Australien Vater setzt Dreijährige aus und entfliegt


Ihr Vater ließ sie allein in Melbourne am Bahnhof zurück und flog einfach davon. Das Schicksal der dreijährigen Qian bewegt Australien. Jetzt folgen die Ermittler den Spuren des Rabenvaters - sie suchen ihn in mehreren Staaten.

Bei der Fahndung nach einem Vater, der seine dreijährige Tochter mutterseelenallein auf einem Bahnhof in der australischen Stadt Melbourne ausgesetzt hat, haben die Behörden Interpol eingeschaltet. Nach Erkenntnissen der Polizei flog der 54-Jährige in die USA, nachdem er die kleine Qian am Fuß einer Rolltreppe stehenließ. Über den Verbleib der 27-jährigen Mutter war nichts bekannt, die Polizei fürchtete jedoch nach Angaben eines Sprechers um ihre Sicherheit.

Das Schicksal der kleinen Qian beherrscht derzeit die Schlagzeilen in Australien und Neuseeland. Sie wurde allein und völlig durcheinander im Bahnhof Southern Cross entdeckt. Erst ein paar Tage später wurde sie identifiziert. Nach Ermittlungen der Polizei verließen Qian und ihr Vater, Verleger einer chinesischsprachigen Zeitung, die neuseeländische Stadt Auckland, wo die Familie seit 2002 lebte, und flogen nach Melbourne. Eine Sicherheitskamera zeigte Aufnahmen von einem Mann, bei dem es sich um den Vater handeln soll, wie er mit Qian an der Hand durch den Bahnhof ging.

Qian ist ruhig und gefasst

Dann ließ er sie am Fuß einer Rolltreppe zurück, während er mit einem Koffer nach oben fuhr. Aus Unterlagen einer Fluggesellschaft geht laut Polizei hervor, dass der Vater zwei Stunden später an Bord eines Flugs nach Los Angeles ging. Die Polizei in Neuseeland konnte die Mutter des Mädchens nicht ausfindig machen. Es bestehe der Verdacht, dass sie zu Schaden gekommen sei. Nähere Angaben wollte ein Polizeisprecher nicht machen. Im vergangenen Jahr sei die Polizei wegen "Vorfällen häuslicher Gewalt" zum Haus der Familie gerufen worden.

Beamte untersuchten unterdessen ein Auto, das am Flughafen von Auckland gefunden wurde. Die Polizei im australischen Staat Victoria sagte, die US-Behörden und Interpol seien in die Suche nach dem Vater eingeschaltet. Für sein Verhalten gebe es viele Erklärungsmöglichkeiten, als gefährliche Person werde er gegenwärtig nicht eingestuft. Die kleine Qian wurde vorübergehend in Pflege untergebracht. Sie sei ruhig und gefasst, nur manchmal zeige sie Gefühle, "wenn sie aufwacht und Mama ist nicht da", sagte Polizeisprecher Brad Shallies.

AP AP

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