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Noch Fragen?

Frage Nummer 3000093057 Ohrholz

Ist die Medizin zu konservativ?

Meine Schwester leidet seit bald zwei Jahren an Fibromyalgie, eine zur Zeit nicht heilbare Krankheit, für die es auch kein wirklich geeignetes Medikament gibt. Die besten Erfolge werden laut Studien mit mediznischem Cannabis erzielt, das auch in Deutschland seit bald einem Jahr verschrieben werden darf. Auch meine Schwester kämpft darum, es verschrieben zu bekommen, doch jeder Arzt bei dem sie bisher war, weigert sich beharrlich, obwohl ihre bisherige Medikamentierung nicht gut anschlägt.
Ich frage mich wirklich, ob die Medizin hierzulande zu konservativ ist. Wie seht ihr das?
Antworten (18)
Skorti
Nein, die Medizin ist zu fortschrittlich.

Ein gründlicher Aderlass hat früher fast jedes gesundheitliche Problem gelöst.
Moni15
Ich wäre als Arzt auch misstrauisch, wenn jemand Cannabis verschrieben haben möchte! Ist doch gut möglich, dass sich da jemand nur berauschen möchte, oder?
Und es gibt doch auch Leute die behaupten, dass Cannabis Krebs heilt und wasweißichalles, also wer weiß ob das wirklich gegen Fibromyalgie hilft.
Rentier_BV
Hierzu ein paar Aussagen aus den frühen 60ern des letzten Jahrhunderts und des letzten Jahrtausends:

Hassu Haschisch inne Tasche, hasse immer was zu nasche.

Morgens ein Joint und der Tag ist dein Freund.
Mittags ein Trip und du bist wieder fit.

Zur Sache:ich habe mal deine Arbeit gemacht und nach Therapieformen im Netz gesucht; da gab es eine Menge, aber kein Weed.
Such dir mal Andere zum Anlabern.
Matthew
Nein, die Medizin ist nicht zu konservativ.
Es hat früher in sehr hohem Maße jede Menge Quacksalber gegeben, die mit nutzlosem Müll und schillernden Heils-Versprechen versucht haben, den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Und es gibt sie noch immer. Dem einen Riegel vorzuschieben, ist völlig in Ordnung!

Ansonsten, guckst Du hier.
Ich zitiere mal den ersten Absatz aus diesem Abschnitt:
"Die Fibromyalgie ist durch medizinische Maßnahmen nur begrenzt beeinflussbar. Grundsätzlich besteht die Gefahr des Medikamentenmissbrauchs, der Sucht sowie unabsehbarer Folgeschäden durch Dauermedikation mit diversen Schmerzmitteln. "
solitude32
Das Zeug ist brandgefährlich!
Ohrholz
Ich bin ehrlich gesagt etwas schockiert welche Häme mir hier entgegenschlägt. Scheinbar besteht hier kein Interesse an einer ernsthaften Diskussion, sondern es geht nur darum rechthaberisch und fies zu sein. Trotzdem will ich auf einige Behauptungen eingehen. Zum einen wird hier geschrieben, dass man vermutet, dass Cannabis wegen der Rauschzustände verschrieben werden soll. Der Wirkstoff der für den Rausch verantwortlich ist ist THC, Medizinisches Cannabis das zur Behandlung von Fibromyalgie eingesetzt wird, ist aber viel CBD-haltiger. CBD ist ein weiteres Cannabinoid, hat keine berauschende Wirkung, und es werden extra Cannabissorten gezüchtet, die praktisch kein oder nur wenig THC enthalten.

Desweiteren wird hier behauptet, dass Cannabis nicht zur Behandlung von Fibromyalgie eingesetzt wird. Ich weiß nicht in welchem Internet Sie dazu recherchiert haben, hier ein Artikel der belegt, dass Cannabis als Medizin durchaus angewandt werden kann: https://www.leafly.de/cannabis-als-medizin-bei-fibromyalgie/

Die darin verlinkte Studie verweist darauf, dass es bei Patienten mit Fibromyalgie weitaus bessere Ergebnisse erzielt, als alle anderen angewandten Medikamente.

Dass Cannabis, auch medizinisches Cannabis, keine Substanz ist, die bedenkenlos konsumiert werden kann, das habe ich nie behauptet. Aber die anderen Medikamente, die verschrieben werden, sind nicht unbedingt besser, sondern oft weitaus schädlicher und haben extremere Nebenwirkungen. Der verlinkte Wikipediaartikel ist zudem nicht gerade eine verlässliche Quelle. Zu behaupten, dass ein Opiat wie Tramadol keine schwerwiegenden Nebenwirkungen hätte, das ist ja fast schon gefährlich.

Schade, dass es hier nur darum geht auf anderen herumzuhacken und sich über andere lustig zu machen. Ich wünsche noch einen schönen Tag.
Cordelier
Lieber Ohrholz, lass die Dummköpfe mal alle Labern.

Das medizinisches Cannabis bei einigen Krankheiten lindernd wirkt, haben viele Studien bewiesen.

Die Problematik ist aber das, selbst das medizinische Cannabis mit einem extra angezüchteten hohen CBD Anteil, immer noch unter das BTMG fällt, und Ärzte trotz besserem Wissen es nicht verschreiben dürfen. Das gibt Theater mit deren VertragsKK wegen Kosteneinsparung.

Opioide oder Benzos bekommst du ohne groß nachzufragen. Das ist ja seit langem im Programm und viel Suchtgefährdender.

Deine Schwester sollte mal bei einem Substitutionsarzt vorsprechen, der ist vllt. eher bereit Cannabis zu verschreiben.

Meine persönlichen Erfahrungen darf ich hier nicht schildern.

Viel Glück für deine Schwester.
Dorfdepp
Als neutraler Leser vermisse ich die Information, mit welchen Begründungen die Ärzte die Behandlung mit Cannabis ablehnen.
rayer
Als neutraler Leser sehe ich nur, am Ende wurde uns mal wieder ein Link untergejubelt und damit hat sich das mit seriösen Antworten.
Cordelier
Guter matthew, Sucht, Missbrauch und Abhängigkeit ist bei einer unheilbaren Krankheit doch wohl zu vernachlässigen.
Dorfdepp
In der Frage ist kein Link enthalten, und zur Argumentation sind Links nicht unüblich.
Skorti
Links zur Erläuterung sind durchaus üblich.

Aber von dieser Seite, die laut Wikipedia (Leafly (gesprochen liːfliː) ist eine US-amerikanische Cannabis-Webseite, ...) eher als nicht neutral einzuschätzen ist, fundierte Auskunft zur Behandlung medizinischer Fragen zu erwarten ist naiv.

Google mal nach Leafly und du findest nur Mariuana und Cannabis Themen.
User, in doppelten Sinne, können dort Cannabis Produkte bewerten.
Welche positiven Einschätzungen zur Behandlung von Fibromyalgie dort abgegeben wurden, werde ich nicht alles lesen, aber dass man wenn man stoned ist weniger Schmerzen hat, ist wohl nachvollziebar.
Dann kann man die Schmerzen aber auch wegsaufen.

Sicher gibt es Erkrankungen, bei denen Cannabis als Medizin einsetzbar ist., aber diese scheint bis jetzt nicht dazu zu gehören.

@Ohrholz: Hier ist halt kein Diskussionsforum.
Dorfdepp
@ Skorti
Daher die Frage, was die Ärzte als Begründung gesagt haben.
Cordelier
Lieber Dorfdepp, jeder Kassenarzt ist seiner VertragsKK zur Kosteneinsparung verpflichtet, und die von der KK nicht autorisierten Heilmittel sind nicht verschreibbar. Dh. er darf es nicht ohne die Gewissheit zu haben sich mit seiner VertragsKK anzulegen und... nun ja.

Kleines Bsp.

Ich hatte 2012 eine tiefe Bein- und Beckenvenen Thrombose mit mehreren Lungenembolien, Lebensgefahr, und im KH haben die mir das Leben gerettet. 2 Wochen KH und 4 Wochen AU von meiner Hausärtin. Danach wäre KG angesagt gewesen, aber die KK hatte schon bei meiner Hausärztin Theater gemacht und mich auch selber angerufen.
Nach einem Jahr Marcumar wurde ich auf das wesentlich teurere Xarelto umgestellt, meine Hausärztin O-Ton "das kann ich schon bei der KK verantworten".

So läuft das, es geht nur um Kosten.
Cordelier
Zusatz, nach den 6 Wochen war ich wieder gesund.
Matthew
Guter Cordelier
  • Nein, Sucht und Abhängigkeit ist nur dann zu vernachlässigen, wenn der Patient nicht mehr lange zu leben hat.
  • Und nein, es geht nicht "nur" um die Kosten, aber ja es geht zu recht um eine Abwägung zwischen Nutzen und Nachteilen! Und bei dieser Abwägung spielen Suchtpotential, Alternativen und Kosten durchaus und zu Recht eine Rolle.
Matthew
Nach dem verlinkten Wikipedia-Artikel lässt sich die Krankheit durch Diät und Sport positiv beeinflussen.
Wenn jemand sich weder um seine Ernährung kümmert, noch Sport treibt, aber ein Medikament verschrieben haben will, dann kann ich sehr nachvollziehen, dass der Arzt entscheidet, dass das die falsche Reihenfolge ist.

Geht also in Ordnung!
hphersel
um mal wieder auf die ursprüngliche Frage zurückzukommen: Die "Medizin" ist nicht zu konservativ, aber sehr viele Ärzte sind es, und die Vorgaben der Krankenkassen - die, wie schon angedeutet, oft ausschließlich finanzielle Erwägungen und nicht das Wohl des jeweiligen individuellen Patienten vor Augen haben - lassen die gesetzlich verankerte "Therapiefreiheit" an Grenzen stoßen. An Stelle Deiner Schwester würde ich mir eine zweite Meinung einholen, sprich: einen Therapeuten mit Erfahrung mit Cannabisprodukten suchen. Manchmal hilft auch ein Gespräch mit dem Sachbearbeiter der Krankenkasse, wenn diesem klargemacht wird, dass die Therapiealternative günstiger und dabei wahrscheinlich hilfreicher sein wird als die bisherige. Für ein solches Geespräch muss man sich aber sehr gut mit Argumenten "bewaffnen" und hoffen, dass der Sachbearbeiter kein unflexibler Paragrafenreiter ist.