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13-jährige Laura Dekker: Gericht in Utrecht verbietet Weltumseglung

Nun ist es amtlich: Die 13-jährige Laura Dekker darf vorerst nicht allein die Welt umsegeln. Ein Gericht in Utrecht entzog den Eltern, die das Vorhaben erlauben wollen, das Sorgerecht. Allerdings gibt es für die "kleine Meerjungfrau" noch eine Chance.

Vorläufiges Aus für einen großen Traum: Die 13-jährige Holländerin Laura Dekker darf zumindest in den kommenden zwei Monaten nicht mit ihrem Rekordversuch beginnen, als jüngster Mensch die Welt zu umsegeln. Das zuständige Familiengericht in Utrecht stellte das Mädchen am Freitag zunächst bis Ender Oktober unter behördliche Aufsicht. Das Sorgerecht der Eltern wurde damit nicht generell, aber in Bezug auf die Weltumseglung, ausgesetzt.

Kein generelles Verbot

Der große Wunsch einer Rekordumseglung der Welt solle Laura aber nicht generell verwehrt werden, erklärte die Vorsitzende Richterin. Nach zwei Monaten sollen Fachleute prüfen, ob das Mädchen weit genug entwickelt ist, um den gefährlichen Segel-Törn wagen zu können. Laura wäre dann 14 Jahre alt. Sie könnte ihre auf zwei Jahre angelegte Weltumrundung als 16-Jährige abschließen und damit immer noch einen Rekord aufstellen.

Das Gericht habe auf Antrag der Behörde für Kinder- und Jugendschutz entscheiden müssen, ob durch eine zweijährige Solo-Seereise "Lauras seelischen und geistigen Belange oder ihre Gesundheit ernsthaft bedrohen würde", erklärte die Richterin. Diese Sorge bestehe zu Recht. Jeder, der auf so eine Reise gehe, werde mit Gefahrensituationen konfrontiert, darunter Stürme und Flauten, Einsamkeit und das Fehlen von Schlaf. Beim gegenwärtigen Stand könne Lauras Entwicklung daher während einer zwei Jahre langen Solo-Reise ernsthaft bedroht werden.

Nur einen Tag vor der Verkündung des Urteils hat ein 17-jähriger Engländer den bislang von einem Amerikaner gehaltenen Jugendrekord im Weltumsegeln gebrochen. Michael Perham erreichte nach neuneinhalb Monaten den Ärmelkanal und sicherte sich damit einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde.

Auch Neuseeland erteilt Absage

Kurz vor der Entscheidung in den Niederlanden hatte bereits Neuseeland dem Mädchen eine Absage erteilt. Auch dort könnte die junge Möchtegern-Weltrekordlerin nicht einfach allein in See zu stechen, berichtete die Zeitung "de Volkskrant" am Freitag. "Laura muss hier mit derselben Behandlung durch die Kinderschutz- Behörde rechnen wie in den Niederlanden", teilte die neuseeländische Behörde auf Anfrage mit.

Lauras Vater Dick Dekker hatte zuvor erklärt, er werde mit seiner Tochter nach Neuseeland gehen, falls sie in den Niederlanden keine Erlaubnis bekäme, als jüngster Mensch allein die Welt zu umsegeln. Die 13-Jährige wurde während einer Weltreise ihrer Eltern in Neuseeland auf einem Segelboot geboren. Sie besitzt daher auch einen Pass des Inselstaates.

DPA / DPA