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Noch Fragen?

Frage Nummer 3000109766 Gast

Muss ich bei einer Pflegezeit von 50 Std/Woche noch arbeiten gehen

Ich pflege einen Angehörigen mit 50 Std/Woche Pflegezeit laut Pflegegutachten und habe einen Minijobs. Kann ich zur weiteren Arbeitsaufnahme verpflichtet werden oder kann ich bei Bedarf ALG II beziehen?
Antworten (18)
ing793
Mit Pflegegeld und Minijob liegst du mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit jenseits der Einkommensgrenzen für den Bezug von ALG II.
Wenn du keine Leistungen des Jobcenters beziehst, kannst du auch nicht zur Arbeitsaufnahme verpflichtet werden.
Setz dich aber dann mit deiner Krankenkasse auseinander, wie die Versicherung geregelt wird.
Eventuell ist es sinnvoll, deinen Minijob aufzustocken auf min 455 €, damit du versicherungspflichtig wirst. Das könnte für dich günstiger sein, für den Arbeitgeber ist es das auf jeden Fall.
Musca
Wie weit sind wir inzwischen in unserer Republik ? Ich bin heute scheiße drauf, muss mich irgendwie ablenken, aber trotzdem: Wie kann es sein, dass jemand seinen Angehörigen 50Std/Woche pflegt, vermutlich besser und individueller als jede "Institution", daneben noch einen Minijob ausübt (Chapeau), und dann noch Angst haben muss vor Hartz 4 ?
Stattdessen schwafelt die Nahles über eine Reform von H4, welche keine Probleme ändert, Merz schwafelt über "individuelle"Asylpolitik, das betrifft weniger als 2% der Flüchtlinge...u.s.w.
Lieber Gast, Hochachtung vor deinem Engagement, informiere dich bei Krankenkassen oder sozialen Einrichtungen über deine Rechte.
Lass dich nicht verarschen.
Eva Hamberg
Es kommt auf den ermittelten Pflegegrad an. Ab Pflegegrad 4 ist nMn eine Beschäftigung unzumutbar. Man muss aber bei der KK als pflegender Angehöriger registriert sein. Dann hat man auch ein Anrecht auf ALG II, wird mit genau der Begründung freigestellt. Pflegegeld wird mMn nicht auf das ALG II angerechnet. Von daher kann es sich sehr lohnen dieses zu beantragen. Kommt es doch anders, kann man sich schliesslich auch einfach wieder abmelden :)
StechusKaktus
Wenn jemand seine Eltern pflegt, wird erwartet, dass die Gesellschaft dies entlohnt.
Wenn jemand seine Kinder pflegt, wird das nicht erwartet.

Warum?
Eva Hamberg
Kinder wachsen auf, sie werden nicht (gross) gepflegt.

Sollte das aber leider doch mal der Fall sein, gilt das von mir geschilderte auch bei Kindern, die gepflegt (im Sinne von Krankheit) werden.
StechusKaktus
Liebe Eva,
ich beglückwünsche dich zu deinen Kindern. Meine musste ich bekochen, sie aus- und anziehen, ihre Windeln wechseln, sie waschen, usw.

Also ungefähr alles, was man auch mit alten Menschen machen muss, wenn man sie pflegt. Bei jungen Menschen nimmt die "Pflegestufe" ab, bei alten zu.

Ich erneuere also meine Frage: Warum dieser Unterschied?
rayer
@Stechus
Ehrlich gesagt hatte ich bisher geglaubt, Du hast keine Kinder, falls doch tun sie mir leid.
StechusKaktus
Oooch, denen geht's gut, danke der Nachfrage.
Versuche dich an der Frage!
rayer
Vermute die leben bei Papa. Das erklärt es dann.
elfigy
Stechus, für die Pflege der Kinder bekommt man auch hilfen. Elternzeit, Kindergeld, Kita, Kiga. Und nach kurzer Zeit laufen die Kinder mit. Man kann sie fast überall mit hin nehmen, sie essen selbstständig usw.
Außerdem bist du selbst an deren Existenz schuld.
Für die Existenz der Eltern hingegen ist man nicht verantwortlich. Man kann nix dafür, dass sie bei der Verhütung versagten, oder nicht rechtzeitig abtrieben. Man ist völlig schuldlos deren Kind.

Ach ja :-)) vorsichtshalber, Satire wird nicht immer verstanden - leider
Eva Hamberg
Ich persönlich halte 'Kinder kriegen' ja für einen zutiefst egoistischen Akt der Eltern. MMn wird von Staat genug für Eltern getan. Der Rest ist eben die Zeche, die ich für meinen Egoismus zahlen muss/werde.

Sollte jemand damit überfordert sein, oder plötzlich überrascht vom..... Arbeits- und Kostenanfall, steht es jedem Elternteil frei sich an die Behörden zu wenden. Ich bin mir SEHR sicher, sie helfen gerne bei der Unterbringung in einer Pflegefamilie oder einen Heim.

Dies ist kein Sarkasmus, vorsichtshalber angemerkt :)
Lempel
Einspruch, Eva.
Kinder zu kriegen ist so notwendig für unseren Fortbestand wie Luft holen, essen und trinken.
Egoismus kann ich dabei nicht entdecken.

Es ist auch vollkommen natürlich, dass die Eltern sich um das Kind kümmern. Die Mutter auf ihre Weise, der Vater auf seine.

Und wenn die Mitglieder einer Community, in der sie leben, sich gegenseitig unterstützen, finde ich das ebenfalls natürlich.

Und vorsichtshalber angemerkt – damit selbst elfigy es versteht – dies ist keine Satire oder Sarkasmus.
Eva Hamberg
Ebenfalls Einspruch :)

Denn mir ist noch niemand begegnet, der seine Kinder für die Gesellschaft bekommen hat. Sondern immer nur für sich selbst.

Dass die Gesellschaft (vielleicht!) auch was davon hat ist eben dieser (geschichtlichen Entwicklung) geschuldet. Kann man ihr ja nicht verübeln, dass sie aus dem Individuum versucht heraus zu pressen, was geht. Ist schon schlau gemacht :)
Lempel
Eva, deinem Einspruch ist stattgegeben 🎓.
Ich nehme deinen letzten Satz »Ist schon schlau gemacht« als Beweis dafür, dass du die ganze Sache verstehst.

Weshalb glaubst du wohl, dass die Natur zwei Menschen, die sich überhaupt nicht kennen, zusammen führt? Dass die beiden Empfindungen haben, die sie Liebe nennen?
Und dann – zack, schnuckel, schnuckel – ist sie schwanger?

Ja, ist schon schlau gemacht. Sonst wärest weder du noch ich auf dieser Welt.
StechusKaktus
Elfis Antwort hat den ersten sinnvollen Hinweis auf meine Frage gegeben.

Verstehe ich es richtig: Die Gesellschaft soll deswegen für meine Eltern aufkommen, weil ich sie mir nicht aussuchen konnte? Obwohl sie mich mein ganzes Leben gut behandelt haben? Unabhängig vom Vermögen meiner Eltern (was übrigens der Unterschied zu Babys sein kann)?
Eva Hamberg
Das muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er die Unterstützung der Gesellschaft einfordert oder nicht.

Ausgangspunkt ist dabei aber immer der kranke Mensch. Und Krankheit macht vor niemandem halt. Egal, ob jung, alt, reich oder arm.
Musca
Der Unterschied liegt schon im Lebensalter, Kindererziehung und Elternpflege sind völlig verschiedene Dinge. Als Endzwanziger oder Frühdreißiger kann ich alles wuppen. Ab Mitte 50 geht es rapide bergab.
StechusKaktus
Bei diesem Diskurs geht mir verloren, dass alte Menschen auch bösartig sein können und ihre Kinder vergrault haben, die ansonsten gerne geholfen hätten. Von daher liegt eine gewisse "Vernachlässigung" auch öfter mal in der Verantwortung der Alten.

Babys würde ich diese Verantwortung nicht zuordnen, auch wenn es unterschiedlich anstrengende Exemplare gibt.