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Recycling im Reich der Mitte: China sagt Einweg-Plastik den Kampf an

China will stärker gegen Wegwerfplastik vorgehen. So sollen Plastiktüten bis Ende dieses Jahres in allen Großstädten verboten sein. Auch Einweggeschirr ist der Regierung ein Dorn im Auge.

Kampf gegen Umweltverschmutzung: China verbietet Plastiktüten und Einweg-Strohhalme

Der Coffee to Go kommt im Becher, den mitgebrachten Salat beim Picknick essen wir mit Plastikbesteck, im Gin Tonic steckt ein Strohhalm: Plastik ist günstig in der Herstellung, flexibel einsetzbar - und beinahe überall.

Das hat Folgen für die Umwelt: Jedes Jahr landen zwischen acht und zehn Millionen Tonnen Plastikmüll in den Weltmeeren. Die UN hat der Verwendung von Einwegplastik bereits den Kampf angesagt und möchte den weltweiten Verbrauch bis zum Jahr 2030 "deutlich verringern".

Ein Arbeiterin sortiert Plastikflaschen in einer chinesischen Recyclingstation. Das Land hat der Verwendung von Einwegplastik den Kampf angesagt.

Ein Arbeiterin sortiert Plastikflaschen in einer chinesischen Recyclingstation. Das Land hat der Verwendung von Einwegplastik den Kampf angesagt.

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China plant viele Restriktionen

Nun will auch China stärker gegen Wegwerfplastik vorgehen - und hat dabei ambitioniertere Ziele als die UN. Wie das chinesische Umweltministerium mitteilte, sollen Plastiktüten bereits bis Ende des Jahres in allen Großstädten des Landes verboten sein. In den übrigen Orten solle das Verbot ab 2022 gelten, lediglich Fischmärkte werden noch einige Jahre (bis 2025) von der Regelung ausgenommen.

Der Verbrauch an Einweggeschirr und -besteck in Restaurants soll bis zum Jahr 2025 um 30 Prozent gesenkt werden. Kunststoffstrohhalme sollen bis Ende des Jahres nicht mehr in Restaurants verwendet werden.

Dem britischen "Guardian" zufolge sollen Plastiktüten mit einer Dicke unter 0,025 Millimetern und Folien unter 0,01 Millimetern nicht mehr verkauft werden dürfen. China hat außerdem den Import von Plastikmüll verboten.

China will Recycling verbessern

Das Umweltministerium möchte jedoch nicht nur den Verbrauch von Einwegprodukten aus Plastik eindämmen, sondern auch dessen Herstellung. Einige Regionen sollen etwa Restriktionen auferlegt bekommen, was Produktion und Verkauf betrifft. Konkrete Details sind bislang aber noch nicht bekannt. 

Zudem soll die Recyclingquote erhöht werden. Außerdem werden Dutzende Standorte gebaut, an denen die Werkstoffe möglichst umfassend wiederverwertet werden, um die Umweltverschmutzung zu minimieren. 

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Quellen: "Guardian"

cf
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