HOME

Beerdigung wird zur Hochzeit: Eltern heiraten am Grab ihres Sohnes

Immer wieder hatte der kleine Asa Hill aus dem amerikanischen Buffalo seine Eltern aufgefordert, endlich zu heiraten. Sie wollten nicht hören. Dann kam der Junge bei einem Autounfall ums Leben. An seinem Grab gaben sich die Eltern nun das Ja-Wort.

Nach 13 Jahren "wilder Ehe" haben sich die Eltern eines tödlich verunglückten, siebenjährigen Sohnes an dessen Grab das Ja-Wort gegeben. Sie hätten damit einen Herzenswunsch ihres Sohnes erfüllt, erklärten Amilcar Hill und Rahwa Ghirmatizion bei der Zeremonie in Buffalo im US-Bundesstaat New York. Laut einem Bericht der Lokalzeitung Buffalo News war der Junge wenige Tage zuvor bei einer Massenkarambolage im Auto seines Großvaters ums Leben gekommen und wurde am Montag beigesetzt.

Hunderte Trauergäste waren zur Unitarian Universalist Church in Buffalo gekommen, um dem allzu jungen Toten die letzte Ehre zu erweisen. Sie staunten nicht schlecht, als sich die Beisetzung zur Hochzeitsfeier entwickelte. "Asa wollte immer, dass wir heiraten", berichtete Ghirmatzion nach der Zeremonie. "Wieso heiratet ihr nicht?", habe der Kleine immer wieder gefragt. "Und wir haben stets gesagt: Wir warten auf Dich, damit Du Teil der Hochzeit sein kannst", so die Mutter weiter. Deshalb sei es nun richtig gewesen, an Asas Sarg zu heiraten.

Bereits ein reifer Charakter

Die Beerdigung des in seiner Gemeinde bekannten und sehr beliebten Jungen war aus vielerlei Hinsicht eine ungewöhnliche Zeremonie. Sie begann mit einer Prozession afrikanischer Trommler, Tänzer und Sänger. Rund 15 Minuten lang spielten sich die Künstler nahezu in einen Rausch. Pfarrer Joel Miller erinnerte daran, dass der Kleine bereits sehr jung lesen gelernt hatte. Er löste gerne Puzzles, mochte Musik und Tanz und analysierte gerne Spielanleitungen.

Offenbar war der kleine Asa trotz seines kindlichen Alters bereits ein weitgehend reifer Charakter. Daran erinnerten vor allem die Verwandten. Sein Großvater Bob Ball sagte, Asa habe seinen Platz in der Welt trotz seines geringen Alters bereits sehr gut gekannt. "Weißt Du, Bob, ich bin Teil dieser Welt", zitierte Ball seinen Enkel, und ergänzte: "Ich bin dankbar für die Ehre, sein Bob gewesen zu sein."

"Es ist nicht so wichtig ein langes Leben zu haben, als ein gutes Leben", würdigte auch Pastor Andre Williamson den Jungen. Der Geistliche verkündete zudem die Entscheidung der Eltern, Asas Organe für Kinder zu spenden. "Nun hat ein Kind ein neues Herz, ein anderes hat eine neue Niere", berichtete Williamson. "Einige Kinder haben nun wieder Hoffnung, die keine Hoffnung mehr hatten." Asas Eltern sind sich sicher, dass die Organspende im Sinne ihres Sohnes gewesen wäre.

dho/AP / AP
Themen in diesem Artikel