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Noch Fragen?

Frage Nummer 31329 Weser

Kann man einen Schiffsdiesel nach 70 Jahren Ruhe wieder in Betrieb nehmen?

Kann man einen damals nagelneuen Schiffsdiesel, der nur einen Motorentest durchlaufen hat, und seitdem in gleichbleibender Raumluft und -feuchte stand, wieder zum Leben erwecken, ohne die gesamte Anlage zunächst zerlegen zu müssen?
Antworten (13)
Travis99
Ich bezweifle es, da die Ventile und Wellen bestimmt nicht mehr voll funktionsfähig sind. Der muss bestimmt alle paar Jahre wenigstens für ein paar Umdrehungen angemacht werden.
Musca
Definitiv nein.Der Dieseltreibstoff dürfte hoffnungslos verharzt sein, alte Schmieröle wirken äusserst agressiv auf sämtliche Dichtungen, Kolbenringe, u.s.w.Es wäre schade um so ein gutes Stück. Hier als Beispiel die erforderlichen Maßnahmen bei einem Lkw-Diesel, im Prinzip 1:1 auf einen Schiffsdiesel übertragbar.
antwortomat
Das wird nix. Der muss generalüberholt werden.
Kastor
Bei einem normalen Dieselmotor würde das vielleicht gehen, wenn er von guter Qualität ist.
Aber Schiffsdiesel laufen mit Schweröl (besser bekannt als Bunker C) und das ist eine ziemlich fiese Pampe, die schon unter normalen Umständen nicht fließfähig ist! -Nach 17 Jahren ist es mit Sicherheit hart wie Beton!
[br]
Du siehst also: Das wird eine größere Arbeit!
hphersel
das sehe ich so wie meine Vorredner: auf jeden Fall aufmachen und überholen! Wenn Du ihn einfach so durchdrehst, machst Du nur Dinge kauptt, die jetzt noch heil sind...
Weser
Vielen Dank für die hilfreichen Antworten. Ich hatte gehofft, deutsche Wer(f)arbeit macht eine technische Durchsicht fast überflüssig. Aber das mit dem Schweröl (Bunker C) leuchtet schon ein. Na gut. Vielen Dank nochmals und allen ein schönes Weihnachtsfest.
Nil.Jang
Na klar läuft der wie 'ne Eins. Schließlich konnte er sich lang genug ausruhen.
Nikomid
Hallo,

in Gegensatz zu meinen Vorrendnern sehe ich die Sache wesentlich optimistischer. Schweröl ist erst nach dem Krieg als Schiffskraftstoff in Mode gekommen und dort auch zunächst nur für große Zweitakter. Bei einem so alten Motor findet man auch kaum Gummidichtungen die im Laufe der Zeit verspröden. Lediglich die Wellendichtungen aus Kork sind wahrscheinlich nicht mehr ganz dicht. Ich selber habe Motoren gesehen die nach 30 Jahren Standzeit problemlos liefen.

Allerdings empfehle ich vor dem Starten zunächst Rostlöser in die Zylinder zu sprühen, einen Tag später Öl und erst dann den Motor vorsichtig durchzudrehen. Alle anderen Teile müssen selbstvertändlich auch geschmiert werden. Es wird wohl eine Handpumpe geben zum Aufbauen des Öldrucks vor dem Starten, das sollte man auf keinen Fall vergessen!

Ansonsten hab ich schon PKW Motoren gesehen die nach 30 Jahren mit orginal Öl und Benzin wieder zum Leben erweckt worden. viel Erfolg

Nikomid
roland09822
Motorenoel sowie Diesel aus Tank und Filteranlage erneuern.Nach dem entlüften der Anlage vorsichtig starten und dabei auf Laufgeräusche und Vibration achten.
Beim ersten Lauf ohne Belastung bis zur Betribstemperatur laufen lassen,auf Dichtheit achten.
Viel Spaß beim schrauben...
vietgilles
Wenn Du kein Motormechaniker bist swürde ich an Deiner Stelle einen Spezialisten im Bekanntenkreis kontaktieren. Ein besonders empfindliches Teil ist die Einspritzpumpe (sehr teuer). Diese sollte vorher gründlich gereinigt werden, ebenso wie die Einspritzdüsen. Den Ventieldeckel auch vorab entfernen um die Ventiele überprüfen zu können, ebenso die Ölwanne. Mit Entfettungsspray die Alölreste entfernen und den Motor von innen damit reinigen und alle Reste damit entfernen. Ein guter Dampfstrahler hilft hier auch weiter (keine Angst, das Wasser verdunstet). Nach der Innereinigung des Motors diesen mit frischem, heißem Motoröl auffüllen und langsam von Hand mehrmals durchdrehen und dabei auf Widerstand überprüfen. Das erste Öl kann von minderer Qualität sein (Kosten senken) da es nach dem Handdurchlauf abgelassen werden sollte. Jetzt mit neuem Öl wieder auffüllen und versuchen den Motor zu starten (wenn es möglich ist den Motor vorwärmen).
itsalltitts
Weil`s Weihnachtstag ist.
Eins ist Dir jetzt wohl klar: Hier muss ein Fachmann ran. Ein Meesta.
Ein 70-jähriger Diesel hat vermutlich ein paar Stunden auf der Welle und muss schon deswegen demontiert werden.
Die Kräfte die auf Wellen und Lager wirken sind bei einem Schiffsdiesel einiges grösser als bei anderen Diesel.
Lager sollten ersetzt werden und da man hier hier vermutlich keine Orschinallage mehr findet, wird man entweder welche anpassen oder anfertigen müssen. Dazu benötigt man nebst einer seriösen Ausbildung auch einige Maschinen und – das Wichtigste – Erfahrung.

Pumpe und Düsen sollten falls möglich zum Hersteller. Ansonsten gilt auch hier: Hart- und Software.
Vermutlich hat dein Motor hängende Ventile und der Ventildeckel befindet sich seitlich.
Die Ventile befinden sich also nicht im Kopf.
Wolfgangcp
Auf jeden Fall sollte man einen Zylinder mal auf machen und sich den Zustand anschauen. Wenn's möglich ist sollte man den Motor auch mal von Hand durchdrehn um zu sehen ob sich Kolben, Buchsen, Kurbelwelle und Lager nicht festgesetzt haben. Wegen Schweröl würde ich mir keine so große Sorgen machen, war damals nicht vorhanden und ich glaube auch kaum das dieser Motor Schweröl tauglich ist.
Selbst wenn sich die Umgebungstemperature kaun geändert hat, würde ich doch annehmen das sich einige Teilen festgesetzt haben, wie Kolbenringe.

Aber schau doch mal bei www.detcservice.com rein
hphersel
genau dieses Durchdrehen sollte auf jeden Fall unterbleiben! Denn wenn sich etwas festgesetzt hat, oder zB ein Kolben Rost angesetzt hat, machst Du die Sache so nur noch schlimmer!