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Ausfall von Klimaanlagen in ICE-Zügen: Verbraucherschützer üben Kritik an Deutscher Bahn

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat nach dem Ausfall von Klimaanlagen und Hitzeopfern in bis zu 50 Grad heißen Zugabteilen klare Zielvorgaben der Politik für die Bahn gefordert. "Wenn es um die Sicherheit der Fahrgäste geht, darf es keine Kompromisse geben", sagte der Vorsitzende Gerd Billen.

Nach dem Komplettausfall von Klimaanlagen in ICE-Zügen hat der Bundesverband Verbraucherzentralen (vzbv) die Politik aufgefordert, der Deutschen Bahn klare Zielvorgaben zu setzen. Wenn es um die Sicherheit der Fahrgäste gehe, dürfe es keine Kompromisse geben, sagte vzbv-Chef Gerd Billen der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Mittwoch. Er verlangte eine "Strategie, die deutlich werden lässt, dass die Sicherheit der Fahrgäste die oberste Prämisse des Konzerns ist". Hier seien Politik und Bahn gleichermaßen gefordert. Die Bahn müsse transparent machen, welche Mittel für welche Zwecke verwendet werden, sagte Billen. "Sicherheit und Qualität vor Prestigeobjekten - das muss die Devise sein."

Der Bahn seien die Probleme mit den Klimaanlagen seit mindestens eineinhalb Wochen bekannt gewesen, sagte der Rechtsexperte des Fahrgastverbandes Pro Bahn, Rainer Engel, dem Bielefelder "Westfalen-Blatt" vom Mittwoch. Mit der steigenden Hitze hätten die Ausfälle zugenommen. Die Klimaanlagen seien vor allem in ICE-Halbzügen der zweiten Generation ausgefallen. Diese Baureihe mit 44 Zügen stehe kurz vor einer Generalinspektion. Der Einsatz defekter Züge sei bewusst in Kauf genommen worden.

Am Wochenende war in drei ICEs die Klimaanlage komplett ausgefallen, weshalb zwei der Züge in Hannover und einer in Bielefeld geräumt werden mussten. Zahlreiche Schüler von zwei Schulen in Nordrhein-Westfalen kamen dehydriert ins Krankenhaus. Auch in weiteren Zügen fielen in einzelnen Waggons die Klimaanlagen aus. Probleme habe es von Samstag bis Montag in insgesamt 36 Fernzügen gegeben, zitierte das "Westfalen-Blatt" einen Bahn-Sprecher. Am Dienstag wurde demnach ein IC zwischen München und Saarbrücken gestoppt.

AFP/DPA / DPA