wie schon Sven Starkström, eine Konifere auf dem Gebiet der Elektrotechnik, einst sagte: "Ihr da Ohm, macht doch Watt ihr Volt."
solitude32
Nun wollen wir dem Fragesteller aber korrekt antworten. Vorausgesetzt, die Ladeelektronik ist wie immer in den Akkupack integriert, ist der Austausch problemlos möglich.

Maßgeblich ist nur die Spannung in Volt (V), nicht die Kapazität in Amperestunden (Ah). Bei der Kapazität gilt je mehr desto besser, denn umso länger kannst Du fahren.

Viel Erfolg!
wokk
In aller Freundschaft: Bei euch werde ich kein Pedelec kaufen!
Puzzone
Ich würde gar nichts kaufen.
Puzzone
Ich wäre immer in Sorge, dass was explodiert. Peng und aus. So will ich nicht enden.
solitude32
Zum Nachlesen. Keine Angst, es handelt sich nur um Grundlagen.
Matthew
Im Grunde hat Solitude und Rentner schon alles richtig beantwortet.
Da der Fragesteller aber ganz offensichtlich sowas von überhaupt nicht vom Fach ist, muss man (glaube ich) etwas ausführlicher ran:

Also die Stromstärke wird in Ampere gemessen (Formelzeichen "A"). Bei der Angabe "Ah" steht das "h" für "Stunde" von lateinisch (glaube ich) "hora". Die Lateiner mögen mir verzeihen, wenn ich falsch liege.
Ausgesprochen wird "Ah": "Ampere-Stunden". Es bezeichnet keine Stromstärke, sondern eine Lade-Kapazität. 5Ah bedeutet dann: der Akku kann eine Stromstärke von 1A für 5h (für 5 Stunden) liefern, oder 5A für 1h, oder 2A für 2,5h. Wenn man also die Stromstärke verdoppelt, ist der Akku schon nach der Hälfte der Zeit leer.

Wie viel Strom jeweils fließt, hängt vom elektrischen Widerstand des Verbrauchers ab. Er "holt" sich was er "braucht". (Jedenfalls so lange der Akku in der Lage ist, soviel auch zu liefern) Und er holt sich keinen höheren Strom, nur weil der Akku eine höhere Kapazität hat. Ein höherer Strom würde nur dann fließen, wenn die Spannung höher wäre.

Ein Akku mit höherer Kapazität hält also länger, bevor er leer ist und neu aufgeladen werden muss. Die Stromstärke ändert sich dadurch nicht.
wokk
Das ist ja alles in Ordnung.
Ich selbst werde allerdings nie eine Batterie mit 80 Ah in mein Fahrzeug einbauen, wenn vorher eine 50 Ah verbaut war (wenn sie reinpassen würde).
Die Gefahr dass die Kabel im Auto Schaden nehmen könnten, wäre mir zu gross!
Matthew
Warum sollten die Kabel schaden nehmen? Es fließen keine höheren Ströme.
Zombijaeger
wok

Frag mich nur, was du machst, wenn du eine neue Grafikkarte kaufst und das Netzteil nicht mehr ausreicht. Gleich einen neuen Rechner kaufen sicherheitshalber ?
solitude32
Das schlimmste Wissen ist Halbwissen. Lieber wokk, wenn Du in einem Kfz das Tankvolumen vergrößerst, nimmt dann der Motor Schaden?
wokk
So jetzt habe ich mich ein wenig schlaugelesen (diese Frage liess mich nicht los).
Meine Vermutung war, dass der Innerwiderstand der Batterie ein Knackpunkt sein könnte, da unter Umständen sehr grosse Ströme fliessen. Der Kurzschlussstrom einer Autobatterie kann bis zu 1000A betragen.
Und je grösser die Batterie ist, umso kleiner ist auch der Innenwiderstand und umso grösser der maximal fliessende Strom.
Dagegen ist der Ladevorgang von der Quelle begrenzt. Der Innenwiderstand der Quelle ist wesentlich höher - somit ist auch der Ladestrom begrenzt. Er kann nicht wesentlich höher als 45 A sein.
Also das einzige was ohne Sicherung ist, wird wohl das Kabel von der Batterie zum Anlasser sein. Dort ist allerdings oftmals ein "fusible-link" verbaut.
Also ein Kabelstück mit verringertem Querschnitt. Schön eingepackt, damit es beim Abfackeln nicht das Auto gleich mit abfackelt.
solitude32
Und was hat das jetzt mit obiger Frage oder Helgoland zu schaffen?
Rentier_BV
Solitude,
Du meinst sicher Lummerland?
solitude32
Das ist in diesem Fall egal, da wokks Aussagen grundsätzlich falsch sind, ob Festland oder Insel.
Rentier_BV
Wokk,

Bei aller Zuneigung, das ist zu fett für dich.

Lass es dir mal mündlich erklären oder lies dir nochmal das von Matthew durch.

Der Akku bringt nur soviel Strom aus, wie der Motor fordert.
Die Steuerung ist ein anderer Strang.
Die Motorkabel sind auf die Last (und noch mehr) ausgelegt.
miele
Matthew hats schon geschrieben.

Vergleiche, wenn die Micro-USB Stecker passen, kann man jedes beliebige Smartphones an beliebigen Ladegeräten, unabhängig von der Stromstärke am Ausgang des Ladegerätes laden.

Der Verbraucher holt sich, was er braucht, kein Problem, solange die Stromstärke nicht zu gering ist.
wokk
Die Grundaussage ist doch, dass der maximal fliessende Strom in einer Leitung geringer sein muss, als die Leitung selbst vertragen kann. Und davon bringt mich hier niemand ab.
Puzzone
Kabelbrände werden überbewertet.
Matthew
@wokk
Der übliche Weg, das zu lösen ist nicht ein schwacher Akku, sondern eine Sicherung zu verwenden. Die zuverlässigste und billigste Form: Eine Schmelz-Sicherung, wie sie z.B. in KFZ verbaut sind. Es geht etwas komfortabler aber dafür nicht ganz so sicher auch elektronisch.
Dorfdepp
@ wokk

"Die Grundaussage ist doch, dass der maximal fliessende Strom in einer Leitung geringer sein muss, als die Leitung selbst vertragen kann. "

Das ist schon einmal falsch. Bei einem Kurzschluss fließt theoretisch ein unendlicher Strom, praktisch begrenzt durch den Innenwiderstand der Spannungsquelle und dem Widerstand des elektrischen Leiters.

Das tut erst einmal gar nichts. Bedenklich wird es erst, wenn der hohe Strom über einen längeren Zeitraum fließt. Deswegen gibt es Sicherungen. Hast du im Haushalt einen Kurzschluss, fliegt die Sicherung heraus. In der kurzen Zeit wird die Leitung zwar überbelastet, nimmt aber thermisch keinen Schaden.

Das ist aber nur der Extremfall eines Kurzschlusses. Im Normalbetrieb gilt das Ohm'sche Gesetz. Dieses haben dir schon mehrere Schreiber zu vermitteln versucht, aber es fiel nicht auf fruchtbaren Boden, deswegen erspare ich es mir, das nochmals zu erklären.
wokk
Na also, das habe ich ja selbst schon einmal versucht, Euch darzulegen.
@ Matthew: Dann muss die Sicherung aber im Batterieteil sitzen.
@ Dorfdepp: Die Sache mit dem Innenwiderstand der Stromquelle habe ich doch selbst schon am 23. 3. geschrieben. Und weil der Innenwiderstand bei einer grösseren Batterie geringer ist, kann bei einem Auto die Verbindung zwischen Batterie und Anlasser im Extremfall Schaden nehmen.