HOME

Gewaltverbrechen: 17-Jähriger mit Taschenmesser erstochen, weil er im Auto Rap-Musik hörte

Ein zwei Tage zuvor aus der Haft entlassener Mann hat im US-Bundesstaat Arizona einen schwarzen Teenager erstochen. Sein Motiv: Der 17-Jährige hatte in seinem Auto Rap-Musik gehört. Davon habe er sich bedroht gefühlt.

Der Messerstecher von Phoenix wird wegen Mordes angeklagt

Zwei Tage nachdem er aus dem Gefängnis entlassen worden war, hat ein Mann im US-Bundesstaat Arizona einen Teenager beim Einkaufen von hinten erstochen (Symbolbild)

Picture Alliance

Weil er sich von der Rap-Musik bedroht fühlte, hat ein Mann in der Kleinstadt Peoria im US-Bundesstaat Arizona einen schwarzen Teenager beim Einkaufen erstochen. Der 27-Jährige mutmaßliche Täter wurde am Donnerstag wegen Mordes angeklagt. 

Zu dem Verbrechen kam es laut Staatsanwaltschaft am 4. Juli in einem Lebensmittelgeschäft nahe Phoenix. Ohne ein Wort soll der Angeklagte dem 17-Jährigen gefolgt sein und vor dem Laden von hinten mit einem Taschenmesser in den Hals gestochen haben. Noch verstörender als die Tat selbst ist das Motiv. In Gerichtsdokumenten heißt es: Der Täter gab an, dass er sich wegen der Rap-Musik unsicher fühlte, weil er in der Vergangenheit von Menschen (Schwarzen, Hispanics und Ureinwohnern) angegriffen wurde, die Rap-Musik hörten. Er habe ihn nicht direkt provoziert, räumte der Mann ein. Demnach soll der Teenager in seinem Auto Rap-Musik gehört haben. Alarmierte Beamte nahmen den mutmaßlichen Mörder kurz nach der Tat fest.

Staatsanwalt: "Der Junge war einfach nur einkaufen"

Staatsanwalt Bill Montgomery äußerte sich entsetzt über den Mord. "Was diese Tat  so tragisch macht, ist, dass wir es mit einem 17-Jährigen zu tun haben, der überhaupt nichts gemacht hat." Er sei einfach nur einkaufen gewesen. Der Messerstecher war nur zwei Tage vor dem Mord aus dem Gefängnis entlassen worden. Dort hatte er wegen eines anderen Angriffs eingesessen. Seine Anwältin erklärte, ihr Mandant leide unter psychischen Probleme und müsse psychiatrisch behandelt werden.

Demokrat Brooker spricht von Hassverbrechen

Auch im politischen Washington sorgte der Mord an dem 17-Jährigen für einen Aufschrei. "Ein weiteres unserer Kinder wurde auf abscheuliche Weise ermordet", twitterte der demokratische Präsidentschaftsbewerber Cory Brooker. Die Justiz müsse dieses Hassverbrechen sofort untersuchen, forderte er.

js / AFP