Heißluftfritteusen erfreuen sich derzeit großer Beliebtheit. Ob Pommes, Gemüse oder Snacks – vieles wird darin zu knusprigen Köstlichkeiten, oft mit weniger Fett und geringerem Energieverbrauch als in der Pfanne oder im Backofen. Trotz ihrer vielen Vorteile eignen sich Airfryer jedoch nicht für jede Zutat und jede Art der Zubereitung.
Viele Lebensmittel werden im Airfryer wunderbar knusprig und das bei deutlich weniger Fetteinsatz als in der klassischen Fritteuse. Manche Speisen eignen sich jedoch nur bedingt für die Zubereitung mit heißer Luft: Sie werden matschig, garen ungleichmäßig oder können im schlimmsten Fall sogar ein Sicherheitsrisiko darstellen. Wir zeigen, wo die Grenzen der Heißluftfritteuse liegen.
Lebensmittel mit hohem Wasseranteil
Zu den Lebensmitteln, die sich nicht für den Airfryer eignen, zählen stark wasserhaltige Früchte wie Tomaten, Gurken oder Melonen. Beim Erhitzen verlieren sie viel Flüssigkeit, wodurch sie schnell weich und matschig werden. Der typische Knusper-Effekt der Heißluftfritteuse bleibt dann aus – stattdessen bekommen solche Lebensmittel eher eine wässrige Konsistenz.
Ähnlich verhält es sich mit anderen, sehr dünnflüssigen Lebensmitteln, wie etwa Teigen, Suppen oder Soßen. Sie tropfen durch die Löcher des Korbs hindurch, können spritzen und die Heißluftfritteuse verschmutzen. Das sorgt einerseits für unbrauchbare Ergebnisse, andererseits muss das Gerät im Anschluss aufwendig gereinigt werden. Besser eignen sich Speisen mit wenig Wasseranteil.
Panaden und Teigmäntel
Viele nutzen den Airfryer, um panierte Speisen fettärmer zuzubereiten. Allerdings funktioniert nicht jede Panade in der Heißluftfritteuse. Sehr flüssige oder klebrige Teigschichten werden durch die heiße Luft oft nicht schnell genug fest. Dadurch kann sich die Panade lösen oder heruntertropfen. Besonders gut gelingen festere Panaden mit Semmelbrösel oder Panko. Wenn Sie sichergehen möchten, dass die Panade sich nicht ablöst – selbst wenn sie etwas flüssiger ist – kann das Vorfrittieren eine Lösung sein. Also kurz in Fett frittieren und erst dann im Airfryer. Viele Produkte, wie etwa Fischstäbchen, Chicken-Nuggets oder Backfisch, werden bereits vorfrittiert verkauft und können so wie sie sind, in den Airfryer gegeben werden.
Käsegerichte
Auch Käse kann im Airfryer problematisch werden. Sorten wie Mozzarella, Halloumi oder Reibekäse schmelzen bei hoher Hitze rasch und sollten deshalb nicht direkt im Korb zubereitet werden. Ohne geeignete Form oder Backpapier kann der geschmolzene Käse nach unten tropfen, einbrennen und sich später nur schwer entfernen lassen. Für Käsegerichte empfiehlt sich daher ein passender Einsatz.
Sehr leichte Lebensmittel
Auch sehr leichte Lebensmittel eignen sich nur bedingt für den Airfryer. Durch die starke Luftzirkulation können sehr dünne oder leichte Zutaten herumgewirbelt werden. Im ungünstigsten Fall geraten sie an die Heizelemente, was zu Rauchentwicklung oder sogar Brandgefahr führen kann. Sehr feine Gemüsechips, Reispapier, einzelne Spinatblätter oder Ähnliches ist daher ein Airfryer-Tabu.
Das Gleiche kann auch mit Backpapier passieren – wird es nicht ausreichend beschwert, kann es in der Heißluftfritteuse herumgewirbelt werden. Geben Sie das Backpapier daher nur dann in das Gerät, wenn Sie es mit Lebensmitteln bedecken, nicht bereits beim Vorheizen. Da der Airfryer antihaftbeschichtet ist, ist in der Regel ohnehin kein Backpapier nötig.
Alufolie kann die Luftzirkulation einschränken und dadurch das Ergebnis Ihrer Kochkünste beeinträchtigen. Zudem besteht bei sehr salzigen oder sauren Lebensmitteln das Risiko, dass sich kleine Mengen Aluminium lösen und in die Speisen übergehen. Vor allem marinierte Zutaten mit Zitrone, Essig und viel Salz sollten deshalb besser nicht direkt in Alufolie gegart werden.
Sehr fettige Lebensmittel
Auch sehr fettreiche Lebensmittel eignen sich nur eingeschränkt für den Airfryer. Beim Erhitzen tritt viel Fett aus, das sich am Boden des Geräts sammelt und bei hohen Temperaturen zu Rauchentwicklung führen kann. Sehr fettige Würstchen, Speck oder stark marmoriertes Fleisch gelingen in der Pfanne oder auf dem Grill oft besser.
Pommes, Fischstäbchen, Wedges, Chicken Nuggets oder Aufbackbrötchen sind Airfryer-Klassiker, bei denen man nichts falsch machen kann – oder? Fast nichts – außer, die Speisen zu lange zu frittieren! Halten Sie sich an das Motto "Vergolden statt Verkohlen", damit sich nicht der krebserregende Schadstoff Acrylamid bildet, der entsteht, wenn stärkehaltige Lebensmittel zu stark erhitzt werden.
Braten und Fisch
Der Airfryer ist ein Multitalent, aber eben kein Alleskönner à la Thermomix. Für größere Braten etwa sollten Sie besser den Backofen nutzen – in der Heißluftfritteuse wird er unter Umständen nicht gleichmäßig durchgegart. Wenn Sie Schweinebraten & Co. dennoch im Airfryer zubereiten möchten, dann messen Sie mit einem Fleischthermometer am besten immer wieder die Kerntemperatur.
Fisch gelingt grundsätzlich gut im Airfryer. Es gibt allerdings Sorten und Teilstücke, die weniger geeignet sind, da sie leicht austrocknen. Das ist zum Beispiel bei sehr dünnen Flunder- oder Scholle-Filets der Fall. Bei manchen Exemplaren ist auch der begrenzte Platz im Airfryer ein Problem. Am besten eignen sich feste, weiße Fischarten, wie etwa Seelachs, Thunfisch, Kabeljau oder Backfisch.
Füllmenge beachten
Popcorn kann in der Heißluftfritteuse wunderbar gelingen, muss es aber nicht! Manche Airfryer liefern gar nicht die benötigte Temperatur, sodass der Mais nicht zu "poppen" beginnt. Wenn das nicht das Problem ist, liegt der Fehler vielleicht bei der Maismenge – oft wird unterschätzt, wie viel Platz das fertige Popcorn benötigt.
Eine zu große Füllmenge kann nicht nur bei Popcorn zum Problem werden. Das Überfüllen des Korbs ist ein häufiger Fehler, der die Frittier-Ergebnisse stark beeinträchtigt. Anstatt knuspriger, goldgelber Pommes gibt es dann ungleichmäßig durchgegarte, teils weiche Stücke. Größere Mengen sollten Sie deshalb lieber in mehreren Durchgängen zubereiten.
Heißluftfritteusen mit einem Fach sind meist nur dazu geeignet, um einen Teil der Mahlzeit zuzubereiten – etwa Pommes als Beilage. Und selbst dabei sind der Kapazität Grenzen gesetzt – größere Mengen müssen in mehreren Durchgängen zubereitet werden. Abhilfe können hier XXL-Geräte schaffen, die über mehrere, größere Fächer verfügen. Gerade für Familien lohnt sich die Investition in solche Geräte.
Erfüllen die Ergebnisse der Heißluftfritteuse nicht Ihre Erwartungen, so kann das auch an einer mangelhaften Reinigung liegen. Fett- und Speisereste können Rauchbildung verursachen und die Antihaftbeschichtung sowie die Hygiene beeinträchtigen. Deshalb sollte der Airfryer nach jedem Gebrauch gründlich gereinigt werden. Frische Rückstände lassen sich deutlich leichter entfernen als eingetrocknete.
Die Auswahl an Speisen, die für den Airfryer geeignet sind, ist groß. Neben Klassikern wie Pommes, Wedges, Nuggets, Fischstäbchen und Frühlingsrollen gelingen auch viele Gemüsesorten gut, wie etwa Brokkoli, Blumenkohl und Zucchini. Auch Hähnchenschenkel, Hackbällchen, Aufbackbrötchen oder Croissants werden richtig lecker in der Heißluftfritteuse.