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Angst vor Piraten: Passagiere der "Vistamar" von Bord gebracht

Erneut hat ein Kreuzfahrtunternehmen auf die Gefahr durch Piratenüberfälle im Golf von Aden reagiert. Die rund 200 Passagiere der "MS Vistamar" gingen im Jemen außerplanmäßig von Bord. Das Schiff wird nun nur mit der Besatzung die Gewässer am Horn von Afrika durchqueren.

Aus Furcht vor einem Piratenüberfall fährt nach der "MS Columbus" ein zweites deutsches Kreuzfahrtschiff ohne Passagiere durch den Golf von Aden. Die etwa 200 Gäste der "MS Vistamar" werden drei Tage im Jemen an Land verbringen, während das Schiff nur mit der Besatzung an Bord die Gewässer am Horn von Afrika durchquert.

Das teilte der Veranstalter Plantours & Partner aus Bremen am Freitag mit. Damit reagiert das Unternehmen nach eigenen Angaben auf die Entscheidung der Bundesregierung, in diesem Seegebiet "keine erweiterten Schutzmaßnahmen für Kreuzfahrtschiffe mit EU-Flagge und deutschen Reisegästen zu unternehmen".

Am Mittwoch hatte bereits der Veranstalter Hapag-Lloyd Kreuzfahrten aus Furcht vor Piraten seine Gäste im Jemen von der "MS Columbus" geholt und für einen dreitägigen Zwischenaufenthalt nach Dubai fliegen lassen.

Für den Golf von Aden gilt seit einiger Zeit eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. In den vergangenen Tagen hatten deshalb mehrfach Politiker von den Reedereien gefordert, Kreuzfahrten durch das Gewässer ganz zu unterlassen.

DPA / DPA