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Piraten-Prozess in Hamburg: Haftbefehle gegen zehn Somalier verkündet

Zwei Monate nach dem Überfall auf das Frachtschiff "Taipan" sind zehn mutmaßliche Piraten am Freitag dem Haftrichter vorgeführt worden. Am Tag zuvor waren sie von den Niederlanden nach Deutschland überstellt worden.

Neun mutmaßliche Piraten aus Somalia sind am Freitag einem Haftrichter in Hamburg vorgeführt worden. Er sollte den Männern die Haftbefehle verkünden, die ein Amtsgericht der Hansestadt Mitte April erlassen hatte.

Der Jüngste der Verdächtigen - laut Gutachter 15 oder 16 Jahre alt - war bereits am Donnerstagabend, kurz nach der Ankunft der mutmaßlichen Seeräuber in Hamburg, bei einem Jugendhaftrichter. Dort habe er keine Angaben gemacht, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Wilhelm Möllers.

Die zehn Somalier waren am Donnerstag aus den Niederlanden nach Deutschland gebracht worden, damit ihnen vor dem Hamburger Landgericht der Prozess gemacht werden kann.

Die Piraten hatten am 5. April 800 Kilometer östlich von Somalia das Containerschiff "Taipan" der Hamburger Reederei Komorowski gekapert. Mit einer Kommandoaktion befreiten niederländische Soldaten am selben Tag das Schiff samt der 13-köpfigen Besatzung. Die Piraten wurden festgenommen, und die Hamburger Justiz erließ Haftbefehl gegen sie wegen versuchten räuberischen Menschenraubes und wegen Piraterie.

Nun sollen zum ersten Mal seit 400 Jahren Piraten nach dem Angriff auf ein deutsches Schiff auch in Deutschland vor Gericht gestellt werden.

DPA/APN / DPA