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Auktion in Fontainebleau Kuriose Auktion: Vase wird auf 1500 Euro geschätzt – und für fast acht Millionen Euro versteigert

Blau-weiße mit Drachen und Wolken bemalte Vase
Fast acht Millionen Euro brachte diese Vase bei einer Auktion ein. "Das übertrifft den Preis für Napoleons Säbel in der Schlacht von Marengo", sagt einer der Auktionatoren.
© Maison Osenat
Eine vermutlich "gewöhnliche" Vase soll bei einer Auktion für etwa acht Millionen verkauft worden sein. Die Auktionatoren können sich die Rekordsumme selbst nicht erklären.

Eine chinesische Vase hat dem Auktionshaus Osenat in Frankreich Millionen eingebracht. Zuvor war der Wert der Vase durch einen Gutachter auf 1500 Euro geschätzt worden, wie die Pariser Tageszeitung Le Parisien berichtet. Verkauft wurde sie aber für 7,7 Millionen Euro. Der endgültige Kaufpreis, inklusive aller Gebühren durch den Verkäufer, soll sich sogar auf 9,12 Millionen Euro belaufen.

Jean-Pierre Osenat, einer Auktionatoren, sagt, er habe so etwas noch nie erlebt: "Das übertrifft den Preis für Napoleons Säbel in der Schlacht von Marengo im Jahr 1800, denn der Säbel wurde 2007 für 4,2 Millionen Euro verkauft! Das ist kaum zu glauben! Die Chinesen haben einen Blick für asiatische Kunst, den wir nicht haben."

"Unser Experte denkt immer noch, dass die Vase nicht alt ist"

Das große Interesse an der Vase bestätigte auch der Direktor des Auktionshauses Cédric Labord der britischen Tageszeitung "The Guardian": "Von dem Moment an, als der Katalog veröffentlicht wurde, sahen wir ein enormes Interesse, und immer mehr Chinesen kamen, um die Vase zu sehen."

Der anonyme Käufer war einer von etwa 30 chinesischen Bietern und hatte via Telefon den Zuschlag erhalten. Labord zufolge nehme der Käufer offenbar an, dass das Auktionshaus den Wert der Vase falsch eingeschätzt habe. "Unser Experte denkt immer noch, dass die Vase nicht alt ist."

Vase ist ein Erbstück ihrer Mutter

Die aus Porzellan und Emaille bestehende Vase ist im Tianqiuping-Stil und mit Drachen und Wolken bemalt. Die Vase ist etwa 54 Zentimeter hoch und hat einen Durchmesser von 49 Zentmetern.

Versteigern lassen hatte die Vase eine Frau, die in einem französischen Überseegebiet lebt. Die 59-Jährige hatte die Vase von ihrer Mutter geerbt und soll sie selbst nie gesehen haben. Stattdessen ließ sie die Vase vom Haus ihrer Mutter in der Bretagne nach Paris bringen, wo sie vom Auktionshaus Osenat in Fontainebleau versteigert wurde.

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Frau von Millionensumme überwältigt

Osenat zufolge konnte die Frau die Summe, für die die Vase versteigert wurde, nicht glauben. "Sie ist eine einfache Frau, die den ganzen Tag in Shorts und Crocs lebt! Es fällt ihr schwer zu realisieren, dass sie über 30 Jahre lang neben diesem sehr wertvollen Gegenstand gelebt hat!", so Osenat.

Die Frau hätte die Vase auch an einen Antiquitätenhändler verkaufen können. Dann hätte sie dafür aber wahrscheinlich nur 1.000 oder 1.500 Euro bekommen.

Quellen: Le Parisien, The Guardian

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