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Castor-Transport: Ein Zug der Trauer

Auf dem Weg ins Zwischenlager Gorleben hat der achte Castor-Transport Norddeutschland erreicht. Nach dem Tod des jungen Franzosen bestimmt Trauer die Proteste der Demonstranten.

Der von einem tragischen Unfall in Frankreich überschattete achte Castor-Transport zum Zwischenlager Gorleben hat Norddeutschland erreicht. Wie die Einsatzleitung der Polizei in Lüneburg am Montagmorgen mitteilte, hielt der Zug mit zwölf Behältern hochradioaktiver Abfälle aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague gegen 06.00 Uhr in Göttingen kurzzeitig an, weil sich ein Gruppe von Atomkraftgegnern an der Bahnstrecke aufhielt.

Mahnwachen und Sitzblokaden

Die kleine Gruppe von zehn Atomkraftgegner habe die Gleise zwar nicht blockiert, sagte ein Polizeisprecher. Nach dem tödlichen Unfall in Frankreich, bei dem am Sonntag ein Atomkraftgegner von dem Atommüllzug überrollt wurde, habe den Zug jedoch vorsorglich für einige Minuten gestoppt. Dutzende Demonstranten hielten in Darmstadt eine stille Mahnwache ab. Auch Sitzblockaden im Wendland sollten von der Trauer um den jungen Franzosen geprägt sein, kündigten Atomkraftgegner an.

Im niedersächsischen Landkreis Lüchow-Dannenberg, in dem der Transport im Laufe des Vormittags erwartet wird, war die Lage nach Polizeiangaben weiterhin ruhig. Eine der beiden Straßenstrecken, über die die zwölf Behälter nach dem Umsetzen auf Tieflader in Dannenberg nach Gorleben gebracht werden können, sei zwar in der Ortschaft Langendorf weiter durch etwa 20 Traktoren blockiert. Die Trecker würden allerdings lediglich auf der Straße parken.

"Wir tragen unsere Trauer auf die Straße"

Die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg hat für Montagnachmittag zu einer weiteren Trauerkundgebung in Splietau bei Dannenberg aufgerufen. Auch die Initiative X-tausendmal quer erklärte, Symbole der Trauer würden die weiteren Demonstrationen dominieren. Der Protest werde anders durchgeführt als ursprünglich geplant. Vorgesehen waren Sitzblockaden auf der Nordstrecke in Langendorf und auf der Südstrecke in Groß-Gusborn. "Wir tragen so unsere Trauer auf die Straße", sagte X-tausendmal-quer-Sprecherin Marianne Koch am Montag.

AP / AP