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Absturz von Amsterdam: Experten vermuten Triebwerksausfall

Bei dem Flugzeugunglück auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol deutet sich an, dass ein Triebwerksausfall für das Unglück verantwortlich sein könnte. Laut Funkverkehr meldeten die Piloten dem Tower beim Landeanflug keine Probleme. Türkische Medien berichteten, dass bei dem Unglücksjet bereits zuvor technische Schwierigkeiten aufgetreten seien.

Ein Ausfall der Triebwerke war möglicherweise die Ursache des Flugzeugunglücks in Amsterdam. Der leitende Ermittler Pieter van Vollenhoven sagte am Donnerstag, die Maschine sei beim Landeanflug nahezu senkrecht abgestürzt.

Die Boeing 737 der Turkish Airlines schlug am Mittwoch kurz vor der Landebahn auf einem Feld auf und zerbrach in drei Teile. Neun Menschen kamen ums Leben, darunter die Piloten. Von den 86 Verletzten schwebten am Donnerstag noch sechs in Lebensgefahr.

Während Experten in Paris den Flugschreiber und den Stimmenrekorder auswerteten, nahmen Ermittler am Flughafen Schiphol das Wrack unter die Lupe. Der Funkverkehr zwischen dem Cockpit und dem Tower ließ offenbar nichts Ungewöhnliches erahnen. "Alles schien normal", sagte der frühere Pilot Joe Mazzone, der sich die 52 Sekunden dauernde Aufzeichnung angehört hat. Bei dem kurzen Wortwechsel mit dem Fluglotsen ging es unter anderem um die Landeerlaubnis: "Turkish 1951 descending from level 7-0," sagte einer der Piloten im Landeanflug und meinte damit den Sinkflug aus 7000 Fuß (2134 Meter). Der Fluglotse antwortete routinemäßig und leitete die Maschine in eine Höhe von 4000 Fuß (1219 Meter), wo ein elektronischer Strahl das Flugzeug zu seiner Landebahn führen sollte.

Auch ein Deutscher war an Bord

125 der 134 Menschen an Bord überlebten den Absturz. Eine von ihnen sagte, es habe keine Warnung aus dem Cockpit gegeben. "Wir haben wirklich hart gebremst, aber das ist bei einer Landung ja normal", sagte Jihad Alariachi. "Dann ging die Nase hoch. Und dann prallten wir auf." Augenzeugen am Boden sagten, das Flugzeug sei aus einer Höhe von etwa 90 Metern jäh abgesackt. Bei den Passagieren handelte es sich überwiegend um Türken und Niederländer, auch ein deutscher Staatsbürger war an Bord.

Dass so viele Menschen die Bruchlandung überlebten und einige sogar völlig unverletzt blieben, grenzt nach allgemeiner Einschätzung an ein Wunder. Tatsächlich sind die Chancen, bei einem Flugzeugunglück mit dem Leben davon zu kommen, nach Einschätzung von Experten generell gestiegen. "Das ist nicht nur eine Frage des Glücks", sagte William Voss, ehemaliger Mitarbeiter der US-Luftfahrtbehörde (FAA) und Präsident der Flight Safety Foundation (FSF), einer Organisation, die zu mehr Sicherheit im Luftverkehr beitragen will. Fachleute weisen darauf hin, dass Flugzeuge für den Ernstfall inzwischen besser konstruiert sind: So sei etwa der Rumpf verstärkt und der Brandschutz in der Kabine optimiert worden. Hinzu komme eine bessere Ausbildung von Flugbegleitern und Cockpit-Besatzung.

Gab es schon vorher Probleme an der Unglücksmaschine?

Möglicherweise hat die verunglückte Passagiermaschine der Turkish Airlines bereits in der Woche vor dem Absturz technische Schwierigkeiten gehabt. Am 18. Februar habe es Probleme mit den Flaps gegeben, einer Auftriebshilfe an der Hinterseite der Flügel, berichteten türkische Medien am Donnerstag. Die Auftriebshilfen werden auch beim Start und bei der Landung benutzt. Nachdem die Piloten auf Probleme hingewiesen hätten, sei an dem Flugzeug gearbeitet und ein Problem gelöst worden. Am Montag dieser Woche sollen Piloten einen Start mit der Boeing 737-800 abgebrochen haben, weil das Warnsystem Master Caution aufleuchtete. An der Maschine wurde danach erneut gearbeitet.

DPA / DPA
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?