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Deutscher Gründerpreis für Schüler: Das ist der beste Lehrer Deutschlands

Fördern und fordern, Freiräume lassen und Grenzen setzen: Lehrer sind wichtige Bezugspersonen im Leben von Kindern. Stefan Donnermeyer ist nun mit dem Preis "Lehrer des Jahres" ausgezeichnet worden.

Von Katharina Grimm

Der Lehrer des Jahres: Stefan Donnermeyer unterrichtet an den Kaufmännischen Schulen Tecklenburger Land in Ibbenbüren.

Der Lehrer des Jahres: Stefan Donnermeyer unterrichtet an den Kaufmännischen Schulen Tecklenburger Land in Ibbenbüren.

Den Ausdruck "Lehrer" mag Stefan Donnermeyer nicht. Das klinge so starr, so nach Frontalunterricht. Er bezeichnet sich selbst lieber als Coach, als Trainer, als Impulsgeber. Er motiviert seine Schüler, weil er selbst motiviert ist. "Meine Arbeit macht mir Spaß. Ich gehe jeden Tag gerne zur Schule, wirklich jeden Tag", sagt er. Wer kann das schon von seinem Arbeitplatz sagen?

Faul, überfordert und abgestumpft: Lehrer kommen in der Öffentlichkeit meist ziemlich schlecht weg. Mal wird das gesamte Schulsystem als Ursache für ausgebrannte Lehrer an den Pranger gestellt, mal ist es die mangelnde Motivation der Pädagogen oder ihre unzureichende Ausbildung. Das Bild ist deutlich – aber einseitig. "Es gibt ganz offenkundig viele gute, hoch motivierte und ja: auch beliebte Lehrer", sagt Dominik Wichmann, Chefredakteur des stern bei der Preisverleihung zum Deutschen Gründerpreis für Schüler, in dessen Rahmen auch der "Lehrer des Jahres" gekürt wurde. Das Engagement rund um den Preis mache deutlich, dass viele Lehrer großen Einsatz zeigen.

Stefan Donnermeyer ist einer von ihnen. Seit 2007 ist der Oberstudienrat mit Teams beim Wettbewerb dabei gewesen. "Es ist großartig im Team mit jungen Menschen an Projekten zu arbeiten", sagt Donnermeyer. Der Lehrer der Kaufmännischen Schulen Tecklenburger Land hat insgesamt 13 Schülerteams beim Schüler-Gründerpreis betreut, beraten und unterstützt. Dieser Einsatz wird nun honoriert: Donnermeyer ist zum "Lehrer des Jahres" gekürt worden.

Ausschlaggebend war dafür nicht nur die Meinung der Jury, sondern vor allem die Stimmen seiner Schüler. "Er stand zu jeder Zeit für Fragen zur Verfügung - auch außerhalb der Schulzeit", sagt ein Schüler über ihn. Ein anderer Schüler erzählt: "Seine Motivation ging auf uns alle über." Und der nächste lobt: "Wenn es mal nicht so gut lief, war er sofort da. Durch seinen Ehrgeiz und seine Sympathie war er für die meisten nicht nur Coach, sondern wie ein eigenes Teammitglied." Donnermeyer erzielte bei seinen Schülern Bestnoten.

Ein Preis für alle motivierten Lehrer

Dass Lehrer im Laufe ihrer Tätigkeit abstumpfen oder sogar die Lust verlieren – das ist für Donnermeyer undenkbar. Er hat sich sehr bewusst entschieden, Lehrer zu werden. "Mit meinem kaufmännischen Hintergrund wäre ich sonst in einer Bank gelandet. Das wäre eintönig", sagt er. Vorbilder waren bereits seine eigenen Lehrer. "Ich habe damals schon gedacht: So will ich später auch arbeiten", sagt der 42-Jährige heute über seine eigene Schulzeit.

Die Auszeichnung zum "Lehrer des Jahres" wurde erstmalig verliehen. Und auch wenn Donnermeyer in diesem Jahr ausgezeichnet wird, steht diese Ehrung doch stellvertretend für alle engagierten Lehrer, die ihre Schüler motivieren. "Sie, liebe Lehrer, sind es, die die Schülerinnen und Schüler zur Teilnahme und zu Spitzenleistungen motivieren. Sie sind es, die die jungen Menschen darin bestärken: Hier könnt ihr etwas fürs Leben lernen, hier erlebt ihr Teamwork, entwickelt ein Gefühl für Projekt- und Zeitmanagement, baut frühzeitig Netzwerke auf und knüpft Kontakte zur Wirtschaft", sagte stern-Chefredakteur Wichmann über Lehrerengagement. In diesem Jahr schaffte es keines der Teams vom Diplom-Kaufmann Donnermeyer unter die Top-Ten. Beim nächsten Mal ist er trotzdem wieder dabei – denn an seiner Schule ist der Gründerpreis inzwischen Unterrichtsgegenstand und fester Bestandteil des Stundenplans. "Das Gründerpreis-Projekt steht bei den Schülern an unserer Schule im Zeugnis – mit Note."

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