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Augsburg: Arbeitsagentur schickt 19-Jährige ins Bordell

Ein unmoralisches Angebot vom Arbeitsamt: Eine 19-Jährige sucht einen neuen Job - und wird von der Agentur ins Rotlichtmilieu geschickt. Das ist jetzt nicht nur der jungen Frau peinlich.

Die junge Augsburgerin ist gelernte Hauswirtschafterin und seit Monaten auf der Suche nach einem passenden Job. Die 19-Jährige wendet sich an die Augsburger Arbeitsagentur - und bekommt tatsächlich einen Job vorgeschlagen. Jedoch handelt es sich dabei um eine Anstellung als Servicekraft in einem Bordell. Die junge Frau ist fassungslos.

Der Brief sei ein Versehen gewesen, sagte Geschäftsführer Roland Fürst der "Augsburger Allgemeinen". Bei einer Stelle im Rotlichtmilieu hätte die Frau eigentlich vor dem Schreiben gefragt werden müssen, ob sie Interesse hat. "Hier ist uns ein Fehler unterlaufen. Die zuständige Vermittlerin hat das Gespräch nicht geführt und den Brief am Freitag verschickt."

Die Frau sollte in dem Bordell Gästen an der Theke Getränke ausschenken. Voraussetzung sei ein "ansprechendes Auftreten", heißt es in dem Brief, der dem Blatt vorliegt. Die 19-Jährige sagte der Zeitung: "Ich war total entsetzt. Meine Mutter hat sogar geschrien, als sie den Brief gesehen hat."

Der Vorfall sei unangenehm, sagte Fürst am Mittwoch der dpa. "Es entsteht der Eindruck, dass wir hier ungefiltert Vermittlungsvorschläge raushauen." Die Agentur werde künftig noch genauer hinschauen, ob eine Stelle zum Bewerber passe. "Gerade bei einer Stelle im Rotlichtmilieu muss es passen."

kmi/DPA / DPA
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?