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Buch-Präsentation: Kai Diekmanns "Betonschrift"

Kampf der Kulturen, mitten in Berlin. Feingeist Michael Naumann stellt das neue Buch von "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann vor. Besser gesagt: Er verreißt es. Ein Abend mit zwei Männern, die sich eigentlich nichts zu sagen haben.

Von Lutz Kinkel

Diese beiden Männer werden keine Freunde mehr. Nicht in diesem Leben. Zu monströs sind die Unterschiede. Hier der grobe Klotz im offenen, lachsfarbenen Hemd, der brutalstmöglich auf die 68er-Generation einprügelt. Dort der distinguierte, graumelierte Herr, der mit feinsinniger Textexegese kontert. Der eine Chef der "Bild", des größten Boulevardblatts in Europa. Der andere derzeit beurlaubter Herausgeber der "Zeit" und Spitzenkandidat der SPD in Hamburg. Würde man Kai Diekmann und Michael Naumann zwei Wochen in einen Raum sperren, sie würden randalieren.

Immerhin: Der zivilisatorische Vorrat reicht aus, um einige, wenige Stunden gemeinsam in einem Restaurant zu verbringen, im "Sale e Tabacchi" an der Berliner Kochstraße. Anlass ist die Präsentation von Kai Diekmanns jüngstem Buch "Der große Selbstbetrug. Wie wir um unsere Zukunft gebracht werden" (Piper-Verlag, 16,90 Euro). Als Laudator hat sich Diekmann - und das immerhin verdient Respekt - Michael Naumann eingeladen, einen seiner schärfsten Kritiker. Preisfrage des Abends: Werden sich die beiden aus taktischen Erwägungen näher kommen? Weil Diekmann den SPD-Kandidaten Naumann nicht länger ignorieren kann und Wahlkämpfer Naumann von der "Bild" nicht länger ignoriert werden will?

Ekel vor Sitzsack und Wasserpfeife

Diekmann trägt aus seinem Buch vor, aus dem letzten Kapitel, dass die zynische Überschrift "Lob der Achtundsechziger" trägt. Er kostet jedes Wort aus und lauscht seiner Wirkung nach. "Politisch ist die Generation Achtundsechzig komplett gescheitert, weit über die extremistischen Erscheinungen wie RAF, K-Gruppen oder SDS hinaus. Die Verhältnisse wurden nicht zum Tanzen gebracht, und die 'antikapitalistische Sehnsucht' der Dutschkes und Kunzelmänner wurde so wenig gestillt wie die der Brüder Otto Gregor Strasser, der linken Wortführer bei den Nationalsozialisten und Erfinder dieses Begriffs. [...] Ästhetisch war Achtundsechzig ebenfalls kein Gewinn. Bücherregale aus Apfelsinenkisten, Sitzsack und Wasserpfeife, dazu nackte Glühbirnen und Wände, vielleicht ein paar Poster - die häusliche Selbstdarstellung als Kombination von Flohmarkt und Einzelzelle. [...] Schließlich steht Achtundsechzig auch moralisch für Versagen. Der Stalinismus wurde kleingeredet, die 50 Millionen Opfer Maos, die verbrecherischen Regime der Khmer und Sandinisten, von Ho Chi Minh und Enver Hodscha. Und auch der DDR."

Nur in einem Punkt will Diekmann einen Gewinn erkennen. Diesen Punkt hat er sorgfältig präpariert und an das Ende seines Buches gestellt, damit jeder Alt-Achtundsechziger möglichst schon beim Blättern aufjault. "Geblieben ist die Öffnung des Privaten. Schon in der Kommune 1 wurden die Toilettentüren ausgehängt, und der Hang zu Selbstanalyse und Bekenntnis, zur Veröffentlichung des Intimen, zur schauprozesshaften Selbstdarstellung lebt noch heute fort. Von ihm haben vor allem die Medien profitiert, und nichts hat die Boulevardisierung der Politik so befördert wie diese Öffnung des Privatlebens. Zumindest in dieser Hinsicht bin ich daher den Achtundsechzigern zu Dank verpflichtet."

"Typographische Art zu denken"

Auftritt Michael Naumann. Er nimmt das Thema zunächst nicht auf. Sondern bekennt, dass er der Einladung aus Gründen einer "gewissen Rachsucht" angenommen habe. "Bild"-Reporter hätten in seinem Privatleben herumgeschnüffelt, sagt Naumann. Andererseits würde das Blatt seine Spitzenkandidatur für die Hamburger SPD seit acht Monaten verschweigen. Ihn interessiere, welche Geisteshaltung dahinter stehe. Deshalb habe er sich in Diekmanns Buch vertieft.

Vorgefunden habe er einen "durchaus nicht unbegabten" Autoren (Gelächter im Publikum). Dieser habe sich jedoch nicht dem Konservativismus, sondern dem Populismus verschrieben. Zu diesem Populismus gehöre ein Feindbild, das Diekmann bis an die Grenzen der Lächerlichkeit strapaziere. Faktisch hätten die Achtundsechziger gar nicht jene "heroische Wirkungsmacht" gehabt, die Diekmann ihnen zuschreibe. Der Sozialistische Deutsche Studentenbund habe selbst in seiner Hochphase nicht mehr als 2000 Mitglieder verzeichnet, die größte Demo nur 700.000 Teilnehmer. Die wesentlichen Geschichtsbücher über die Achtundsechziger habe Diekmann nicht zur Kenntnis genommen, er erschöpfe sich in Pseudorhetorik. "Es gibt eine typographische Art zu denken: in Betonschrift", resümiert Naumann.

Natürlich lässt es sich Naumann nicht nehmen, auch auf das staatsfeindliche Element in Diekmanns Denken hinzuweisen: Neben der Suada gegen die 68er fänden sich in dem Buch viele Attacken gegen die Demokratie. Aus Diekmanns Sicht sei sie zur "Beute der Parteien" geworden. Diesen Staat kritisiere der Autor aus wechselnden, in sich widersprüchlichen Perspektiven. "Die Welt des Kai Diekmann ist voller Rätsel". Sie zu lösen, ist Naumann der Mühe nicht wert. Er kann nur Ressentiments entdecken, aber keine klaren Gedanken.

Kein Generationenbuch

Abgang Naumann. Kurzes Händeschütteln mit Diekmann. Fremd und unverbunden stehen sich die Männer gegenüber. Bis sie sich ihren jeweils eigenen Gesprächspartnern widmen. Naumann sagt in kleiner Runde, ihn habe das Buch "geärgert" und sein Verhältnis zur "Bild" sei nun keinen Deut besser als vorher. Aber das sei auch nicht entscheidend. "Die SPD hat immer gegen die Bild Wahlen gewonnen." Diekmann sagt, Naumann habe mal in einem Focus-Interview geäußert, er wünsche nicht, dass die "Bild" über ihn schreibe. Er habe ihn beim Wort genommen. Inzwischen jedoch habe sich das Verhältnis normalisiert. Plötzlich drängen die Autogrammjäger an ihn heran. Vor der Tür gibt Franz Josef Wagner mit wirrem Haar und unsicherem Tritt dem NDR-Fernsehen ein Interview.

Der Piper-Verlag will Diekmanns Buch mit einer hohen Startauflage von 50.000 auf den Markt werfen. Ulrich Wank, Programmleiter Sachbuch des Verlages, räumt ein, er habe von Diekmann, Jahrgang 1964, eigentlich ein "Generationenbuch" erwartet. Doch Diekmann habe gesagt: "Es muss konkret und zugespitzt" sein. Eine Piper-Sprecherin sagt, die "Bild" werde keine Werbung für das Werk machen. Trotzdem werde das Buch sicher der "Top-Titel" des Verlages im Herbst werden.

Irgendwann werden auch Diekmann und Naumann das Restaurant verlassen. Naumann wird sich wieder Günter Grass zuwenden, der ihn im Wahlkampf unterstützt. Und Diekmann wird wieder Riesenlettern zu Überschriften formen. Gegen den Werteverfall. Gegen die Linke. Gegen die Achtundsechziger. Vielleicht hat er Naumann nur eingeladen, um seine Angst vor ihnen zu bekämpfen.

Ich brauche dringend Hilfe bei der EM rente
Guten Tag mein Name ist Carsten Langer ich bin 46 Jahre alt und Versuche seit März 2015 die EM Rente zu beckommen meine Ärzte sagen ich kann nicht mehr Gutachten der Kranken Kasse sieht das auch so nur die Gutachter der Rentenkasse Sehens anders war schon vor sozial Gericht 1 Instanz Richterin sagt ich kann nicht am Gutachten vorbei entscheiden ihre Empfehlung ich sollte in die 2 Instanz weil sie meint das ich auch nicht mehr Arbeits fähig bin die 2 Instanz sagt laut Gutachten könnte ich noch arbeiten aber ihre Meinung nach könnte ich auch nicht mehr arbeiten ich sollte doch auf ein Urteil verzichten und ich sollte neu Rente beantragen und der zwischen Zeit wurde ich zur Berufs Findung geschickt die nach sechs Wochen von der Rentenkasse abgebrochen wurde habe auch erfahren das die Rentenkasse mir keine Umschulung mehr zutraut auf den Rat ich sollte noch Mal EM Rente beantragen bin ich in Reha gegangen damit ich auch neue Arzt berichte habe die Reha hat den Aufenthalt von 4 auf drei Wochen verkürzt und mich entlassen als nicht arbeitsfähig für den allgemeinen Arbeits Markt und ich kann keine 3 Stunden arbeiten das hat der Rentenkasse wieder nicht gereicht hatich wieder zum gutachter geschickt der mir 45 Minuten fragen gestellt hat und jetzt heißt es ich kann wieder voll arbeiten auf den allgemeinen Arbeits Markt Meine Erkrankungen sind Ateose in beiden knieen und mehreren Finger Gelenken Verschleiß in beiden Fuß, Hüft, Schulter und elebogen Gelenken dazu Gicht im linken Daumen satel Anhaltende Schmerzstörungen Wiederkehrende Depressionen Übergewicht Hormonstörungen Wirbelsäulenleiden Bandscheibenschädigung Schlaf Atem Störung Schlafstörungen eine ausgeprägte lese und rechtschreib Schwäche Panick Attacken ( Zukunftsangst) Suizidale Gedanken 1 Suite Versuch Laut aus Zügen einiger Befunde Bin ich nicht mehr Stress resistent Darf keinen akort machen keine Schicht Arbeit keine gehobene Verantwortung überaschinem oder Personen tragen usw Aber al das reicht nicht für die EM Rente Mittlerweile bin ich von der Kranken Kasse ausgesteuert das Arbeitsamt hat mich nach 9 Monaten abgemeldet und seit April wäre die Renten Kasse nicht mehr für mich zuständig aber da ein laufendes verfahren ist hmm keine Ahnung Da ich Mal gut verdient habe habe ich eine bu abgeschlossen aber da die über 900 euro mir zählt und das schon fast 3 Jahre habe ich kein Anspruch auf Harz 4 Grundsicherung Wohngeld oder sie Tafel für essen nein ich darf dafon mich noch mit 260€ freiwillig Kranken versichern Deswegen konnte ich meine Wohnung mir nicht mehr leisten und bin auf einen Campingplatz gezogenitlerweil habe ich eine Freundin und wir teilen uns die Wohnung Bitte ich brauche dringend Hilfe mir wird das alles zuviel werde mich parallel zu ihnen auch an den svdk wenden aber vielleicht können sie unterstützend helfen ich weiß echt nicht weiter und meine schlechten Gedanken werden wider sehr stark Mfg