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Ohne Einkaufswagen den Laden betreten Weil er die Corona-Regeln nicht beachtete und auf eine Verkäuferin losging – 2640 Euro Strafe für Arzt

Arzt geht auf Edeka-Verkäuferin los wegen Corona Regeln.
Arzt geht auf Edeka-Verkäuferin los wegen Corona Regeln (Symbolbild)
© Fotostand / Gelhot / Picture Alliance
Ein Mann ging auf eine Verkäuferin los, die ihn auf die Corona-Regeln aufmerksam machen wollte. Ein Gericht verurteilte ihn nun zu einer Geldstrafe. 

Dieser Beitrag erschien zuerst an dieser Stelle auf RTL.de

In Chemnitz (Sachsen) musste sich ein Arzt wegen Körperverletzung und versuchter Nötigung verantworten. Horst P. soll Anfang Mai letzten Jahres einen Edeka-Markt betreten und sich dabei nicht an die Corona-Regeln gehalten haben. Als eine Mitarbeiterin ihn darauf aufmerksam machte, stieß er sie zur Seite, um an ihr vorbeizugehen. Die Frau erlitt offenbar eine Prellung und leidet noch heute psychisch unter dem Vorfall, wie sie im Video schildert.

Arzt empfindet Urteil als ungerecht

Vor dem Amtsgericht in Chemnitz zeigte sich der Anästhesie-Arzt nicht einsichtig. Der 59-Jährige wollte wohl nur Zigaretten holen und sah es nicht ein, sich dafür einen Einkaufswagen zu nehmen. Horst P. bestreitet, die Frau geschubst zu haben. "Die Kollegin hat sich mir in den Weg gestellt, ohne Beachtung der Abstandsregeln. Ich habe versucht, schnell daran vorbeizukommen, bin an der linken Seite vorbei", erzählt der Angeklagte im RTL-Interview.

Es habe kein entsprechender Kontakt zwischen ihm und der Frau stattgefunden. Zudem stellt er klar: Er sei kein Corona-Leugner. "Ich habe Angst vor Nähe und sie hatte nur ein schwarzes Tuch vor dem Mund getragen." Anschließend sei der Mann schon von anderen Kunden gewaltsam aus dem Laden herausgebracht worden. Das Urteil empfinde Horst P. als ungerecht.

Vorfall habe Verkäuferin sehr geprägt

Andrea B. wollte offenbar nur die Regeln durchsetzen. Denn in der Edeka-Filiale müsse jeder Kunde einen Einkaufswagen nehmen, weil so die Anzahl der Personen im Laden beobachtet werde. "Ich habe große Angst vor Corona. Ich habe Kinder und da ist die Angst größer. Ich kenne auch Bekannte, die das hatten. Es ist ernst zu nehmen", erzählt die 44-jährige Verkäuferin.

Der Vorfall habe sie geprägt. Immer wenn sie die Einlasskontrolle machen muss, komme die Angst wieder hoch. Denn viele Kunden würden sich wohl ständig beschweren – sei es Rentner, Jugendliche oder Familien, die eigentlich für ihre Kinder als Vorbilder dienen müssten. "Solange noch der Lockdown ist, hoffe ich, dass sich die Leute an die Regeln halten, weil uns damit wirklich geholfen wird."

Rund 40 Verstöße im Supermarkt am Tag

Mittlerweile gebe es in der Edeka-Filiale die neue Dienstanweisung, die Kunden nicht mehr auf die Regeln aufmerksam zu machen, da die Mitarbeiter sich nicht mehr einer solchen Gefahr aussetzen sollen. Durchschnittlich gebe es bis zu 40 Verstöße am Tag, weil Kunden keinen Einkaufswagen nehmen, die Schutzmasken nicht richtig tragen oder erst gar keine mitnehmen.

Müller, Merkel, Söder

In dem Fall des Arztes scheint das Video wohl klar zu zeigen, dass er die Mitarbeiterin geschubst haben muss. "Sie haben Angst vor Körperkontakt, aber sind an die Frau ran. Sie drücken richtig gegen die Frau. Was soll das?", fragte der Richter im Prozess. "Würden Sie sich schämen, hätte ich das Verfahren eingestellt. Machen Sie sich nicht nachträglich zum Opfer", hieß es weiter. Der Richter sprach den Arzt aus Chemnitz wegen der versuchten Nötigung und vorsätzlichen Körperverletzung für schuldig und verhängte eine Geldstrafe von 2640 Euro.

deb / RTL.de

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