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Graal-Müritz an der Ostsee: Toter Buckelwal hatte vollen Magen - Todesursache gibt weiter Rätsel auf

Ein toter Buckelwal wurde aus der Ostsee geborgen. Eine erste Obduktion ergab, dass keine größeren Plastitkstücke im Magen gefunden wurden. Ergebnisse toxikologischer Untersuchungen stehen noch aus.

Acht Meter langer Buckelwal

Ein etwa acht Meter langer Buckelwal trieb tot in der Ostsee.

DPA

Ein acht Meter langer Buckelwal ist am Samstag in Mecklenburg-Vorpommern tot aus der Ostsee geborgen worden. Bei der Untersuchung des bei Graal-Müritz gestrandeten Buckelwals haben die Forscher zunächst keine Todesursache bestimmen können. "Wir haben Krebse und Kleintiere im Magen gefunden, aber keine größeren Plastikstücke", sagte der Biologe Timo Moritz vom Deutschen Meeresmuseum in Stralsund. Auch sechs Bandwürmer seien gefunden worden - dies sei aber für Wale ein "sehr geringer" Parasitenanteil. Ergebnisse von toxikologischen Untersuchungen stünden noch aus.

Insgesamt seien hunderte Proben von Muskel-, Fett- und Organgewebe genommen wurden, hieß es. Sie sollen nun untersucht werden, um die Todesursache zu klären. Der gestrandete, gut acht Meter lange Buckelwal war der zweite dokumentierte Totfund dieser Spezies an der Küste von Mecklenburg-Vorpommern, wie Moritz sagte. Im Jahr 2003 wurde bei Groß Schwansee in der Lübecker Bucht ein sechs Meter langes totes Buckelwal-Weibchen entdeckt.

Buckelwale "verirren" sich häufiger in die Ostsee

Besuche von Buckelwalen in der Ostsee wurden schon häufiger dokumentiert: 1978 hielt sich der Wal "Ossi" monatelang in dem Binnenmeer auf, 2008 wurde ein Buckelwal in der deutschen, dänischen und schwedischen Ostsee nachgewiesen. Von 2014 auf 2015 überwinterte wohl eine Walmutter mit ihrem Jungen hier - Forscher sprachen von einer "Sensation". 2016 wurde ein Buckelwal im Greifswalder Bodden beobachtet. 

Das Skelett des bei Graal-Müritz gefundenen Tieres soll aufgearbeitet in die Sammlung des Museums kommen, eventuell sogar in die Ausstellung.

vit / DPA