HOME

Klimawandel : Abgemagerter Eisbär 700 Kilometer von seinem Zuhause entdeckt

Ein hungriger Eisbär hat sich aus der Arktis bis weit nach Russland verirrt. Vermutlich verlor er auf Nahrungssuche die Orientierung. Greenpeace warnt, dass das Überleben für die Tiere immer schwieriger wird.

Ein abgemagerter Eisbär hat ein russisches Dorf auf der Halbinsel Kamtschatka in Erstaunen versetzt. Das Tier verirrte sich 700 Kilometer weit. Naturschützer vermuten, dass er auf einer Eisscholle die Orientierung verloren hat. 

Laut russischen Medienberichten füttern die Bewohner den ausgehungerten Eisbären nun mit Fischen und planen eine Rettungsaktion für ihn. Mit einem Hubschrauber soll er nach Tschukotka im äußersten Nordosten Russlands gebracht werden. Doch vermutlich wird es nicht der letzte Eisbär gewesen sein, der sich an ungewöhnliche Orte verirrt. 

"Wegen des Klimawandels erwärmt sich die Arktis, das Jagdrevier wird kleiner und weniger komfortabel“, sagte Wladimir Khuprow von Greenpeace dem "Guardian". "Das Eis geht zurück, und Eisbären suchen nach neuen Wegen, um zu überleben. Und der einfachste Weg ist, zum Menschen zu kommen."

Die Eisbärenpopulation wird immer kleiner 

Eisbären ernähren sich vor allem von Robben. Doch diese bei der schrumpfenden Eisdecke in der Arktis zu finden, ist schwer. Die durchschnittliche Lufttemperatur in der Arktis stieg laut der Natur- und Umweltschutzorganisation WWF in den vergangenen 100 Jahren um fünf Grad an, während das Packeis zuletzt pro Jahrzehnt um zehn Prozent zurückging. 

"Das Tempo beim Klimaschutz muss drastisch erhöht werden. Nur dann haben die Arktis und die Eisbären eine Überlebenschance", warnte Sybille Klenzendorf vom WWF Arktis-Programm schon 2018. Bis der Klimawandel gestoppt werde, werde die Eisbärenpopulation immer kleiner. Seit dem Jahr 2006 gilt der Eisbär als gefährdete Tierart. 

Quellen: "Guardian", WWF 

Video: Eisbären im Flirt-Fieber
ame