Dramatische Rettungsaktion Eingeklemmter Höhlenforscher befreit


Nach zwölf Stunden Gefangenschaft in einer Tropfsteinhöhle im Westerwald ist ein Höhlenforscher am frühen Morgen gerettet worden. Dem 46-Jährigen, der von einem herabgestürzten Felsbrocken eingeklemmt worden war, geht es gut.

Zwölf Stunden nachdem ein Forscher in einer Höhle im Westerwald verschüttet worden war, konnten Bergungsexperten ihn am frühen Morgen befreien. Der 46-Jährige wurde nach seiner Rettung zur Beobachtung in ein Krankenhaus gebracht, wie die Polizei mitteilte. Ansonsten ginge es ihm sehr gut. Den Rettungskräften aus Bayern und Thüringen sei es zuvor in mühevoller Arbeit gemeinsam mit dem Höhlenforscher gelungen, einen Stein unter dem Eingeklemmten zu lockern. Daraufhin habe er sich aus eigener Kraft befreien können. Insgesamt seien rund 100 Retter im Einsatz gewesen.

Der Unfall ereignete sich in der Besucherhöhle "Herbstlabyrinth" in Breitscheid im hessischen Lahn-Dill-Kreis. Der 46-Jährige erkundete zusammen mit drei anderen Höhlenforschern ab etwa 12 Uhr einen für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Bereich des Labyrinths. Die Forscher mussten sich dabei durch mehrere Engstellen zwängen. An einer dieser Stellen löste sich ein rund 100 Kilogramm schwerer Steinbrocken und klemmte den Mann gegen 15.30 Uhr im Hüftbereich ein.

Erste Rettungsversuche vergebens

Die drei Kollegen des Forschers konnten unversehrt entkommen, er selbst blieb eingeklemmt und konnte auch bei ersten Rettungsversuchen vor Ort nicht befreit werden. Er war ansprechbar und es bestand Kontakt zu ihm. Zwei Notärzte waren bei ihm, von denen einer selbst Höhlenforscher sei. Am Abend trafen auch Spezialisten der Höhlenrettung aus Bayern und Thüringen ein. Die Unfallstelle war nur durch 20-minütiges Robben und Kriechen erreichbar war. Bei Temperaturen von neun Grad wurden unter anderem ein Heizlüfter eingesetzt, um eine Unterkühlung des Eingeschlossenen zu vermeiden. Außerdem erhielt der Forscher über Schläuche warmen Tee verabreicht.

Der Forscher steckte so fest, dass seine Füße und Beine für die Rettungskräfte sichtbar waren und der Oberkörper in einen dunklen Hohlraum zeigte. Im Laufe des Einsatzes gelang es den Rettern, das Gestein so zu lösen, dass der Forscher nach oben in den Hohlraum kriechen konnte. Dort musste er ausharren, bis der Rückweg freigeräumt war.

Höhle erst seit Mai für Besucher geöffnet

Die Schauhöhle, die nur einen kleinen Teil des riesigen Labyrinths ausmacht, wurde erst im Mai der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das "Herbstlabyrinth" gehört zu einem Höhlensystem mit ausgeprägtem Tropfsteinschmuck und vielen großen Einzelhöhlenräumen und langen Gangsystemen. An vielen Stellen haben sich nach Angaben der Betreiber besondere Tropfsteinformationen und Calcitkristalle gebildet.

Die sogenannte Knöpfchenhalle ist ein Teil des "Herbstlabyrinths" und als Schauhöhle für die Öffentlichkeit zugänglich. "Dieser Teil zählt mit zu den größten Einzelhöhlenräumen in Deutschland und beherbergt nahezu alle Tropfsteinformationen, die man auf der Welt finden kann", heißt es auf der Homepage für die Besucherhöhle.

DPA/AP AP DPA

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