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Bis zu 40 Zentimeter Neuschnee: Lawinengefahr in den bayerischen Alpen

Große Schneemengen fielen seit Wochenbeginn in den bayerischen Alpen. Laut Warndienst besteht erhöhte Lawinengefahr. Ein Schneechaos wie in Österreich blieb in Deutschland aber bislang aus.

In weiten Teilen des bayerischen Alpenraumes besteht erhöhte Lawinengefahr. Vom Allgäu bis ins Werdenfelser Land sowie im Berchtesgadener Land galt am Dienstag unterhalb von 1800 Metern die Gefahrenstufe Vier und damit die zweithöchste Stufe, wie der Lawinenwarndienst Bayern in München mitteilte. Oberhalb von 1800 Metern und im übrigen bayerischen Alpenraum galt die Gefahrenstufe drei.

In den höheren Lagen des bayerischen Alpenraumes fielen seit Montag verbreitet 20 Zentimeter, örtlich sogar bis zu 40 Zentimeter Neuschnee. Vor allem in tieferen Lagen wird der Schnee zunehmend feucht, dass heißt, mit dem allgemeinen Temperaturanstieg kommt Bewegung in die Schneedecke. Im Tagesverlauf sind laut Warndienst Abgänge von kleinen bis mittleren, vereinzelt auch von großen Lawinen möglich. Stellenweise könnten auch an Hängen gelegene Straßen und Wanderwege betroffen sein.

Schneechaos in Österreich

Ein Schneechaos wie in den österreichischen Alpen blieb in Deutschland bislang allerdings aus. Dort fiel der Schnee in Massen, das Bundesland Voralberg war von der Außenwelt abgeschnitten, weder auf der Straße noch per Bahn gab es ein Durchkommen. Auch in Salzburg und Tirol waren mehrere Orte und Gebiete nicht zu erreichen.

An der Arlberg-Bundesstraße, der Verbindung von Tirol nach Vorarlberg, wurde ein Hubschrauber eingesetzt, um die Straße wieder passierbar zu machen. Eine Baumgruppe drohte wegen der Schneelast auf die Straße zu stürzen, erklärte Autobahnmeister Stefan Siegele. Rund 40 große Fichten an einem Steilhang oberhalb der Straße waren betroffen. "Für die Einsatzkräfte war das unmöglich zu erreichen", sagte Siegele. Schließlich stieg ein Hubschrauber des österreichischen Bundesheeres auf und flog so nahe an die Stelle heran, dass der Rotor-Abwind den Schnee von den Ästen blasen konnte.

Rekordverdächtig sind die extremen Schneemengen für die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien. "Im Westen Österreichs hat es so viel geschneit wie schon lange nicht mehr", heißt es in einer Mitteilung. An einigen Wetterstationen wurde seit 30 Jahren in einem Januar nicht mehr so viel Schnee gemessen.

Grenzübergänge in Deutschland blieben gesperrt

Wegen der Lawinengefahr in Deutschland blieben nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd am Dienstag zwei Grenzübergänge nach Österreich gesperrt. Das betraf die Bundesstraße B 2 bei Scharnitz und die Bundesstraße zwischen Lenggries und Achenpass.

Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) war für den Dienstag aufgrund des Hochdruckeinflusses in Süddeutschland und im Alpenraum mit einer Wetterberuhigung zu rechnen. Dabei sollte milde Luft nach Bayern fließen. Der Lawinenwarndienst rechnete für Mittwoch noch mit einer starken Lawinentätigkeit; ab Donnerstag sollte die Gefahr von Lawinenabgängen deutlich zurückgehen.

kave/AFP / AFP