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Affären auf Segelschulschiff: Guttenberg spricht mit "Gorch Fock"-Kadetten

Die Spekulationen über den Todesfall auf der "Gorch Fock" reißen nicht ab. Jetzt hat sich Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg persönlich ein Bild von den Ereignissen gemacht und sich in der Marineschule Mürwik mit Kadetten getroffen, die damals an Bord waren. Zuvor hatte er bereits die Mutter der verunglückten Offiziersanwärterin gesprochen.

Vier Wochen nach Beginn der "Gorch Fock"-Affäre hat Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) am Montag die Marineschule Mürwik in Flensburg besucht. Dort sprach er mit Offiziersanwärtern, die im November gemeinsam mit der damals verunglückten Kadettin an Bord des Segelschulschiffs waren.

Die 25-jährige Soldatin war aus rund 27 Metern Höhe aus der Takelage auf Deck gestürzt. Später sorgten Berichte über Drangsalierung, sexuelle Belästigung und Auseinandersetzungen zwischen Kadetten und Stammbesatzung für Schlagzeilen. Guttenberg suspendierte den Kommandanten der "Gorch Fock", Norbert Schatz, für die Zeit der Ermittlungen.

Vortrag vor 60 Offiziersanwärtern

In Mürwik traf Guttenberg rund 60 Offiziersanwärter, die dem Jahrgang der verunglückten Kadettin angehörten. Etliche davon waren zum Zeitpunkt des Unfalls an Bord. Der Verteidigungsminister hielt in der Aula der Schule einen Vortrag vor insgesamt 300 Soldaten zum Thema "Ausbildung, Erziehung, Fürsorge". Anschließend war eine Fragerunde vorgesehen.

Die Marine-Untersuchungskommission zu den Vorkommnissen auf der "Gorch Fock" soll ihren Abschlussbericht bis zum Monatsende vorlegen. Zudem untersucht die Kieler Staatsanwaltschaft die Umstände des Todes der Kadettin.

In der vergangenen Woche hatten Berichte für Aufsehen gesorgt, nach denen die verunglückte Offiziersanwärterin übergewichtig und möglicherweise dienstuntauglich gewesen sein soll. Das Verteidigungsministerium hatte sich dazu unter Hinweis auf die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen nicht geäußert.

Guttenberg spricht mit Mutter der Kadettin

Die Mutter der jungen Frau gab die Verantwortung für die Spekulationen der Bundeswehr. "Wir erwarten, dass Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sich dafür entschuldigt", forderte ihr Anwalt Thomas Kock im "Focus".

Guttenberg ging in Mürwik nicht näher auf die Forderung ein. "Ich habe mit der Mutter bereits letzte Woche gesprochen. Gespräche, die man zu zweit führt, haben in der Öffentlichkeit nichts zu suchen", sagte er.

kng/DPA / DPA