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Australiens Naturkatastrophen La Niña verursacht Zyklon "Yasi"


Wirbelsturm "Yasi" hat über dem Pazifik vor der australischen Küste gewaltige Energie aufgenommen. An Land lädt er sie in den nächsten zwei Tagen mit voller Wucht ab. Die wichtigsten Fragen rund um den gewaltigen Zyklon.

Neue Regenfälle, neue Fluten: Ausgerechnet den Bundesstaat Queensland, der in den vergangenen Wochen bereits unter Rekord-Überschwemmungen gelitten hatte, trifft die Naturkatastrophe. Eine wichtige Rolle beim Geschehen im Pazifik spielt das Klimaphänomen "La Niña".

Warum ist "Yasi" so gewaltig?

Das Pazifikwasser vor Australien ist derzeit rund 30 Grad warm. "Das sind ideale Bedingungen für einen tropischen Wirbelsturm", sagte DWD- Meteorologe Simon Trippler am Mittwoch. Je höher die Wassertemperatur im Ozean, desto stärker sei die Gewalt des Sturms. Bei seinem Weg über das Wasser nehme er ständig mehr Energie auf. Am Mittwochvormittag mitteleuropäischer Zeit befand sich Zyklon "Yasi" kurz vor der Nordostküste Australiens.

Was passiert, wenn "Yasi" auf Land trifft?

Mit Böen von bis 300 Kilometern pro Stunde trifft der Zyklon am Mittwoch mitteleuropäischer Zeit auf den australischen Kontinent. "Damit entspricht der Sturm der höchsten Kategorie 5 der international gebräuchlichen fünfteiligen Saffir-Simpson-Skala", sagte Meteorologe Trippler. Neben dem Sturm seien die Regenmengen eine große Gefahr: Für die Region rund um Cairns, eine der größten Städte an der australischen Nordostküste, seien in 48 Stunden bis zu 400 Liter pro Quadratmeter zu erwarten. Das entspreche einer Wasserhöhe von 40 Zentimetern. Nach dem Landgang werde sich "Yasi" auf seinem Weg nach Südwesten rasch deutlich abschwächen, weil ihm über Land der Feuchtigkeitsnachschub fehlt. Am Freitag seien nur noch Spitzenböen von 75 Kilometer pro Stunde zu erwarten, so dass der Zyklon dann zum Tropensturm wird. Der Regen werde aber nur allmählich nachlassen, sagte Trippler.

Welche Rolle spielt "La Niña"?

Das Klimaphänomen, das alle drei bis fünf Jahre im Pazifik auftritt und diesmal besonders intensiv ausfällt, begünstigt die Entstehung schwerer tropischer Wirbelstürme. Bei La Niña erwärmt sich im Westpazifik die Meeresoberfläche stark, gleichzeitig kühlt sich das Wasser im Ostpazifik vor der südamerikanischen Küste ab. Die Folge sind heftige Ost-Passatwinde über dem indonesischen Archipel. Aufsteigende heiße Luft sorgt dort für intensive Niederschläge und schwere Gewitter. La Niña ist nach Angaben der Meteorologen auch schuld an den Regenfluten, die Australien um den Jahreswechsel trafen.

DPA DPA

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