Berlin Polizist wegen Kinderpornos vor Gericht


In Berlin hat ein Polizist vor Gericht eingeräumt, von zwei Mädchen pornografische Fotos aufgenommen zu haben. Er legte zu Prozessbeginn ein Teilgeständnis ab. Auch die Eltern eines der Mädchen sind mitangeklagt. Sie sollen ihr Fotostudio für die Aufnahmen zur Verfügung gestellt haben.

Ein Berliner Polizist, der Pornofotos von zwei Schulmädchen aufgenommen hatte, hat zum Auftakt seines Prozesses ein Teilgeständnis abgelegt. Der seit Oktober vom Dienst suspendierte Kriminalbeamte erklärte über seinen Anwalt: "Ich bedauere sehr und empfinde große Scham". Die wegen Beihilfe mitangeklagten Eltern ihrer zur Tatzeit elfjährigen Tochter haben vor dem Berliner Landgericht den Vorwurf einer Mitwisserschaft eingeräumt. Sie hatten das in ihrer Wohnung in Berlin-Marzahn eingerichtete Fotostudio zur Verfügung gestellt. Im Jahr 2004 soll der Beamte einmal obszöne Fotos von der damals Achtjährigen und ihrem Vater aufgenommen haben.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Kriminalpolizisten rund 80 Fototermine von Sommer 2006 bis Sommer 2007 vor, bei denen der Beamte die heute elfjährige Tochter des befreundeten Ehepaares sexuell berührte, während er gleichzeitig den Auslöser seiner Kamera betätigte. Ebenfalls um sich sexuell zu erregen soll der zweifache Vater laut Anklage die etwa gleichaltrige Freundin des Mädchens fotografiert haben. In einer früheren Vernehmung hatte der Polizist erklärt, die Entwicklung zu den erotischen Schnappschüssen habe "schleichend und harmlos" begonnen. Seinen Angaben nach gab es höchstens 15 Termine.

Die Eltern des Mädchens, ein arbeitsloser Schlosser und seine inzwischen von ihm getrennte Frau, haben die Vorwürfe in kurzen Erklärungen weitgehend eingeräumt. Die arbeitslose Rettungssanitäterin hatte Anzeige erstattet. "Ich mache mir Vorwürfe, dass ich meine Tochter nicht beschützt habe", sagte die 49-jährige Berlinerin. Das Mädchen lebt jetzt in einer Schutzeinrichtung des Jugendamtes.

DPA DPA

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